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Gibt es die Fütterung für einen Hund?

Gestern hatte ich ja über die Funktion des Ernährungsberaters philosophiert. Warum man ihn nicht verteufeln sollten. Weshalb er nützlich ist. Wie er unterstützen kann. An dieser Stelle hatte ich bereits die Unabhängikeit vom Modell angesprochen.

Heute möchte ich auf einige Modelle eingehen. Man darf dabei bitte nicht vergessen, dass dieser Blog in der Hauptsache meine eigene Meinung und Erfahrung wiederspiegelt. Heute möchte ich mich etws der Aussage von verschiedenen Fütterungsmodellen beschäftigen.

Um die Frage im Eingang zu beantworten: Nein man muss den Hund nicht wie einen Wolf füttern. Seine Verdauung ist durch Evulotion und Domestikation dem Menschen näher als dem Wolf. Der Hund ist genaugenommen Carni - Omnivore. Zu deutsch ein fleischfressender Allesfresser. 

Prey - Die Rohfütterung nach dem Beutetierprinzip

Dieses Fütterungsmodell baut auf der Meinung auf, dass der Hund verdauungstechnisch dem Wolf gleicht und deswegen nur mit kompletten oder eben den nachgebauten Beutetieren gefüttert werden darf. Erlaubt sind nur Fleisch, Fett, Innereien, Knochen (aber da auch nicht alle). Alles andere ist mit dem Hinweis, dass der Hund ein Karnivore ist, verboten. Die Begründung liegt darin, dass Hunde damit nichts anfangen können und dieses nicht verwerten können.

Faktisch mit viel Wissen ist es durchaus möglich einen Hund so bedarfsdeckend und gesund zu ernähren, so er pumperln gesund ist. Die benötigte Energie - und damit Kohelnhydrate können aus dem Fett gewonnen werden. Dies ist allerdings für die Leber ein recht anstrengender Job. Die hohe Proteinzufuhr kann durchaus zu Problemen in der Verdauung - durch eine Fehlbesiedleung des Darmbioms - und der Nieren führen.

Es mag jetzt die Aussage folgen, dass es alles quatsch ist, dass man hier die Gesundheit gefährdet. Besonders wenn man nach einem ausgewogenen Plan füttert. Dennoch habe ich nicht selten Befunde von Hunden gesehen, die bei einer solchen Fütterung entsprechende Verschiebungen hatten. Eine Umstellung auf eine andere Kost haben die Werte wieder reguliert. Häufig haben dann die Menschen die Fütterung danach noch einmal auf Prey umgestellt. Sich dafür einen Plan erstellen lassen. Mit dem Ergebnis, dass sie sich dannach in der Klinik wiederfanden und um das überleben kämpfen mussten. So drastisch mag es sehr selten sein. Persönlich hatte ich genau zwei solcher Fälle, aber man sollte dieses im Hinterkopf behalten.

Persönlich rate ich von einer solchen Fütterung ab. Wer dennoch so füttern möchte, dem helfe ich gern bei der Berechnung der Bedarfswerte und damit bei der Rationserstellung.

 

BARF

Hier gibt es verschiedenen Ausrichtungen. Bald fast so viele wie es auch Berater in diesem Bereich gibt. Mal wird es Bones and raw food - also Knochen und rohes Futter - genannt. Dann wieder biolgisch artgerechtes rohes Futter. In diesem Bereiche gibt es noch viele Untergruppen. Dog Natural Food ist zum Beispiel eine.

So wie es viele Bedeutungen gibt, gibt es auch viele Anschauungen. So wird zum Beispiel eine hohe Fleischmenge bevorzugt. Oder Getreide aller Art komplett abgelehnt. Dann gibt es die, die Obst und Gemüse als Füllstoffe ansehen, die gut sind wenn der Hund abnehmen muss. Der Phanatasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Mir persönlich sind die gern empfohlenen 80:20 oder 70:30 Rationen zu fleischlastig. Wenn ich nun in den 20% Obst und Gemüse noch proteiinhaltige Produkte habe, kommen wir hier sehr schnell in recht hohe Proteinwerte. Wenn man sich dieses mal bei Fertigbarfprodunkten anschaut, sind diese durchschnittlich mit 16% aufwärts angegeben. An dieser Stelle kam schon die Bemerkung, dass ein Trockenfutter durchaus höher liege. Das ist richtig, nur kann man eine Barfration nicht mit einem Trockenfutter vergleichen. Hier müsste man die Werte eines Dosenfutters zu grunde liegen und diese sollten 12% nicht übersteigen.

