Tierquälerei in der Hundepension?

Vonaroundthepet

Tierquälerei in der Hundepension?

Wir haben das letzte Oktoberwochenden im Jahr 2021. Ein Bericht spalten Hessen. Eine Hundepension gerät in die Schlagzeilen und somit auf den Prüfstand.

Es geht um „Tierquälerei in der Hundepension“. Der Maintower berichtet und die Hessenschau verfasst einen Artikel. Das Veterinäramt sieht keinen Handlungsbedarf.

Was war passiert?

Tierquälerei in der Hundepension?

Ein internes Video kam an die Öffentlichkeit. Das selbe Video liegt auch dem zuständigen Veterinäramt vor. Es zeig eine Eingewöhnung eines Hundes in einer Hundepension. Das Video ist in dem Link zur Hessenschau zu sehen.

Zum einen wird der Hund festgehalten. Er kann keine Distanz aufbauen oder sich der Situation entziehen. Auf der anderen Seite kommen ständig akustische Schreckreize durch eine Rappeldose dazu.

Der Hund kommuniziert super schön und sauber. Er sagt immer wieder, dass ihm der Kontakt in der Meute zu viel wird, dass er gern mehr Raum hätte. Die ganze Körpersprache schreit nach Hilfe. Er knurrt deutlich hörbar und er schnappt in Richtung Gruppe um die Distanz zu vergrößern. Ein völlig normales Verhalten in sauberen Abgrenzungen.

Doch genau dort kommt das Unfassbare. Der Hund der sauber kommuniziert wird von der Betreiberin der Pension gemaßregelt. Die Dose wird massiv und immer wieder gegen den Hund eingesetzt. Ich kann nicht genau erkennen, ob die Dose den ohnehin schon gestressten und verängstigten Hund trifft. Aber das reicht noch nicht. Das arme Tier wird am Halsband in die Luft gezogen auf die Hinterbeine gesetzt, noch mehr in seiner Bewegung eingeschränkt, angestarrt und angebrüllt.

Im Grunde kann die Betreiberin der Hundepension froh sein, dass sie einen so freundlichen und sozialen Hund vor sich hat, der sich einschüchtern lässt. Das hätte auch ganz anders ausgehen könne.

Tierschutzgesetz und Tierschutz Hundeverordnung

Im Grunde sind diese beiden Schriften deutlich. Es darf dem Hund – ausser in Notfällen – keine vermeidbaren Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Die Tierschutz Hundeverordnung geht sogar noch weiter und sagt, dass ein Training nicht auf Schmerzen, Leiden oder Schäden beruhen darf.

Tierquälerei in der Hundepension?Quelle: Bild von Sang Hyun Cho auf Pixabay

Leider streiten sich nun an der Stelle die Geister. Selbst das zuständige Veterinäramt möchte in einem persönlichen Gespräch vor Ort klären ob ein tierschutzrechtlicher Verstoß vorläge. Diese Aussage ist für mich unverständlich. Der Hund leidet in einer vermeidbaren Situation und ihm werden Schmerzen zugefügt, welche nicht nötig waren. Es ist in dem Video deutlich zu sehen. Da beißt die Maus keinen Faden ab und da gibt es eigentlich auch nichts zu diskutieren oder zu besprechen.

Der eine oder andere mag nun fragen: Wo leidet der Hund in dem Video?

Eigentlich ist es ganz einfach, er kann sich einer Situation nicht entziehen, wird angestarrt und angebrüllt. Dazu kommen die Schreckreize aus der Rappeldose. Auch wenn vielleicht kein körperliches Leiden vorliegt, hat der Hund auch eine psychische Ebene. Psychische Gewalt ist schlimmer als körperliche Gewalt. Bei einem Menschen fällt dieses unter umständen sogar unter den Bereich von Folter.

Dazu das Hochziehen am Halsband. Wenn die psychische Gewalt nicht ausreicht, dann ist allein dieser Punkt schon ausreichend, um zumindest eine Weiterbildung in bedürfnisorientierten Umgang mit dem Hund zu fordern.

Spannend ist, dass viele User auf Facebook diesen Zustand sehen und ziemlich identisch analysieren. Das der größte Teil dieser User Konsequenzen fordert. Es wird neben dem Umgang die Haltung und die Anzahl der Hunde bemängelt.

