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Mein Hund hat .../ Mein Hund ist ...

Eigentlich wollte ich etwas zu Getreide in der Hundeernährung verfassen. Das muss jetzt doch noch etwas warten. In den Letzen Tagen, Wochen, eigentlich schon wieder Monaten häuft sich wieder ein Thema. Es geht um die Schilddrüse. Mal davon ab, dass dieses Thema mich schon über zehn Jahre begleitet und ich meine eigenen Erfahrungen sammeln musste, finde ich dieses Thema so schrecklich wie auch interessant.

Meiner Meinung nach ist die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion eine der häufigsten Fehldiagnosen. Warum? Lest weiter ... 

 

Diagnose nach nur einem Blutbild

Häufig findet man auf Facebook den Hinweis auf die Schilddrüse, wenn der Hund unerwünschtes Verhalten zeigt. Es wird direkt darauf hingewiesen welche Werte alle untersucht werden müssen und das die meisten Tierärzte keine Ahnung von der Materie haben. Der Tierhalter - dem nun vielleicht schon der zigte User oder vielleicht auch der Hundetrainer auf dieses Thema hingewiesen hat - geht nun zu seinem Haustierarzt und bittet um eine Laboranalyse. Er kommt dem Wunsch nun zum Teil nach und veranlasst ein geriatrisches Profil. Hier sind im Standart der T4 und je nach Labor noch der TSH Wert enthalten.

Meiner persönlichen Meinung nach reicht es auch aus, um einen ersten groben Überblick zu bekoommen. Nicht nur von den Werten der Schilddrüse, sondern generell von den Organen und der Blutchemie. Bei vielen Hunde, die ich kenne, wundert es mich nicht, dass der T4 sich dann grenzwertig zeigt. Um erhlich zu sein, würde es mich bei den meisten Hunden wundern, wenn es nicht der Fall wäre.

Allerdings findet hier dann häufig ein Denkfehler statt. Es wird nur auf diese Werte geschaut und der Rest des Blutbildes fällt einfach hinten über. Wenn man sich das Blutbild dann im Ganzen anschaut, sieht man andere Tendenzen oder Katastrophen. Mal sind die Mineralien völlig aus der Spur. Oder die Werte der Niere und/oder Leber zeigen sich auffällig. Manchmal sind alle Werte im Referenzbereich und nur in diesme verschoben. Ja für den Tierarzt ist es dann ein unauffälliges Blutbild. Für mich im Grunde auch. Wenn man nun auch noch T3, fT 3 und 4 und TgAAK bestimmen lassen hat, wird es noch lustiger. Gerade wenn Antikörper vorhanden sind, wird sofort zur Substituiton geraten. Dabei sagt dieser Wert nicht unbedingt etwas über die Funktion der Schilddrüse aus. Es sagt nur, dass die Schilddrüse gerade eine Entzündung hat und der Körper dagegen kämpft. Hier kann noch nicht einmal gesagt werden, ob es eine akute oder vielleicht doch schon eine chronische Entzündung ist. 

Allerdings nehme ich die Tendenzen für mich als "Diagnose" und gehe dort das "Problem" ganzheitlich an. Anderen verbeißen sich nun in diesen einen Wert im Referenzbereich und versuchen sich nun durchzusetzen, damit das Tier eine Hormonersatztherapie bekommt, weil ja alles ins Bild passt. 

Ich empfehle immer wenigstens ein - eher zwei - weitere(s) Kontrollbild(er) zu machen, um einen wirklichen Anhaltspunkt zu bekommen. Mit dieser Empfehlung stehe ich nicht alleine da, es gibt durchaus Tierärzte mit Ahnung, die dieses ebenso empfehlen. 

Das Ganze betrachten ...

Da häufig - wirklich sehr häufig - die Blutbilder auf Ernährungsprobleme hindeuten, beginne ich gern an dieser Stellen. Die Ernährung wird auf die Bedarfswerte und durchaus auch auf Abwechslung hin geprüft und durchaus ergänzt oder gar umgestellt. Sollte dort alles passen, was eher selten ist, empfehle ich einen sogenannten Darmfloracheck und durchaus eine Fellmineralanalyse.

Das Darmbiom ist sehr häufig mit einer Dysbakterie (Fehlbesiedlung der Darmbakterien) "gesegnet". Das kann zu Problemen in der Aufnahme sämtlicher Nährstoffe führen. Was sich dann durchaus in einem Mineralmangel und in niedrigen Werten der Schilddrüse spiegelt. Um einen genauen Status der Mineralien zu haben, eignet sich ein Blutbild nicht wirklich. Sieht man dort einen wirklichen Mangel, ist es schon fünf nach zwölf und nicht fünf vor. Bis sich ein Mangel wirklich im Blutbild bemerkbar macht, hat man sehr viele andere körperliche Symptome, eben auch die der Schilddrüse. Eine Fellmineralanalyse ist dort genauer. Im Zusammenhang mit der Schilddrüse wird zwar gern auf Jod und Seelen geachtet, aber im Grunde sind alle Mineralien und Vitamine wichtig. Alles steht in einem engen Zusammenhang und sind von einander abhängig. Sie stärken oder hemmen sich, so dass auch die Verhältnisse nicht ganz unwichtig sind.

Viele Tiere führen mit uns Menschen ein sehr enges Leben. Sie spiegeln uns. Dies bedeutet häufig, dass sie durchaus genauso gestresst sind, wie wir. Diese schlägt ebenso auf die Schilddrüse. Aber auch auf die anderen Organe. Hier sollte man das Leben ebenso nach Schwachstellen durchsuchen. Weniger ist oft mehr und die gemeinsame Entspannung sollte ein täglicher Bestandteil im Alltag sein. In diesem Zusammenhang sollte man die Funktion der Augen und Ohren nicht unterschätzen, wenn einer der Sinne schwindet, kann es ebenso zu Stress führen, wie Schmerzen. 

Ist vielleicht noch eine anderen Erkrankung im Gange? Vielleicht eine Erkältung, eine Blasenentzündung, ein Schmerzgeschehen durch eine Verspannung oder Gelenkerkrankung? Dort reagiert die Schilddrüse ebenfalls. Hunde sind meister darin, die Schmerzen zu verstecken, bis es gar nicht mehr anders geht. 

Halten wir im Fazit fest ...

Die Schilddrüse ist nahezu an allen Stoffwechselvorgängen beteiligt und ist damit ein Reaktionsorgan. Sie reagiert empfindlich auf jegliche Störung im selbigen.

Die Krankheitshäufigkeit liegt tatsächlich im Nullkomma bereich, was sich allerdings anders anfühlt, wenn man mit Tierhaltern spricht. Das fatale an einer Therapie ist, dass es unter der Hormongabe immer Veränderungen geben wird, welche auch bei einem schilddrüsen gesunden Hund auftreten. Darüber kann man allerdings das ursächliche Problem der "Funktionsstörung" übersehen und diese bleibt damit unbehandelt. Was leider viel zu oft geschieht. Ist ein Blutbild soweit unauffällig, gibt euch etwas Zeit und kontrolliert es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Gibt es auffälligkeiten in anderen Bereichen geht diesen zuerst nach. Sind die Werte niedrig, schaut zu erst auf die Ernährung, Leben und Umgang mit dem Tier und kontrolliert ebenfalls nach einem Zeitraum x noch einmal die Werte. 

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