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Sommerschur ja oder nein

Das Frühjahr zeigt sich in sommerlichen Temperaturen. So entbrennt sie wieder die Diskussion um den Sinn oder Unsinn einer Sommerschur. Wer mir schon länger folgt, kennt meine Einstellung bzw. Meinung dazu. Ja ich stehe einer Sommerschur positiv gegenüber, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Jeden Sommer die selben Diskussionen

»Hey Fiffi« hatte gestern einen coolen Blogartikel geteilt. Auf der eigenen Facebookseite eine Diskussion angezettelt. Die Gespräche waren – bis auf wenige Ausnahmen – sachlich und regten zum Austausch an. Im Grunde waren die Menschen der Pro Seite in ihrer Argumentation identisch. Erst einmal die Unterwolle raus und dann schauen. Wenn der Hund aber mit den hiesigen Temperaturen ein Problem hat, dann kann man durchaus schrittweise das Fell kürzen. Im Nachgang muss das Fell weiter gepflegt und es darf nicht raspelkurz geschoren werden.

Die Gegner einer Schur bezogen sich - wie sollte es auch anders sein – auf die Funktion des Felles vor der Witterung, Schmutz und ähnliches. Hier wurde zum Beispiel auf Thermografiebilder eingegangen, welche im letzten Jahr durch das Netz geisterten. An diese kann ich mich noch erinnern. Es wurde ein Hund halb geschoren. An dem geschorenen Teil war die Wärmeabstrahlung höher, als an dem nicht geschorenen Teil. Dieses sollte beweisen, dass das Fell vor der Hitze schützt. Gezeigt wurde aber nur, dass die Abstrahlung in dem Bereich geringer ist, aber nicht wie warm es im Hautbereich ist. Richtig wäre es gewesen, wenn man das lange Haar gescheitelte hätte und die Temperatur auf Höhe der Unterwolle gemessen hätte. Dann wäre aufgefallen, dass im geschorenen Teil die Temperatur geringer gewesen wäre. Nach diesem Hinweis verschwanden diese Beweisfotos schnell wieder aus dem Netz. Sie wurden gelöscht.

Auf der anderen Seite wurde der Beweis in die andere Richtung angetreten. Es wurden bei ein und demselben Hund die Temperatur gemessen. Jeweils eine Stunde nach dem Gassigang. Einmal vor der Schur und einmal im geschorenen Zustand. Hier stellte sich heraus, dass nach der Sommerschur die Temperatur sich schneller regulierte und damit sank.

Was ist Genetik und was kann man beeinflussen

Ich sehe es so. Das ein Hund durchaus sein rassetypisches oder individuelles Aussehen behalten sollte. Das bedeutet Unterwolle raus. Danach ist es möglich das Fell nur auszudünnen. Wenn das alles keine Erleichterung bringt, dann schere ich einen Hund.

Gehen wir einmal genaue auf den Punkt des zerstörten Felles ein. Eine Argumentation ist, dass das Fell dichter beziehungsweise wolliger nachwächst. Ich habe feines und dünnes Haar, welches regelmäßig mit der Maschine oder Schere gekürzt wird. Nach der Theorie müsste mein Haar ja kräftiger und dichter werden. Das Haar des Menschen und das Fell eines Hundes sind erst einmal identisch.

Die Informationen über Länge, Farbe, Struktur und Wachstumsphasen liegen unter der Haut. Alles was wir als Haar sehen, ist totes Material. Keratin. Es wird nicht durchblutet, nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und hat keine Anbindung an Nerven. Deswegen tut es nicht weh, wenn wir es schneiden. Ähnlich ist es mit Krallen und Fingernägeln.

Das Haar an sich durchläuft 3 Phasen. In der Wachstumsphase schiebt es sich langsam durch die Haut. Es wächst solange, nach seinen genetischen Vorgaben. Phase ist die längste Phase.

In der Übergangsphase baut sich die Wurzel um, das Haar löst sich und wird langsam Richtung Haut geschoben. Dieses ist der kürzeste im Zyklus.

In der Ruhe- beziehungsweise Ausfallphase fallen die Haare aus und machen den Neuen Platz.

Argumente und Informationen

Zerstört man also das Fell mit der Schur? Antwort: Nein. Hunde mit Hormonproblemen oder Fehlernährungen können durchaus Probleme zeigen. Aber dieses fällt dann oft durch die Schur auf und wird nicht durch diese ausgelöst.

Das Fell verwollt. Die Unterwolle wächst schneller. Daher ist es so wichtig, den Hund vor und nach der Schur entsprechend zu Pflegen. Man könnte es mit einem Rasen vergleichen. Wenn man diese immer nur mäht und niemals vertikutiert, dann wird dieser vermoosen und nicht mehr nach Rasen ausschauen.

Das Fell wächst nicht mehr so schön nach. Es hat ewig gedauert bis es nachgewachsen ist. Hier kommt der Haarzyklus ins Spiel. Wenn man das Haar am Ende der Wachstumsphase erwischt, dann dauert es durchaus länger. Doch auch hier wird das Fell wieder nachwachsen und sich weder in Farbe noch Struktur verändern. Vorausgesetzt der Hund ist gesund.

Sonnenbrand zerstört die Follikel, Clipperalopezie und Haarausfall sind Folgen der Schur? So oft wie ich schon schwersten Sonnenbrand an den Beinen hatte, dürfte dort kein Haar mehr wachsen. Leider ist dieses nicht der Fall. Es wäre ja auch zu schön. Davon abgesehen, werden Hunde – welche richtig behandelt werden – nicht bis auf die Haut geschoren. Es ist immer noch genügend Fell vorhanden, welches vor Sonne, Regen, Dreck und co schützt. Die Haut ist zwar dünner, aber ich habe ehrlich gesagt noch keinen Hund kennengelernt, der einen Sonnenbrand hatte.

Clipperalopezie ist ein Thema. Allerdings zeigt hier die Erfahrung, dass es sich um ungepflegte Maschinen handelt. Meist sind die Scherköpfe stumpf. Die Köpfe werden nicht geölt. Während der Arbeit wird der Scherteil nicht gekühlt oder gewechselt. Ungepflegte Maschinen reißen eher, als dass sie schneiden. Ein ausgerupfter Follikel kann keine Haare mehr nähren und damit bilden. Dies ist ein Hauptproblem. Allerdings tritt es auch eher bei denen auf, welche sich einfach mal eine Maschine nehmen und diese nicht ordentlich pflegen.

 

 

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