Systemische Leckerchen – Fluch oder Segen

Vonaroundthepet

Systemische Leckerchen – Fluch oder Segen

Facebook ist ein Quell der Inspiration. Auch für systemische Leckerchen. Nirgends ist es einfacher, Werbung an eine gewünschte Zielgruppe auszuliefern und damit Leeds und Verkäufe zu erzeugen. Nie war es einfacher online Geld zu verdienen. Sei es mittels Affiliate (wie auch auf dieser Seite im kleinen Rahmen, hinter manchen Links befinden sich Kaufangebote, welche mir einen kleinen Betrag in die Kasse spülen.

Gerade wenn es die Gesundheit von Hund und Katze betrifft, lässt sich viel Geld verdienen. Sei es mit Futtermitteln oder funktionalen Leckerchen. Warum lassen wir uns immer wieder davon verführen?

Systemische Leckerchen oder Futtermittel

Eine Werbung hat mich wirklich sprachlos gemacht. Indirekt wurde dem Tierhalter suggeriert, dass wenn er diese bestimmten Leckerchen nicht täglich füttert, wird sein Hund später schmerzhafte Gelenkveränderungen bekommen. 

Natürlich sind viele Tierhalter darauf angesprungen und haben dieses Werbeangebot wahr genommen. Es gibt aber nicht nur für die Gelenke solche Kekse, sondern auch für Haut und Fell, für Magen und Darm oder auch für die Zähne. Zur Beruhigung und Entspannung gibt es auch das eine oder anderen mehr.

Aber nicht nur die Leckerchen haben inzwischen verschiedenen „Funktionen“ sondern auch immer mehr Futtermittel drängen damit auf den Markt. So gibt es kaum noch ein Futter ohne Kräuter und Heilpflanzen. Dafür verzichtet man dann auf ernährungsphysiologische Ergänzungen. Es gibt Futtermittel, die als „sehr gut“ empfohlen werden. Obwohl man bei der Zusammensetzung eher ganz schnell das Weite suchen möchte.

Im Grunde steht es jedem frei, aber gut gemeint, ist nicht immer gutgemacht.

systemische Leckerchen

Funktionale Leckerchen, wann machen die Sinn?

Im Grunde nur dann, wenn dieses körperliche Problem bereist vorliegt. Auch dann sollte man es nicht dauerhaft füttern, sondern immer nur als Kur. Selbstverständlich kann man auch präventiv eine Kur machen. Dem Tier schadet eine 4 – 8 wöchige Leberkur – zum Beispiel nicht. Eher im Gegenteil es ist der Gesundheit von Hund und Katze sogar zuträglich, wenn man die Leber – sozusagen – einmal entlastet und sie sich darüber reinigen und regenerieren kann.

Auch bei solchen Leckerlis sollte man diese Vier – Wochen – Regel einhalten. Der Körper kommt sonst in eine Gewöhnung und kann keinen Nutzen mehr aus den Wirkstoffen ziehen. Hier kann ein Wechsel in der Mischung vorgenommen werden, so dass man ein Organ oder einen Organkomplex auch dauerhaft unterstützen kann, wenn es notwendig ist.

In der Gesundheitsberatung und in der Naturheilkundeberatung werden diese Punkte der dauerhaften Fütterung gern thematisiert und dort kann man auch man Lecker oder Futtermittel genau erklären, warum oder warum es nicht hilfreich ist und wie es wirkt. Ebenso klären wir in solchen Beratungen individuell, warum ein Keks allein oft nicht nicht Lösung ist. Wenn ich einen nervösen Hund habe, muss ich auch das Umfeld für diesen Hund verändern und anpassen, dass dieser entspannen kann.

Unverträglichkeiten und Keks rein alles gut?

Immer mehr Hunde haben Unverträglichkeiten bis hin zu Allergien. Die Tiere verlieren Fell, haben ständig Probleme mit den Ohren. Lecken sich die Pfoten wund oder kratzen sich das Fell von der Haut. Ein eigentlich sehr interessantes Thema. Allerdings muss man hier nun einmal genauer schauen.

Aber genau da ist das Problem. Es wird selten genauer geschaut. Die Menschen fragen nach einem verträglichen Futter – ohne dabei die Allergien zu benennen, so dass besonders den Verkäufern wieder die Türen geöffnet werden. Wenn Sie benannt werden – und man schlägt eine Ausschlußdiät vor – dann will man doch nur ein verträgliches Futter und kein Barf oder gar selber rationieren bzw. kochen. Wenn man dann noch zu einer Ernährungsberatung oder einem Ernährungscoaching rät, ist es ganz vorbei. Natürlich das kosten ja auch erst einmal Geld und wenn man dann doch noch etwas kaufen muss, kommt das ja auch noch einmal oben drauf.

Beratung bitte umsonst …

Leider leben wir auch in einer Zeit, in der man möglichst viele Informationen umsonst haben möchte. Das Internet bietet viele Möglichkeiten. Aber es ist nie so individuell, wie eine Beratung. Leider sind wir durch die Null – Kosten – Informationsbeschaffung auch etwas verwöhnt worden.

