Aussagen, die erschrecken

"Der Hund kann nicht mehr/noch nicht so lange stillstehen."

Hunde müssen im Grunde gar nicht stehen. Zumindest nicht, wenn sie nur gebürstet werden wollen. Mein Großer liegt zum Bürsten auf der Seite. Meist auf einer Decke mit einer weiteren Decke unter dem Kopf. Ich bürste erst die eine Seite, dann wird gedreht und es kommt die andere Seite dran. Gerade Hunde mit einer gehörigen Portion Unterwolle brauchen da etwas Zeit, so das liegen eine durchaus gute Position ist. Gleichzeitig kann man mit der anderen Hand - mit der man die Haut etwas festhält und spannt - die Muskulatur abtasten und Verspannungen finden (zum Beispiel) oder eben andere Veränderungen unter der Haut. 

"Der hat so viel Fell, da komme ich so nicht durch. Aber ich versuche es ja immer wieder."

(Achtung hier kommt jetzt Werbung in Form von Affiliatelinks zu Amazon. Mit dem Kauf der Produkte durch Sie erhalte ich eine kleine Provision. Sie möchten die Produkte gerne erwerben, aber nicht bei Amazon und mir bzw. dem Tierschutz oder Rentner etwas gutes tun - denn dafür setze ich das einkommen ein - können Sie mich gern kontaktieren. Ich stelle Ihnen gern andere Links zur Verfügung oder bestelle die Produkte für Sie und bringe/schicke sie vorbei)

Hier liegt das Problem meist im "Werkzeug". Der Hundefriseur Ihres Vertrauens wird Ihnen da durchaus behilflich sein. Häufig wird dort ein etwas teureres Werkzeug empfohlen. Wie zum Beispiel zur Entfernung der Unterwolle die BigK oder BigC von Chris Christensen. Es gibt sie in 3 Größen diese Bürsten. Allerdings sind diese eben sehr teuer. Ich selbst bin sehr lange um diese beiden herumgeschlichen und habe die mittleren für etwas weniger bei einem Großhändler ergattert. Aber mit 70€ im Minimum - eher mehr - muss man dann schon rechnen. Aber ja sie sind echt super.

Eine weitere Bürste wäre Les Pooch/Activet. Hier muss man allerdings schauen, dass man die richtige erwischt. Es gibt sie in Klein und in Groß. Bei einem Groomer wird es die neueren Ausführungen geben, welche Activet heißen und etwas anders ausschauen. Aber auch hier liegen die Preise zwischen 45€ und aufwärts.

Für den Hausgebrauch hat sich die Pflegeserie von Moser AnimalLine wirklich sehr empfohlen. Die Premium Flexi Slicker Bürste braucht sich meiner Meinung nach nicht hinter der Activet verstecken. Sie gibt bei zu viel Druck nach. Mit der harten Seite kommt sie mit Filz zurecht und mit dem Gelgriff liegt sie sogar besser in der Hand. Im Zusammenspiel mit dem Unterwollrechen und dem Kamm hat mein ein gutes starkes Trio, um möglichst sanft, möglichst viel Unterwolle aus einem Fell zu holen. Es gibt im Grunde für jedes Fell ein Produkt von Moser, einschließlich etwas für die Krallen und Pfoten. Sie haben gerade für den Hausgebrauch ein wirklich gutes Preis - Leistungs - Verhältnis. Ich selbst verwende zum Beispiel den "Sheddy" sehr gern beim Kunden, weil schonend und Effektiv.

Eine Beratung zur Fellpflege mit den passenden Pflegemitteln und Werkzeugen kann gern gebucht werden. Dann kann man direkt auf das Fell eingehen. Im Grunde braucht man für ein Fell maximal 3 Werkzeuge. Ich benötige für meine alltägliche Pflege: eine Bürste, einen Kamm und manchmal den Sheddy.

Ein weiteres Problem an dieser Stelle ist die falsche Technik. Was nützt die beste Bürste, wenn ich diese falsch verwende? Häufig wird versucht - besonders wenn das Fell etwas länger ist - alles auf einmal durch zu bürsten. Das geht ganz selten oder man muss sehr viel Druck ausüben, dass es dem Hund wieder unangenehm wird und es auf der Haut kratzt. Scheiteln Sie das Fell. Nehmen Sie sich einen Bereich - zum Beispiel die Schulter - und beginnen sie an der Haut. Dazu nehmen sie das Fell hoch und bürsten nur eine Strähne, welche der Haut am nächsten ist. Danach legen Sie die nächste Strähne herunter und immer so weiter. Es geht auch anders herum. Man beginnt oben mit dem Deckhaar und geht dann Strähne für Strähne runter zur Haut. Die Hand, die die Strähnen hält, übt gleichzeitig etwas Gegendruck auf die Haut aus. Sie werden feststellen, es geht besser und einfacher, wenn man es Stückchen für Stücken macht. Glauben sie mir aber auch, dass sie den Wollberg dann vielleicht lieber doch von einem Profi entfernen lassen wollen oder vielleicht mit diesem gemeinsam arbeiten. 

