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Wenn die Unterwolle zum Problem wird

Der Frühling kommt. Hunde und Katzen fangen an zu fusseln. Wo sie stehen, laufen oder liegen, findet man gefühlte Tonnen von Haaren. Der Staubsauger ist im Dauereinsatz. 

Ist es bei Ihnen ebenso? Herzlichen Glückwunsch, der Fellwechsel ist wieder da. Jetzt stellen sich viele Menschen die Frage: Wie werden ich Herr der Situation? 

Mit einer Beratung im Zoofachmarkt kommen Sie mit Sicherheit mit einem Unterwollekamm nach Hause. Besuchen Sie einen Hundefriseur, wird es eine Slickerbürste sein. Nur mit Glück wird man einen Unterwollerechen empfehlen. 

Welches Werkzeug ist jetzt das richtige? Ich persönlich rate – je nach Felltyp – zu einer Slicker- oder Universalbürste, einem Kamm und einem Unterwollerechen. Für kurzhaarige bieten sich durchaus Pflegehandschuh oder Gummibürste an.

Schauen wir uns einmal die Werkzeuge genauer an...

 

Unterwollekamm

Der bekannteste Vertreter und der erste dieser Art den – glaube ich – jeder kennt, ist der Furminator. Inzwischen gibt es viele »nachbauten« in allen Preisklassen. 

Im Zoofachhandel wird dieser gern für jedes Fell empfohlen. Das Original gibt es ja in zwei Versionen. Damit muss es dann schon für kurzhaarige und langhaarige Felle passen. 

Leider ist es nicht so. Dieses Werkzeug ist nur für kurzes Fell mit Unterwolle geeignet. Die Langhaarversion ist nicht anders aufgebaut und maximal für einen Labrador nutzbar. Mops, Puggle, Beagle und Co könnte man mit einem Unterwollekamm versorgen. Jedes andere Fell nimmt Schaden, wenn man es mit einem solchen Kamm behandelt.

Zu oft mit diesem Kamm arbeiten darf man ebenso nicht. Dies bringt ebenfalls Problem für Fell und Haut mit sich. Ein Einsatz im Fellwechsel kann bei kurzhaarigen Rassen die Arbeit erleichtern. Zweimal im Jahr ist so gesehen kein Problem. Zwischen den Fellwechseln biete sich eine regelmäßige Pflege mit einem Gummistriegel oder einem Pflegehandschuh behandeln

Es gibt Hundefriseure, welche diese Art von Werkzeug am liebsten verbieten würden. Andere - und deren Meinung schließe ich mich an - finden, dass eine bessere Schulung der Verkäufer im Zoofachhandel ganz gut tuen würde und das es generell mehr Aufklärung bedarf. Es ist wie mit jedem Werkzeug: Es ist nur so gut, wie derjenige der es anwendet. Für beistimmte Felltypen hat der Unterwollkamm durchaus seine Berechtigung. 

 

Unterwollerechen

Früher hat man an dieser Stelle den CoatKing empfohlen. Dieser sollte die Unterwolle heraus nehmen. Hier darf man nicht vergessen, dass der King aus Klingen besteht, welche schneiden. Der Einsatz von diesem Gerät liegt an einer anderen Stelle der Fellpflege.

Dem einen oder anderen Leser könnte der Begriff »Schäferhundharke« etwas sagen. Dies ist ein Namen, mit dem der Unterwollerechen seinen Einzug in die Fellpflege feierte. Wenn man die Versionen von damals und heute vergleicht, dann freut man sich über die Weiterentwicklung. Ich persönlich mag die rotierenden Zinken, welche ein effektives Arbeiten verstärken. 

Halter langhaariger Hunde und Katzen sollten unbedingt einmal einen Rechen ausprobieren. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich schon erstaunte Blicke hatte, wenn ich das Gerät vorgestellt habe. Selbst bei dem eben erst gebürsteten Schäferhund kam noch Wolle heraus. Faszinierend ist es durchaus, wenn das Fell eines – wirklich sehr schön – gepflegten Berner Sennenhundes durch den Raum fliegt. Dies nach nur wenigen Bürsenstrichen mit dem Rechen. Um ehrlich zu sein, ich mag diese großen Augen und es freut mich immer wieder, wenn ich Menschen die Arbeit in der Fellpflege erleichtern kann.

In der Praxis meiner mobilen Groomertätigkeit ist mir der Unterwollerechen ein guter Partner in der Werkzeugtasche geworden. Besonders in der Zeit des Fellwechsels. In der heutigen Zeit ist es nötig, die Unterwolle häufiger auszubürsten. Denn das Leben der Hunde hat sich unserem angepasst. Diese halten sich nicht mehr auf dem Hof, sondern mit uns in Wohnungen. Sie benötigen die Unterwolle so nicht mehr und werfen diese das ganze Jahr ab. 