Ich gebe es zu, ich bin auch froh, dass ich viele Studienarbeiten kostenlos im Internet anschauen kann. Früher musste man sich diese Studien kaufen und sie waren nicht ganz billig. Was für mich seiner Zeit auch völlig okay war, wenn man mal bedenkt, wie viel Zeit in so einer Studie und so einer Arbeit steckt.

Es gab auch Zeiten, da war es völlig normal, dass man sich Rat beim THP oder Tierarzt holte. Auch wenn die Ernährung oder die Prävention dabei immer mehr in den Hintergrund rückte, je mehr die Industrie sich entwickelte.

funktionale Leckerchen

Ein Schweineohr wurde immer mal zur Zahnreinigung angepriesen, dabei ist es von der Struktur gar nicht dazu geeignet. Ein großes Stück Pansen ist von der Struktur um einiges besser. Allerdings sind die getrockneten – käuflich zu erwerbenden – Dinge da eher zu klein für.

Auch die funktionalen Kekse, welche für die Zahnreinigung angeboten werden, manchen wenig Sinn, denn Hunde sind Schlingfresser. Sie kauen normalerweise nicht. Die im Handel befindlichen Spray oder Leckerchen können von innen heraus unterstützen, wenn man die Zähne regelmäßig reinigt. Sei es mit einer Ultraschallzahnbürste, einer elektrischen oder einer mechanischen Bürste. Mit einem Fingerling oder regelmäßig beim Tierarzt.

Ich bevorzuge die Ultraschallzahnbürste von Emmi – die Emmident – aber es gibt auch noch einen weiteren Anbieter (Miratech). Bei beiden muss man nach dem Schallen die Zähne nacharbeiten, dazu nutze ich einen normalen Fingerling oder eine ganz normale Zahnbürste.

Mit einem Spray, welches ich mehrmals täglich direkt auf Zähne und Zahnfleisch gebe, funktioniert es auch ganz gut. Nur mit Leckerchen zur Zahnreinigung hatte ich in den knapp fünfzehn Jahren noch nie einen sichtbaren Erfolg.

Gibt es funktionale Leckerchen, die wirklich funktionieren?

Ich weiß es nicht. Ich habe noch keine gefunden, die mich jetzt überzeugt hätten. Sicherlich gibt es welche im medizinischen Bereich, welche eine recht hohe Dosierung haben und fast ausschließlich über den Tierarzt zu beziehen sind. Da hatten wir schon welche, die gar nicht so schlecht waren. Zum Beispiel aus der NurVet Linie.

Die meisten anderen Leckereien fallen eher in den Bereich der Nahrungsergänzungen und sind recht niedrig dosiert. häufig sind diesen noch Vitamine oder Mineralien zugesetzt, dass bestimmte Wirkmechanismen bei einem Mangel angesprochen werden.

Zu dem sehr gern empfohlenen CBD Produkten – die es bereis als funktionale Leckerchen gibt, gab es schon einige gut recherchierte Dokumentationen im TV. Hier wurde zum Beispiel auch angegeben, dass es weder als Nahrrungsergänzung oder Nahrungsmittel eingesetzt werden darf, sondern lediglich ein Kosmetikprodukt oder Aroma sein kann. Auch dass es keine empirischen Studien zur Wirksamkeit gibt. Was nicht bedeutet, dass es keine Wirkung hat. Auch die Homöopathie hat nach empirischen Studien keine Wirkung und dennoch kann man sehr gute Erfolge mit ihr erreichen. Ob es nun eine Wirkung an sich ist oder doch nur ein Placebo ist da im Grunde egal, wenn es dem Nutzer oder seinem Tier besser geht.

Persönlich bin ich der Meinung, dass solche Leckereien mit der Not der Menschen spielen, denn billig sind diese meist nicht wirklich. Aber immer noch billiger als eine anständig Beratung oder eine ordentliche Diagnostik. Aus dem Grund finden die Hersteller mit geschickter Werbung immer wieder ihre Käufer. Dazu kommen die Influenza und hier und da tatsächlich jemand bei dem es geholfen hat.

Leider ist es oft ja auch so, dass Kritik oder Beschwerden gar nicht öffentlich zu lesen sind, weil diese schnell entfernt waren. Dass hatte ich auch schon öfter. Noch spannender ist es, wenn jemand eine kostenlose Beratung anbietet, aber dann schon bei sehr leichten Fragen ins straucheln gerät. Zum Beispiel bei der Berechnung der Mengen. Oder aber es kommen die Antworten, dass der Anteil so gering ist, dass es ja eigentlich gar keine Wirkung aufbauen kann und es aus dem Grund auch gar nicht so schlimm ist, dass man für alles – einschließlich Schmerzmittel – etwas in die Mischung packt.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang und als abschließender Satz: 

Alles was eine Wirkung hat, hat auch eine Nebenwirkung oder eine unerwünschte Wirkung.

 

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