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Oh der glänzt aber ...

Bekannte von mir brachten mir ihren Hund. Sie hatten ein Betreuungsloch und nicht jeder kann diesen Hund pflegen. Wir freuen uns immer auf den Knallkopp. Der Rüde wirkt immer etwas ungepflegt, obwohl sich seine Leute große Mühe geben. Sie baden regelmäßig. Gebürstet wird der Hund sowieso. Aber irgendwie müffelte der Hund immer und sah stumpf aus. 

Ich bot also an, dass ich den Kerl hier dann auch mal ein Wellnessprogramm mit allem drum und dran gönne. Es wurde dankend angenommen, auch wenn sie den Hund vorher noch selbst gebadet hätten. 

Was mache ich anders?

Andere Reihenfolge in der Pflege

Ich beginne grundsätzlich mit einem ausgiebigen Büsten. Ich hole alles an losem Fell raus, was ich nur rausholen kann. Damit wird das Fell schon einmal lockerer. Das mache ich - wenn ich die Möglichkeit habe - durchaus über mehrere Tage mit verschiedenen Bürsten und Striegeln. 

Danach geht es dann unter die Dusche. Hier dauert es ebenso eine Weile, da ich in 3 Schritten wasche. Zuerst kommt die Vorwäsche. Oft erschreckt man sich, was da auch dem Fell gewaschen wird. Diesen Schreck bekomme ich bei meinen eigenen Hunden auch immer wieder. Grauer Schaum kann schon erstaunen, wenn man denkt, so dreckig sind die doch gar nicht. Man sollten nicht glauben, was das Fell alles so aus der Umwelt aufnimmt und filtert. Die Vorwäsche lasse ich nicht wirklich lange einwirken. Diese spüle ich relativ schnell wieder aus. 

Danach kommt die Hauptwäsche. Hier lasse ich durchaus eine längere Einwirkphase zu. In dieser Zeit bürste ich den Hund mit einem Massagestriegel und massiere damit das Shampoo ordentlich in das Fell ein und sorge dafür, dass ich bis auf die Haut kommen. Nebenbei nehme ich die Haare auf die Seite, welche durch die Dusche noch ausgespült werden und den Abflusssieb verstopfen. Die Wartezeit hängt auch etwas vom Hund selbst ab. Die meisten beginnen die Prozedur an dieser Stelle zu geniessen. 

Im dritten Schritt gibt es einen Conditioner. Da gibt es verschiedene. Die einen können im Fell verbleiben und die anderen muss man wieder ausspülen. Man könnte darauf verzichten, aber es hat durchaus eine Vorteil. Das Fell wird beim Föhnen etwas geschützt, ist danach leichter kämmbar und damit ziept es weniger. Das macht weitere Massnahmen einfacher. 

Nach dem alles aus dem Fell ausgespült wurde, kommt das Trocknen. Einige Tiere haben Angst vor dem Fön, da ist dann an einen Blower auch nicht wirklich zu denken. Diese müssen dann so trocknen. Mikrofaserhandtücher sind eine tolle Erfindung. sie nehmen sehr viel Wasser auf und das Fell trocknet dabei durchaus schon gut vor. Auch nach Regen sind diese Handtücher bei uns der Renner. 

Ist das Tierchen trocken, ist es Zeit für das Finish. Das bedeutet kämmen, noch einmal die Pfoten kontrollieren, ordentlich in Kontur schneiden oder kürzen und was sonst noch dazu gehört. 

Das hört sich lange an? Lassen Sie sich nicht täuschen. Das ist es nämlich nicht wirklich. Ich kann die Zeit bei diesem Hund nur schätzen. Der Gute ist eher klein bis mittelgroß. Mein Mann meinte, dass ich für das Baden gerade mal eine halbe Stunde gebraucht habe. Mit Bürsten und Finish sind es vielleicht ein Stunde gewesen. Doch das schöne ist, dass der erzielte Effekt jetzt durch aus einige Zeit anhält. wink 

Meine Bekannten haben Ihren Hund 3 Tage später abgeholt und das erst was auffiel waren Glanz und weiches Fell. Gefolgt von einem frischen Geruch. Meine Hunde sind das letzte Mal vor 4 Wochen gebadet worden und sind immer noch fluffig und glänzen. 

