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Hunde werden immer älter - Die Seniorenhunde

Wer mir folgt, der weiß, dass meine Tiere alle schon etwas älter sind. Hier kann man sich also immer auf neue Herausforderungen einstellen. Genauso oft wird man von leichtere oder schwerere Entscheidungen gestellt. Sei es in der Ernährung, in der Pflege oder in der Gesundheitsvorsorge, überall warten Veränderungen.

Ich persönlich finde diesen Lebensabschnitt gerade spannen, aber auch erschreckend und ängstigend. Es gibt Tage, da bin ich sogar froh, wenn mir jemand die Entscheidungen abnimmt oder auch nur das Tier. Es kann sehr anstrengend sein, wenn man nachts regelmäßig geweckt wird. Es ist nicht schön, wenn der Hund einen schlechten Tag hat und mehr stolpert, als läuft. Aber es ist eine wundervolle, sehr intensive Zeit, die ich auf keinen Fall vermissen wollen würde.

Aber welche Herausforderungen können so auf einen hinzukommen? Lest einfach weiter. 

Die Gesundheitsvorsorge

Je älter die Hunde werden, desto eher zeigt sich das eine oder andere Zipperlein. Bei unseren Monstern ist es nicht anders. Dafür haben sie aber alle für ihr Alter schöne Blutwerte.

Das Blut sollte durchaus - ab etwa 7 Jahren - regelmäßig untersucht werden. Diese kann man einmal im Jahr als jährlichen Check einplanen. Aber auch gute Blutwerte können täuschen. So zeigt sich die Leber erst sehr spät in den Blutwerten krankhaft. Allerdings hat man durchaus immer mal keine Anzeichen, die darauf hinweisen. Manchmal sind Werte auffällig, aber sie passen nicht in ein klinisches Krankheitsbild. Hier sei die Schilddrüse genannt. Leider ebbt der Trend immer noch nicht ab, schon bei Werten im unteren drittel - anhand eines einzigen Blutbildes - die Schilddrüse substituieren zu wollen. Oft ist die Schilddrüse dann aber nicht der Auslöser, sondern durchaus eine fehlerhafte Fütterung oder tatsächlich die Leber.

Wer möchte - und selbst wenn ich es nicht mache, wäre es es im jährlichen Check anzuraten - kann eine Ultraschall von den inneren Organen machen. Hier sieht man die eine oder andere Veränderung durchaus um einiges früher. Man kann eher eingreifen, bevor sich das Organ wirklich krankhaft zeigt. Ein Ultraschall ist zwar mit dem Verlust von Fell verbunden, aber das Fell wächst auch wieder nach. Vielleicht kann man solche Termine in den Sommer legen, dann hat es direkt noch einen positiven Effekt in der Wärmeleitung.

Die Zähne sind bei älteren Hunden ein Problem. Wer - wie wir - das Putzen nicht von klein auf an geübt hat, kommt dann durchaus an Grenzen. Wenn der Hund dann - wie mein Große - extrem zu Bildung von Belegen neigt, hat irgendwann den Kampf verloren. Es kommt der Tag, dass eine Zahnreinigung unter Narkose gemacht werden muss. Wir haben dort sehr schlechte Erfahrungen gemacht und hatten wirklich Angst, diesen Schritt noch einmal zu gehen. Aber mit den richtigen Tierärzten, die sich auch mit der Palliativmedizin beschäftigen und sich damit auch mit Senioren auskennen, bekommen das gut hin. Das muss ich unserer Tierarztpraxis seit dem gestrigen Tag neidlos zu gestehen. Sie haben mir nicht nur versucht die Angst vor dieser Entscheidung zu nehmen. Sie haben alle Untersuchungen und Unterstützungen geboten, damit der Hund eine gute Narkosefähigkeit hat und sie haben die Narkose so gut dosiert, dass mein Hund früher als erwartet abgeholt werden konnte. Gut das hatte auch Gründe in seiner Demenz und Panik die er dort in der Praxis hatte, dass man der Meinung war, dass Herr Hund zu Hause besser aufgehoben ist.

In der Gesundheitsvorsorge liegt es auch an uns Menschen, dass wir auf die Schmerzreaktionen unserer Tiere achten und diese Zustände ernst nehmen. Die Gabe der Medikamente nimmt im Alter definitiv zu. Seien es bei Bedarf Schmerzmittel. Oder Mittel zur Erhöhung der Herzleistung, zur Entwässerung, zur Durchblutungsförderung oder was auch immer noch auf eine zukommen mag. Gerade bei Schmerzen im Bewegungsapparat sollte man den Gang zur Physiotherapie immer in Erwägung ziehen. 

 

Ernährung

Die Ernährung von Senioren verändert sich auch. Sie werden gemütlicher und brauchen damit deutlich weniger Energie. Der Stoffwechsel verlangsamt sich noch einmal zusätzlich. Viele greifen auf ein Seniorenfuttermittel zurück. Das braucht es gar nicht. man kann einfach die Futtermenge verringern.

Persönlich - und damit habe ich meinen Hunde wohl einen großen Gefallen getan - habe die Ernährung schon umgestellt. Sie bekommen zwar immer noch ein Dosenfutter, aber eben auch frisch und gekocht. Hier achte ich auf nur sehr wenige Punkte. Ein Punkt ist Fett.

