Blog - Natürlich vs. Synthetisch

Wie ist es mit der Bioverfügbarkeit?

Selbstverständlich sind die chemischen Formeln nicht ganz identisch. Doch die Unterscheidungen sind nicht sehr gravierend und minimal. Mal ist ein Kohlenstoffatom dann halt links in der Formel und nicht rechts oder eben unten statt oben. Natürlich kann der Körper diese auch unterscheiden. Aber im Stoffwechsel kommt es manchmal schon darauf an, ob ein Vitamin erst einmal aus allen möglichen Verbindungen gelöst werden muss oder ob es isoliert vorliegt. Eine Isolation kann leichter aufgenommen werden und ist in den Umwelteinflüssen beständiger. Gerate Folsäure aus Lebensmitteln zerfällt sehr schnell und steht im Zweifel nicht mehr zur Verfügung. Das kann zu einem Problem führen, wenn man nicht auf die höher der Zufuhr achtet.

Genauer betrachtet liegt bei dem einen oder anderen Präparat die Bioverfügbarkeit von synthetischen Nachbauten bei 100% während sie in natürlicher Form nur zu 1 bis 2 % aufgenommen werden können. Hier sei zum Beispiel die Vorstufe des Vitamin A genannt. Das Beta Carotin aus der Möhre, kann nur minimal aufgenommen werden - auch bei uns Menschen - während es in einer Nahrungsergänzung komplett vom Körper genutzt werden kann. 

 

Machen synthetische Vitamine krank?

Diese Frage kann ich pauschal nicht beantworten. Es ist auf alle Fälle so, dass die unsachgemäße Einnahme/Fütterung von Ergänzungen mit synthetischen Bestandteilen zu einer Überversorgung führen kann. Dass kann also passieren, wenn ich pauschal zu einem Fertigfutter noch eine Kochergänzung in angegebener Menge hinzufüge, obwohl das Futtermittel schon ernährungsphysiologische Ergänzungen erhält. Eine Überversorgung von Mineralien und fettlöslichen Vitaminen kann zu Problemen führen.

Zum anderen ist es so, dass man bei Lebensmitteln immer noch weitere Stoffe neben den Vitaminen und Mineralien hat, welche in der Gesamtheit zu einem weiteren positiven Nutzen führen. So sind sekundäre Pflanzenstoffe immer noch wichtig für den Organismus und diese wirken auf andere Bereiche und stärken den Organismus.

Wenn man nun weiß was man tut und wie sich die Vitamine mit Licht, Luft und Temperatur verhalten, dann kann man mit synthetischen Ergänzungen durchaus eine ganze Menge erreichen und den Körper sehr gut versorgen. Es ist ja weithin bekannt, dass ein Mangel genauso schädlich ist, wie eine Überversorgung. 

 

Hersteller werfen mit den synthetischen nur so um sich ...

... da kann es nur zu einer Überversorgung kommen.

Nein diese Aussage ist so nicht richtig. Ja die Hersteller ergänzen. Aber es gibt dort strenge Richtlinien. Besonders wenn die Hersteller sich an die Vergangen der Fediaf halten. So kann man davon ausgehen, dass das Tier mit allem versorgt wird, es aber auf keinen Fall zu einer kritischen Überversorgung kommen kann, da die Toleranzen eingehalten werden.

Die steigende Anzahl von Unverträglichkeiten und daraus resultierender Allergien kommen nicht unweigerlich vom Futter allein, sondern vielmehr aus einer verschobenen Besiedelung des Darmbioms - einer sogenannten Dysbiose. Diese entsteht nicht unbedingt durch synthetische Vitamine oder Mineralien, sondern eher durch fehlende Pro- und Präbiotika und eine Festsetzung auf hohe Proteinmengen, welche der Körper gar nicht benötigt. Es wird immer noch zu sehr der Vergleich mit dem Wolf gezogen. Unsere Hunde haben sich evolutionär in der Ernährung sehr verändert und benötigen viel weniger Fleisch als Proteinquelle wie der Wolf. Sie kommen dafür auch viel besser mit pflanzlichen Anteilen in der Ernährung zur recht. Wenn man sich das eine oder andere Futtermittel anschaut, stellt man fest, dass diese aufgrund eines Mangels an den Energieträger Fett und Kohlenhydrate in Bezug auf Proteine nur den Stoffwechsel belasten können. In diesem Prozess werden dann Leber und Niere sehr beansprucht, was zu verschiedenen Erkrankungen führt. Vitamin oder Mineralien sind an diesem Prozess der Energiegewinnung nur sekundär beteiligt. Eine Dysbiose sorgt zusätzlich noch dafür, dass der Darm unter Umständen löchrig wird und zu große Partikel in den Körper lässt, was die Immunreaktionen begünstigt und zu Reaktionen führt, aber auch, dass wichtige Dinge nicht aus der Nahrung gelöst werden und damit nicht dem Körper zur Verfügung stehen. Eine Mangelernährung ist dann die Folge, obwohl oben alles reinkommt, was benötigt wird.

 

Fazit

Nicht alles ist so wie es ausschaut. Es kommt auf das große Ganze an. Ergänzungen sind eine wunderbare Sache, wenn man weiß, was man tut. Ein Futtermittel ohne Ergänzungen wird niemals einen Organismus so versorgen können, wie eine selbst zusammengestellte Ration und auch dort muss man wissen, welche Vitamin wie in unsere Umwelt reagieren und womit wir sie sicher ergänzen können, weil sie eben in verschiedene Lebensmitteln in variablen Mengen vorkommen. Habe ich keine Lust mich mit der Lebensmittelkunde zu befassen, dann macht eine Ergänzung für die jeweilige Fütterungsform durchaus Sinn. Möchte ich dieses nicht, sollte ich mir eine Ration und einen "Fahrplan" von einem Ernährungsberater erstellen lassen.

Aber bitte lasst euch nicht einreden, dass ihr einfach nur natürlich füttern braucht und der Hund mit allem versorgt wird oder dass ein Futtermittel ohne Zusätze mit allem versorgt, denn das kann gehörig in die Hose gehen.

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