Hundepension vs. Hundebetreuung

Ich kann nicht verstehen, dass die Behörde erst einmal keinen Handlungsbedarf sieht. Gut ein Mäuschen hat mir geflüstert, dass einen Mitarbeiterin des Amtes dort ihren Hund betreuen lässt. Wenn dies so sein sollte, dann ist es unter Umständen ein wenig Bestechung im Amt. Oder vielleicht eine Hand wäscht die andere.

Anders kann ich mir auch nicht erklären, dass es bei den unangekündigten Besuchen keine Mängel oder Verstösse festgestellt werden konnten und man gleichzeitig überrascht von der Menge der Hunde ist.

Allerdings wie kann man überrascht sein, dass so viele Hunde auf einen Haufen sind, wenn es doch eine Zulassung von fast 150 Hunden gibt? …. Fragen über Fragen.

Wenn ich mir aber die Kommentare die es auf der Seite der Hessenschau so an sehe, finde ich wirklich viele Kommentare ehemaligen Nutzern oder Interessenten des Services in dieser Pension. Am schlimmsten fand ich den Kommentar: das zum Beispiel eine Halterin bei der Abholung sehen mußte, wie drei Leute versuchten ihren Hund hielten und versuchten zu klammern. Mein erster Gedanke an dieser Stelle war: haben die einen Tierarzt vor Ort? Denn wenn nicht, wäre das ein weitere Verstoß. Nur der Tierarzt darf solche Behandlungen durchführen und meist werden diese auch unter einer kleinen Betäubung durchgeführt.

Viele sprachen von Verhaltensveränderungen und Geräuschempfindlichkeiten nach dem Besuch. Dies sind Indizien dafür, dass etwas schiefläuft.

In Pensionen muss man immer davon ausgehen, dass man abstriche machen muss. Hier gibt es unter Umständen Aufenthalt in einem Zimmer oder Zwinger mit entsprechenden Auslauf. Es sind mehrere Hunde in Gruppen untergebracht und die Gruppengrößen variieren.

Gegen Aufpreis kann man allerdings (eigentlich) auch immer eine Einzelbetreuung buchen. So kann man einen sensiblen Hund oder eben nicht ganz so verträgliche Hunde betreuen lassen. Jede gut Pension kann auch Hunde mit verschiedenen Problematik entsprechend unterbringen.

Will eine Pension einen Hund „auf Biegen und Brechen“ in eine Gruppe integrieren möchte, obwohl der Hund dieses nicht leisten kann, wäre es Zeit zum Wechseln.

In einer kleineren Betreuung gibt es vielleicht nicht möglich, immer jeden Hund aufzunehmen, aber euer Hund ist nicht nur eine Nummer, sondern kann individuell betreut werden. Es kann eher auf seine Bedürfnisse eingegangen werden.

Zeit zu wechseln

Ich persönlich hoffe, dass viele Menschen diesen Betrag im TV, auf der Hessenschau oder Maintower gesehen haben. Besonders Menschen die Ihren Hund dort betreuen lassen und ihn dort betreuen lassen möchten. Jeder der sagt das ist muss so sein oder ja die Einführung in die Gruppe ist nicht leicht anzusehen, macht sich im Grunde moralisch mit strafbar.

Hundepension Hundebetreuung wechselnQuelle: Bild von Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay auf Pixabay

Jede negative Veränderung an Eurem Hund sollte ein Alarmsignal sein. Es sollte ein Signal sein, die Einrichtung oder den Betreuer zu wechseln.

Es gab einen Kommentar, dass sich die Betreiberin an Cesar Milan orientiere und dieser ihr Vorbild sei. Das ist auch entsprechend in ihren Handlungen ersichtlich. In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass C.M. in Deutschland keine Hunde „trainieren“ durfte, weil er – trotzt Dolmetscher – seine Sachkunde nicht nachweisen konnte. Auch ein Eilantrag vor Gericht konnte daran nichts ändern. Es mussten Leute – die eine Sachkunde nach §11 Tierschutzgesetz hatten – auf der Bühne arbeiten. Einige haben im übrigen danach zur erneuten Überprüfung antreten dürfen und mussten leider mit einer Aberkennung leben.

Ebenso wurden vielen Trainern nach der ersten Anzeige, ohne weiteres Gespräch, die Sachkunde entzogen, wenn diese so arbeiteten wie die Dame in der Pension. Leider liegt der Fokus nach §11 für Tierheime und Pensionen ein anderer als beim Training.