 

Bürsten, Kämme, Striegel und Co

Der Markt der Werkzeuge ist groß und unübersichtlich. Häufig ist nicht einmal die Unterwolle das Problem der Hundehalter. Labradorhalter werden wissen, worauf ich hinaus will ...

Einen Labrador (zum Beispiel) braucht man praktisch nur anzuschauen und man sieht die Deckhaare rieseln. Dieses wird man mit einem Rechen oder einem Kamm für die Unterwolle nicht lösen können. An dieser Stelle wird dann oft nach einer Schurr gefragt, aber dieses löst das Problem nicht. Man sieht die kürzeren ausfallenden Haare nur schlechter. 

Ich habe an dieser Stelle sehr gute Erfahrungen mit Gummibürsten und Striegel gemacht. Aber auch Duschen samt Ausföhnen hilft, die Haare aus dem Fell zu bekommen. Es geht mit einem normalen Handfön, es dauert allerdings etwas länger. Ein Blower hat mehr Power und es fliegt alles aus dem Fell, was nicht fest ist. Dabei ist das Gerät leider entsprechend laut. Viele Hunde finden es deswegen – und wegen des Luftstromes – unangenehm. Mit etwas Übung und einer fachgerechten Desensibilisierung ist es meist schnell gelöst.

Um die Unterwolle sicher auszubürsten braucht es Vorarbeit. Mit einer Slicker- oder Universalbürste sollte man sich auf die Suche nach Verfilzungen und Kletten machen. Ein Kamm kann diese Prozedur unterstützen. Je nach Zustand des Felles kann man einen Detangle (Entfilzerspray) als Kämmhilfe nutzen. Manche Stellen muss man durchaus mit einem Entfilzungsmesser vorsichtig aufschneiden. Bei dieser Prozedur wird schon einiges an Fell rauskommen. Danach geht man mit dem Rechen so lange durch das Fell, bis nichts mehr zu holen ist. Das dauert durchaus recht lange, besonders wenn man diese Prozedur nicht regelmäßig macht. Ich persönlich gönne dem Hund anschließend gern ein Bad. Das muss man aber nicht tun. Während des Bades kommt gern noch mal etwas Fell (besonders das lose Deckhaar) raus, genauso wie beim anschließenden Trockenföhnen. Im Anschluss noch einmal bürsten und kämmen. Fertig. 

 

Wie oft muss man die Prozedur machen und schadet das Baden nicht? 

Ich persönlich halte es mit meinen Hunden so, dass sie wöchetnlich mit Kamm und Slickerbürste bearbeitet werden. Hier geht es in der Hauptsache darum, dass Fell frei von Filz und Kletten zuhalten. Im Nebeneffekt haaren sie weniger und das Fell ist gepflegter. Durch diese Regelmäßigkeit sind die Einheiten in der Woche recht kurz. In nicht ganz einer Stunde kämme ich die beiden Hunde und unsere Katze.

Einmal im Monat wird etwas gründlicher gebürstet. Da geht es in die Tiefe und ich schau durchaus mit dem Rechen nach der Unterwolle. Je nach Wetterlage wird gebadet und die Pfoten ausgeschnitten. Mit dem richtigen Shampoo kann man seine Hund durchaus auch einmal die Woche baden. Gerade bei Rassen wie Mops und auch der Labrador macht es durchaus Sinn, die losen Deckhaare werden effektiv, gut und schnell angegangen. Hier sollte man sich allerdings wirklich ein mildes Shampoo und am besten ein reines Naturprodukt ohne große Zusätze gönne. Diese sind etwas teurer, aber die Haut wird dankbar sein.

Alle zwei bis drei Monate gibt es das »volle Programm«. Dies sind die oben beschriebenen Schritte. Hier wird spätestens solange mit dem Rechen gekämmt, bis keine Wolle mehr rauskommt. Danach gibt es definitiv ein Bad. Zu diesem Zeitpunkt werden dann auch Konturen nachgeschnitten, die Pfoten ausgedünnt und ganz eventuell, im Sommer, dass Deckhaar mit der Schermaschine gekürzt. 

Damit haben wir dann das nächste Thema angekündigt: die Sommerschur – ja, nein, wie und warum. Der Artikel wird nächste Woche kommen ...

 

Ein kleines P.S. am Ende

Die Wahlgruppe mit ihren Linie Moser Animalline bietet für den Handel Produktschulungen an. Natürlich beziehen sich diese auf die eigenen Produkte, welche mir persönlich aber recht gut gefallen. Ich selbst durfte so eine Schulung - vielleicht etwas angepasst in ein richtiges Seminar mit Franziska Knabenreich - ja erleben und kann nur sagen, es lohnt sich. 

Im privaten Haushalt - oder auch im kleinen Rahmen für den Handel - stehe ich gern beratende zur Seite. Ich erkläre Ihnen gern und individuell an Ihrem Tier, welche Groomingtools geeignet und nötig sind. Im Grunde kann man mit zwei bis drei Werkzeugen den ganzen Hund ordentlich pflegen. Alles andere gehört dann schon zur Kür. 

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