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Überforderung in der Tierbetreuung

Der Stallbesitzer steht plötzlich ohne seinen einzigen Angestellten da, weil der etwas anderes gefunden hat. Vielleicht war dieser auch nur ein Schüler, welcher nun das Studium oder die Ausbildung begonnen hat.

Ein Tierschutzhof hat eine Schwemme von Tieren und den Überblick verloren, weil er nicht Nein sagen kann.

Die Haltung eines Züchters ist so aus dem Ruder gelaufen, dass diese sich nicht mehr kümmern können oder gar wissen welches Tier zu wem gehört. Einfach nur, weil die Tiere kein Zuhause gefunden haben oder er sie dann doch nicht abgeben konnte.

Dann gibt es noch die Tiere, die ein anderes Verhalten zeigen, als man es erwartet hat. Oder bemerkt, dass der Aufwand um einiges höher ist. Vielleicht auch beides zusammen.

Hand hoch. Wer war als Tierhalter nicht schon einmal selber situativ mit seinen Tieren überfordert? Sei es in der Betreuung, in der Pflege oder gar generell. Es kann einem selbst einmal gesundheitlich nicht gut gehen. Gründe gibt es viele.

Man darf auch mal schwach sein

Es ist keine Schande. Man muss sich seine Schwäche nur eingestehen. Wer Hilfe sucht, wird sie in der Regel bekommen.

Mir geht es dort nicht anders. Ich habe auch Tage, an denen ich einfach nicht kann. Dann muss meine Familie einspringen und die Aufgaben übernehmen. Es gibt auch Tage, da fühle ich mich nur in bestimmten Begegnungen nicht wohl. Diesen kann ich dann durchaus aus dem Weg gehen. Es gibt aber ebenso die Tage, da habe ich einfach keine Zeit, weil ein Termin den nächsten jagt.

Was passiert, wenn man eine Überforderung feststellt? Gerade dann, wenn diese noch am Anfang ist. Der Halter des Tieres es selber noch nicht so sieht? Im Grunde hat man nur zwei Optionen. Zum einen kann man seine Hilfe anbieten. Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Menschen sich schämen und dieses Ablehnen. Sicherlich kann man dranbleiben. Ob es was nützt, wer vermag es zu sagen. Zum anderen bleibt dann immer der Weg über die Behörden. Diese können mit Auflagen den Menschen helfen. Niemanden ist es daran gelegen ein Tier aus der Familie zu nehmen, wenn es nicht sein muss.

Es ist wie bei Kindern. Erst bekommt man Hilfe angeboten, dann kommt es zu Auflagen und wenn das nicht fruchte, werden die Kinder der Familie entnommen. Bei Tieren ist es ähnlich gelagert. Gut es gibt Ausnahmen, aber da ist es schon dramatisch und das Wohl des Lebewesens massiv gefährdet.

Natürlich kann die Auflage sein, die Anzahl der gehaltenen Tiere zu reduzieren. Dies hat dann seine Berechtigung. Aber der Halter kann selbst entscheiden, welche Tiere er wohin gibt.

Was aber wenn – wie im Fall Chico – der Halter körperlich gar nicht mehr in der Lage ist, sich adäquat um sein Tier zu kümmern? Hier können professionelle Dienstleister durchaus helfen. Diese arbeiten nicht umsonst und möchten bezahlt werden. Wenn die Familie oder Freunde nicht helfen können, ist es oft die einzige Möglichkeit. Sei es der Tierfriseur, der die Fellpflege übernimmt. Ein Tierpfleger, der Käfige oder Toiletten putzt und die Tiere mit Futter versorgt. Der Gassigänger, der das Tier abholt und wieder zurückbringt.

Wenn das Püppchen mit der Dogge

Wie im Fall Chico gibt es immer wieder Halter von großen Hunden, denen man es eher nicht zutraut, den Hund in einer Gefahrensituation zu handeln. Wenn in so einem Fall nicht die Umwelt schon vorher Rücksicht nimmt, mag man sich nicht ausmalen, was passieren kann. Persönlich bin ich in solchen Fällen immer in einem Zwiespalt. Zum einen möchte ich nicht dabei seien, wenn mal was passieren sollte. Auf der andren Seite tut mir das Tier leid. Im Grunde muss man solche Fälle, der Prävention wegen, melden. Leider hat der Fall Chico ebenso gezeigt, dass Meldungen in der Schublade verschwinden oder gar nicht erst an die richtigen Stellen weitergeleitet werden. 

Wichtig ist es dennoch, dass die Behörden von dieser Haltung erfahren. Am besten wirklich schon bevor etwas schwerwiegenderes passiert. Eine Prävention ist immer besser als der Schaden, selbst wenn man diesen nicht persönlich hat. 

Prävention ist immer ein guter Anfang

Wenn ihr also feststellt, dass ihr mit eurem Tier oder mit der Haltung im Ganzen überfordert seid, dann fragt nach Hilfe. Es gibt viele Möglichkeiten und Wege. Eine Eskalation einer Situation ist nicht nötig. Seht ihr, dass ein Halter überfordert ist – oder ihr habt den Anschein oder glaubt es – dann sprecht diese Menschen ruhig einmal an. Wenn sich nichts ändern sollte, könnt auch ihr euch Hilfe, zum Beispiel, beim Tierschutz oder gar bei den Behörden suchen. Habt keine Scheu. Besser ist es früh zu reagieren, als später in der Zeitung zu lesen, was passiert ist und zusagen ich habe es kommen sehen.

 

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