Schaut euch die Begebenheiten an. Wie viele Hunde sind in einer Gruppe? Wie ist die grundlegende Stimmung? Wie ist das Verhalten untereinander? Passen die Tiere charakterlich zusammen? Wie geht der Hund in diese Betreuung? Wie ist seine Körpersprache? Wie ist der Hund zu Hause? Wie verhält er sich auf den Gassigängen? Verändert sich der Hund, seit er in Betreuung ist? Hat er vielleicht Verdauungsprobleme? Wie geht der Hund auf seine Betreuer zu? Wie reagiert er, wenn man sich zufällig draussen trifft? All das kann Auskunft geben, ob euer Tier in eurer Abwesenheit wirklich gut betreut wird.

Was tun, wenn ich Zweifel habe?

Die Zweifel sollten immer angesprochen werde. Es kann immer mal etwas vorgefallen sein. Ein guter Betreuer wird dieses immer von sich aus mitteilen, aber manchmal sind es Kleinigkeiten, an die man nicht sofort denkt. Häufig klärt es sich dann. Wenn es keine plausible Erklärung für Veränderungen gibt, ist es ein sicheres Zeichen, dass es dem Tier an dieser Stelle nicht gut geht.

Hier wäre ein schneller Wechsel oder sofortiger Verzicht anzuraten. Weiterhin kann man mit dem Hund sehr gut zu einem Trainer gehen. Dieser sollte positiv bestärkend arbeiten und dem Hund Selbstvertrauen zurückgeben. Geräusche sind im Training eine Königsdisziplin und brauchen eine saubere Gegenkonditionierung. Hier können Kräuter, Pilze oder Bach Blüten unterstützen. Aber bitte nicht einfach irgendwas probieren. Wendet euch dort an einen guten Berater welcher euch individuell und wirklich an eurem Problem passend berät.

Hier kann auch eine kurzfristige Veränderung in der Ernährung unterstützend wirken um Ruhe in den gesamten Organismus zu bekommen. Viele Hunde die auch einer schlechten Betreuung kommen, haben sehr viel Streß erlebt und brauchen erst einmal etwas mehr an einigen Nährstoffen, damit sich die Organe ausgleichen und der Stresspegel angepasst werden kann. Es macht im übrigen auch keinen Sinn, in einer solchen Situation die Schilddrüse zu untersuchen. Sie reagiert in diesem Zusammenhang ebenso. Die Werte sind dann eventuell auffällt, obwohl das Organ gar nicht krank ist. Der Körper sieht gerade nur nicht ein, hier Nährstoffe hinzuschicken, weil diese woanders gebraucht werden.

Eine Hundebetreuung ist nicht schlecht

Falls man nun den Eindruck gewinnen sollte, dass ich etwas gegen Fremdbetreuungen von Hunden habe, der liegt falsch. Ich finde es total gut, dass es dieses Angebot gibt. Vor einigen Jahren habe ich selbst noch Hunde in meinen vier Wänden sehr individuell betreut.

Dies habe ich sogar sehr gerne gemacht, denn bei mir waren die gern die Opfer aus anderen Betreuungen. Mir haben es immer die Tiere angetan, welche nicht (mehr) woanders betreut werden konnten. Ich habe diesen das Vertrauen zurück gegeben.

Aber ich musste auch ehrlich zum mir selbst sein. Wenn die baulichen Gegebenheiten es nicht hergeben, kann ich es nicht machen. Wenn ich Gruppen oder einzelne Tiere nicht sicher und tierschutzkonform separieren kann, dann kann ich keine Betreuung anbieten. Wenn eine erhöhte Unfallgefahr – durch zum Beispiel Treppen – besteht, wäre es grob fahrlässig, eine Betreuung anzubieten.

Aber ich weiß auch, dass man ein Leben eben nicht einhundert Prozent planen kann. Es gibt immer wieder Veränderungen, die es nötig machen, dass eine Betreuung für das Tier nötig wird. Sei es der Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Verlust eine Kameraden mit den auch die Fähigkeit des Alleinebleibens verschwand. Nicht immer kann man sein Tier immer und überall mit hinnehmen.

Wichtig ist mir eben nur, dass die Gesetze und Verordnungen eingehalten werden und dass es keine Gefährdung durch zu große Gruppen gibt. Tierquälerei ist nun einmal kein Kavaliersdelikt. Wir können unsere Tiere nur schützen, wenn wir nicht wegschauen.

 

 

Bildquellen

Über den Autor

aroundthepet administrator

    Schreibe eine Antwort

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

    Around the pet