Echt jetz?

Vorweggenommen, weder hat mein Hund seine Fellschutzfunktion eingebüßt, denn er behält auch bei der Schur genügend Deckhaar über, es liegt nur nicht mehr so eng an. Die Fellstruktur hat sich in den letzten 7 Jahren - oder mehr - nicht verändert. Mein Hund hat auch nicht mehr Unterwolle wie vorher. 

Zu faul den Hund zu Pflegen? 
Ich glaube kaum, denn es macht im Grunde sogar mehr Arbeit einen Hund mit doppelten Fell mit Sommerschur zu pflegen.
Mein Hund behält etwa einen Zentimeter Fell. Die Wolle wächst schneller als das Deckhaar und muss regelmäßig aufgelockert und herausgeholt werden. Auch wenn das Deckhaar immer noch länger ist als die Wolle.
Vor der Schur reicht es, einmal nach dem Gassi kurz durchzugehen, damit die Zecken rausfallen. Das ist keine Minute und am Tage gerade einmal 5 Minuten. Allerdings ist das wöchentliche Bürsten mit 45 Minuten um einiges länger. Dazu kommen alle 4 Wochen die Pfoten und alle 4 - 12 Wochen die Dusche (auch um die Unterwolle schonend aus dem Fell zu holen).
Nach der Schur muss ich neben dem Gassibürsten, der Zecken wegen, täglich mindestens 5 Minuten Zusätzlich aufbringen um den Hund kurz richtig durchzubürsten. Statt einmal in der Woche muss ich dann wenigstens 2 - besser 3 - mal etwas gründlicher bürsten. Das sind dann etwa 30 Minuten im Minimum, eher mehr, weil mein Hund das ganze echt doof findet. Gebadet werden muss dann tatsächlich alle 4 Wochen. Das föhnen und Blowern fällt etwas kürzer aus, weil das Fell in der Kürze schneller trocken ist.
Kurz überflogen bringe ich nach der Schur nur für das Bürsten etwa eine Stunde (plus minus) pro Woche mehr auf. Allein dieser Aspekt zeigt schon, dass von Faulheit zur Pflege nicht die Rede sein kann.
Dazu kommt ja auch, dass die Unterwolle vor der Schur trotzdem rausgeholt werden muss. Ich mache es bei meinem Hund regelmäßig, so dass sich der Aufwand in Grenzen hält. Allerdings kann dies bei anderen Hunden auch eine Arbeit in mehreren Gängen sein, besonders dann, wenn die Unterwolle schon verfilzt ist.

Selbstverständlich gibt es an dieser Stelle noch die Menschen, die einfach mal ohne Vor- und Nacharbeit die Maschine ansetzen und alles scheren, was bei drei nicht auf den sprichwörtlichen Bäumen ist. Da wird die Wolle nicht rausgeholt und viel zu kurz geschoren. Das bringt den Hunden dann wirklich keine Erleichterung und kann am Ende ziemlich scheckig aussehen.

Natürlich gibt es Hunde, wo das Fell schlecht bis gar nicht nachwächst. Hier muss man auf das Fell im ganzen schauen. Ein Hund, der eigentlich ein sehr langes Fell hat, braucht unter Umständen tatsächlich Jahre, bis das Fell komplett gewechselt und damit nachgewachsen ist. Das ist genetisch festgelegt. Wenn das Fell gar nicht mehr will, dann sollte man unter Umständen dankbar sein und den Tierarzt aufsuchen. Denn unter Umständen hat man so eine tückische hormonelle Entgleisung frühzeitig entdeckt.

Meine Lieblingsfrage in solchen Diskussionen ist dann immer: wie unterscheidet das Fell, wofür es geschoren wurde (OP oder Sommer) oder wie es gekürzt wurde (man könnte das ganze auch mit der Schere über Kamm machen, Maschine geht nur schneller). Diese Frage konnte mir noch niemand beantworten.

Eine Schur ist st nicht schlimm, eine falsche Schur ohne fachgerechte Vor- und Nacharbeit dagegen schon.  

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