"Mein Hund schnappt nach der Bürste oder meiner Hand und will immer weg"

Oh ja das kenne ich *lol* ... Ich kann es jetzt von dem meisten Hunde sagen: Sie kennen es nicht, stillzuhalten und hatten mit der Strategie immer wieder erfolg.

Mein Rat: Üben, üben und noch mal üben.

Dazu versuchen Sie auch andere Fehlerquellen zu finden. Kratzt die Bürste vielleicht auf der Haut, weil Sie zu viel Druck auf beim Bürsten ausüben? Ist es die richtige Bürste für das Fell und die Arbeit? Ziept es, weil sich die Unterwolle verfilzt oder längeres Deckhaar verknotet hat? Tut die Stelle dem Hund vielleicht weh? Vielleicht der falsche Zeitpunkt oder Ort?

Manchmal ist weniger tatsächlich mehr und eine Kooperation kann hier durchaus helfen. Ich berate Sie gern ausführlich und helfe Ihnen mit kleinen Übungen im Pflegetraining. Gern können Sie einen Termin für sich und Ihren Hund buchen und wir schauen gemeinsam - bei Ihnen zu Hause, der Vorteil des mobilen Services - was man wie verändern und verbessern kann. Aber bedenken Sie, gerade wenn sie einen Hund mit einem schwierigen Fell haben, die beste Pflege gibt es immer noch beim Hundefriseur selbst. Sie können aber mir und meinen Kollegen die Arbeit erheblich erleichtern und das Fell schön vorbereiten oder die kleinen Schnappschildkröten vor sich selber schützen. 

"Ich bürste immer ordentlich und bin regelmäßig im Salon zur Pflege, der Tierarzt konnte auch nicht sagen, warum der so aussieht wie der aussieht ..."

Ja es gibt sie tatsächlich, die wirkliche Bemühung und dann sieht der Hund vielleicht eine Woche nach dem Besuch beim Groomer hübsch aus und dann wird das Fell wieder stumpf und schuppig. Der Tierarzt wurde hinzugezogen und hat untersucht, was es zu untersuchen gibt. Die üblichen Verdächtigen aus dem Internet (Vitamin B und Öle) helfen auch einfach nicht.

Hier kann ich Ihnen nur eine Ernährungsberatung empfehlen. Junge Hunde - besonders wenn sie noch im Wachstum sind - und Senioren haben einen andere Bedarf. Da kann es schnell mal zu einem Defizit in dem Mineralien kommen. Auch Barf ist da nicht immer ein Garant, dass alle Spurenelemente in ausreichender Form vorhanden oder aus der Nahrung aufgenommen werden können. Wenn man dort einmal genauer schaut, kann es das Problem lösen.

Aber auch eine Physiotherapie kann nützlich sein, denn das Fell verändert sich auch bei Verspannungen. Meist zeigt es sich an der Wuchsrichtung von Fell, ob und wo etwas im Argen liegen könnte. Eine Massage mit Lockerung von Blockaden und Muskeln kann also nicht nur das Bewegungsschema verändern sondern hat auch einen Einfluss auf das Fell. 

 

Das Fell ist kein Buch mit sieben Siegeln. Die Ernährung auch nicht. Aber es muss kein Hund - egal welchen Alters - ungepflegt aussehen oder gar sein. Filz ist schmerzhaft, eine Brutstätte für Bakterien, Viren und Parasiten und der Hund fühlt sich nicht wohl. Wie wir Menschen uns mit einem stinkenden, verfilzten und dauerhaft haarenden Hund wohlfühlen können, bleibt mir auch ein Rätsel.  Ich möchte es nicht.

Der Text enthält Werbung in Form von Affiliateverlinkungen und durch die Aufforderung der Terminbuchung. Der Kauf über die Links hat für Sie keine zusätzlichen Kosten, ich erhalte lediglich eine kleine Provision von ihrem Kaufpreis. Mit einer Terminbuchung zur Beratung, zur Pflege oder zum Pfelgetraininge fallen für Sie kosten an.  

© Around the Pet 2018 - 2019, Sämtliche Inhalte, Fotos, Texte und Grafiken sind Eigentum von Around the Pet. Diese dürfen nicht ohne vorherige schriftliche Genehmigung weder ganz noch auszugsweise kopiert, verändert, vervielfälltigt oder veröffentlicht werden.
Joomla templates by a4joomla