Meine eigenen Hunde werden nicht regelmäßig gebadet. Obwohl eigentlich schon. Unser Rhythmus sind alle 6 - 12 Wochen. Gebürstet werden sie allerdings wöchentlich. Die Zähne putze ich täglich. An die Krallen gehen ich mehrmals die Woche mit einem Schleifgerät. Das Ausschneiden der Pfoten geht mit dem Baden einher. 

 

Die Pflegemittel

Natürlich verwende ich keine Pflegemittel aus dem Supermarkt oder aus der Drogerie. Selbst im Zoofachhandel schaue ich gerne dreimal. Gerade was die Inhaltsstoffe angeht. Viele haben keine ordentliche Rückfettung der Haut, damit sieht das Fell schnell wieder stumpf und fettig aus. Für eine schnelle Wäsche - weil sich der Hund in etwas gewälzt hat - nutze ich auch noch Reste von einem solchen Shampoo. Ich freue mich schon darauf, wenn diese alle sind. 

Momentan favorisiere ich die Pflegemittel von Dog Moments und Miau & Woof. Hier mag ich auch die "Kämmhilfen" welches eigentlich zur Entfilzung gedacht sind. Gerade pinzige Hunde sind damit beim Bürsten deutlich ruhiger. Gerade die Shampoos sind etwas teurer als die aus dem Supermarkt und Co. Allerdings kann und sollte man diese Produkte verdünnen. Damit relativiert sich der Preis, denn es hält durchaus länger. 

Pfotenpflege und ein sogenanntes Trockenshampoo favorisiere ich dagegen von der Firma Moser. 

Dazu die passende Bürste, Striegel oder Kamm für das jeweilige Tier und einem immer gepflegten Aussehen steht nichts mehr im Weg. Natürlich braucht es entsprechende Pflegeroutinen. 

 

Jeder kann einen glänzenden fluffigen Hund haben

Ein gepflegter Hund ist also kein großer Aufwand, wenn man weiß, welche Pflegemittel man benötigt. Eine Regelmäßigkeit ist immer besser als eine Hauruckaktion.

Selbst absolut kurzhaarige Rassen profitieren von einer regelmäßigen Pflege. Denen bekommt ein Bad ebenso gut, wie ein regelmäßiges bürsten. Ich bin immer wieder überrascht, wie erschrocken so manch ein Tierbesitzer ist, was ich bei einem einmaligen Bürsten aus ihrem Hund heraushole. Besonders dann, wenn ihnen empfohlen wurde, nur mal zwischendurch mit einem feuchten Lappen über das Fell zu gehen. 

Ein Friseurbesuch ist nicht nur etwas für Rassehunde oder Mischlingen mit aufwendigem Fell. Auch einfache Felle tut ein volles Pflege- und Wellnessprogramm durchaus gut. Gut es muss nicht immer zum Friseur gehen. Man kann es durchaus auch selber  erledigen. Aber manchmal ist es hilfreich, sich das einmal richtig zeigen zu lassen. Dieses musste ich mich vor mehr als einem Jahr selbst eingestehen. Ich dachte immer gut gepflegte Hunde zu haben, bis ich meine Ausbildung machte und schon in der ersten Lektion in die Realität geholt wurden. 

Im Fazit sei gesagt, die Pflege ist kein Hexenwerk, wenn man weiß wie und womit. Ich kann es immer nur wiederholen. Fellpflege ist mehr als nur die Unterwolle herauszubürsten oder das Fell zu kämmen. Auch mehr als nur Ohren und Augen zu kontrollieren. Inzwischen ist bei mir aus einem elendigen "es muss ja mal wieder gemacht werden" ein eher freudiges Erleben geworden. 

 

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