Selbstverständlich kann man mit einem hohen tiereischen Anteil und einem geringeren pflanzlichen Anteile den Hund gesund und bedarfsgerecht ernähren. Im Sinne der Nachhaltigkeit unserer Ressourcen nutze ich persönlich lieber eine 50:50 Rationsgestaltung. Dies recht effektiv aus, um den Bedarf an Proteinen zu decken und alle anderen Makronährstoffe ebenso. Bei den Mirkronährstoffen muss man entsprechend schauen und dann gezielt supplementieren. Hier mag ich den Punkt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. 

 

Kochen

Für den Hund zu kochen ist nicht neu. Früher bekamen Hunde häufig die reste von der menschlichen Nahrung. Hier kann man sich etwas an den Barfrationen und zusammenstellungen orientieren. Ich persönlich nutze auch hier gern die 50:50 Ration und rechne beim Bedarf eher mit den gekochten Werten. Man kann sich alledings auch an den Werten der Rohfütterung orientieren. Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall die Garflüssigkeit mitzufüttern. Auch hier muss man schauen, was eventuell noch supplementiert werden muss.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass man unter Kochen durchaus auch andere Garformen wie dünsten, blanchieren, braten, backen oder was auch immer verstehen kann. 

 

Fertigfutter

Fertigfutter - also Trocken- oder Dosenfutter - ist in manchen Kreisen das pure Gift. Manchmal wird auf behauptet, dass es nur Abfall sei und voller Chemie stecke. Man dürfe es auf keinen Fall füttern und schon gar nicht, wenn es vom Tierartz empfohlene Diäten sind.

Meiner Meinung sollte man hier einfach mal entspannter sein. Natürlich gibt es gut und weniger gute Futtermittel. Manche als schlecht betitelte Sorten decken den Bedarf des Hundes besser, als die als hochwertig empfohlenen Sorten. Dieses fällt besonders bei Dosenfutter auf.

Viele Menschen fühlen sich mit solchen Futtermitteln sicher. Das finde ich durchaus legitim. Allerdings empfehle ich immer 2 - 3 Sorten zu mischen. Hier ist es im Grunde egal ob direkt den Hersteller oder nur die Geschmacksrichtung. Der Grund liegt eben darin, dass es Schwankungen in den Mineralien und Vitaminen geben kann. Durch das Mischen kann man diese Schwankungen auffangen und so eine bessere Versorgung garantieren. Einige Hersteller empfehlen dieses expliziet auf ihren Webseiten. 

 

Vegetarisch/Vegan

Ein Trend der sich immer größere Beliebtheit erfeut. Gerade bei Menschen, welche sich selbst so ernähren oder aus Überzeugung so leben. Diese Form der Ernährung ist kein Fall für den Tierschutz. Sie macht allerdings auch nicht kränker oder gesünder. Wie beim Prey muss schon etwas mehr Wissen mitbringen. Alle Nährstoffe sind in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Sie sind in der Biowertigkeit etwas niedriger, aber der Hund kann diese genauso verdauen und verstoffwechslen. Hier ist allerdings die Supplementierung Pflicht. Besonders das Vitamin B12 muss auf jeden Fall zugefügt werden.

Ich persönlich denke, dass es einem kranken Tier durchaus Lebensqualität geben kann. Für ein gesundes Tier ist es meiner Meinung nach nicht nötig und selsbt wenn es der eigenen Ethik widerspricht über seinen eigenen Schatten springen. Hier kann man ja durchaus Reinfleischdosen verwenden, wenn man kein frisches Fleisch verwenden möchte.  

 

Die Mischung der Futtermittel und der Konzepte

Ich persönlich bin begeisterter Fan von MischMasch. Das Kind hat nun auch einen Namen bekommen: ABAM - Abstauber bekommen alles Mögliche. Eigentlich eine Fütterung, die es vor vielen vielen Jahren schon gab. Wir haben sie für uns wiederentdeckt und sie erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Hier geht es nicht nur darum, dem Hund in der Hauptsache ein Fertigfuttermittel zu geben und dieses mit dem einen oder anderen Toping etwas aufzuwerten, sondern um eine Fütterung aus dem Bauch heraus. Hier kann man also auch gekochtes Gemüse mit rohem Fleisch oder ungedreht füttern, genauso wie Dosenfutter mit den Resten der menschlichen Ernährung. Man kann Prey - Tage einfügen oder auch vegetarische oder gar vegane. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Der Vorteil von dieser Mischfütterung ist, dass sie viel Abwechslung bietet. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass man selten mit Nahrungsergänzugen arbeiten muss. Eine kurze Rationsprüfung zwischen drin kann nicht schaden, aber aus der Erfahrung heraus gibt es hier selten einen Korrekturbedarf. 

 

CleanFeeding und TCM

Der Begriff "CleanFeeding" wurde durch die gleichnahmige Webseite geprägt. Es ist gerade ein Trende. Hier würde ich es allerdings nicht als alleinstehendes Konzept in der Fütterung ansehen, sondern eher als Zusatz zu allen oben genannten Ernärhungsformen ansehen. TCM, die Ernährung nach der traditionellen chinesischen Medizin, ist auch eher ein Zusatz, welcher gut funktioniert, wenn man mit rohen Zutaten arbeitet. TCM sollte nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden, denn bei dieser muss man sich von vielen Punkten lösen. Dieses fällt mir auch nicht immer leicht, aber es funktioniert als Zusatz super. 

Bleiben wir also beim CleanFeeding. Es geht in der Hauptsache um Nachhaltigkeit und um die Fütterung möglichst wenig verändertert Bestandteilen. Hier bevorzuge ich Produkte aus der Region - oder wenigstens aus Deutschland bzw. Europa. Es gibt tolle Lebensmittel, mit noch besseren Nährwerten, welche aber nicht in Europa gedeien. Diese müssen mittels Import zu uns kommen. Meist sind genau diese meist irgendwann ein SuperFood, so dass mehr benötigt wird. In diesem Zusammenhang kommen Rodungen von Wälder um mehr Anbaufläche zu haben. Entweder sollte man auf solche Zutaten verzichten oder zumindest auf bio und oder Fairtrade achten.

Aber auch bei heimischen Produkten muss man immer genauer schauen. Ich persönlich bestehe nicht immer auf Bio. Es gibt auch in der konventionellen Landwirtschaft durchaus mehr als nur Massentierhaltung. Wenn man aber den Bauern nicht vor der Türe, der Supermarkt keine regionalen Produkte und man nicht bei Crowdbutchinganbietern einkaufen möchte, sollte man auf Bio zurückgreifen. Hat man einen guten Metzger kann der einem sagen aus welcher Haltung das Fleisch bezogen wird und auch der Besuch auf einem Schlachthof oder Wochenmarkt kann hier nützlich sein. Hin und wieder bekommt man die Reste günstiger durchaus auch umsonst. Dies Abschnitte sind nicht schlecht, geht der Rest doch in die menschliche Ernährung. Ähnlich sieht es auch bei Obst und Gemüse aus. Auch hier kann der Wochenmarkt, der Erzeuger oder der Supermakrt so manches Schnäppchen bereithalten.

Nachhaltigkeit bedeutet aber auch immer auf die Mengen zu achten. Dies ist der Grund, warum ich 50:50 Rationen und die Mischfütterung bevorzuge. Ein Blick in den Kühlschrank lohnt sich immer, so kann man Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahren und in die Rationen der Hunde verarbeiten.

 

Fazit

 

Im Grunde ist es egal, was sie füttern möchten. Es kommt immer auf die Nährstoffe an. Es gibt kein richtig oder falsch in der Hundeernährung, nur falsch zusammengesetzt. Wenn man sich von den Zwängen der Gesellschaft und der "Religionen" in der Fütterung gelöst hat, stellt man fest, dass es kein Hexenwerk ist und das eine Feinwage durchaus nett ist, aber man sie eigentlich gar nicht braucht. Wenn Du entspannter mit der Ernährung Deines Hundes umgehen möchten, ich stehe Dir gern mit Rat und Tat zur Seite, eben in einer unabhängigen Ernährungsberatung und ja ich berate Dich auch in Konzepten und mit Rationen, die ich so meinen Tieren nicht füttern würde, denn Ihre Wünsche sind wichtig. Du müssen sich mit Deiner Fütterung wohl fühlen. 

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