Fett wird im Leberstoffwechsel verarbeitet. Was auch bedeutet, dass es die Leber eben belasten kann. Wenn man sich nun an einer geringeren Fettmenge orientiert tut man dem gesamten Organismus einen Gefallen. Es werden im Stoffwechsel weniger Giftstoffe produziert, welche wieder abgebaut werden müssen. Das schont auch die Niere.

Ein weitere Punkt auf den ich achte wäre Protein. Hier entlaste ich zum einen die Bauchspeicheldrüse, aber auch das Darmbiom. Von den Proteinen ernähren sich in der Hauptsache die pathogenen Keime, die bei einer Übersiedelung zu Problemen führen können. Zu viel Protein und die damit verbundene Dysbakterie kann zu Entzündungen im Darm führen oder zu dem sogenannten Leaky Gut Syndrom. In dessen folge kommen weitere Probleme und das ganze wird zu einem Dominoeffekt. Bei jüngeren Hunden ist dieser Zustand schon nicht so toll, aber bei älteren ist es durchaus richtig fies.

Um den Darm im Ganzen zu unterstützen braucht es Ballaststoffe und gute Bakterien. Ich greife dafür sehr gern auf angesäuerte Milchprodukte zurück. Diese kombiniere ich sehr gern mit Haferflocken zum Beispiel. Das ergibt einen guten Snack. Dazu gibt es einmal im Jahr - bei Bedarf, wie einer Antibiotikakur, öfter gezielt Nahrungsergänzungen mit Bakterienkulturen dazu.

Nahrungsergänzungen sind ja gerade in aller Munde. Ich selbst bin manchmal überrascht, was manche Menschen alles geben, um ihren Hund zu Unterstützen. Ich persönlich habe mich da auf zwei große Gruppen beschränkt: Kräuter und Heilpilze. Auch konzentriere ich mich immer auf das wichtigste in der Ergänzung. Egal was ich gebe, wenn es nicht als Therapiezusatz gesehen wird, wechsle ich nach 4 Wochen. Als Therapiezusatz tausche ich bei den Kräutern dann die Mischungen. So setzt kein Gewöhnungseffekt ein. Ansonsten gibt es im Zweifel bei hohem Frischeanteil eine Vitamin- und Mineralstoffmischung bei. Auch hier achte ich auf eine entsprechende Dosierung, so dass es nicht zu viel, aber auch nicht viel zu wenig wird. Wann etwas schiefläuft, sieht man meist zuerst im Fell und an der Haut.

 

Fellpflege

Auch hier ändert sich das eine oder andere. Bei uns ist es der Feyd, bei dem zum Beispiel die Unterwolle schneller an der Haut verfilzt. Hier hilft nur noch häufiger kämmen, um dieses zu verhindern. Es liegt einfach daran, dass sich die alte Wolle und auch das alte Deckhaar schwerer aus der Haut löst, aber das neue Haar aus selben Follikel schon durchschiebt. Es ist nix schlimmes. Mit etwas Technik ist es schnell erledigt. Allerdings gibt es dort auch das Problem, dass Hund nicht mehr so lange stehen kann.

Vieles geht im liegen, wenn Hund es kennt. Eventuell kann ein "Galgen" mit entsprechenden Bauchgurt unterstützen. Ansonsten hilft nur kurze Termine/Zeitspannen. Ostern ging es bei uns auch mal hier 5 Minuten und mal dort 10 Minuten. Insgesamt habe ich bei meinem Senioren dann 3 Tage gebraucht bis er komplett fertig war. Also Bürsten und Unterwolle raus, Duschen und Blowern und danach scheren - ja ich schere, weil es deutlich schneller geht und dem Fell nicht schadet.

Bei Hunden die gezupft (getrimmt) werden müssen ist es fast noch lustiger. Hier muss ich mich manchmal wirklich wundern. Da wird an dem Fell nichts mehr gemacht, weil der Hund einen Sonnenbrand bekommen könnte. Gut es sah lustig aus, aber das Fell ließ sich ganz leicht zupfen und das Fell darunter war schön dicht. Andere nehmen einfach die Maschine und scheren ab, ohne erst einmal zu probieren, ob man vielleicht trimmen kann. Auch hier kann man den Hund auf die Seite legen oder mit einem Bauchgurt unterstützen. Wenn der Hund es zulässt, geht sogar Vakuumgroom mit der Trimmmaschine - welche ich ja besitze. Auch ewig rieselnde Rassen kann man gut mit der Hand oder der Maschine trimmen und so den herumfliegenden Haaren den Kampf ansagen, genauso wie mit dem Blower auspusten.

Allerdings muss man bei älteren Hunden vorher durchaus einen Blick auf die Haut und unter das Fell werfen. Hier möchte ich auf Warzen hinweisen. Viele Hunde bekommen diese im Alter. Sie sind nicht unbedingt schlimm und können durchaus wieder verschwinden - man kann sie gut alternativ behandeln - aber es tut dem Hund halt weh, wenn man da reinschneidet oder beim Bürsten diese aufkratzt. Mein Hund hat momentan drei Warzen. Zumindest die, die ich bisher in seinem dichten Pelz gefunden habe und die beachtet werden müssen.

Manchmal werde ich auch das Gefühl nicht los, dass die Haut bei den Senioren generell empfindlicher wird und Pflegearbeiten unangenehmer werden. Das muss man einfach etwas beachten und bei der Pflege berücksichtigen. 

 

Fazit bei den Senioren ...

Im Grunde ändert sich nicht viel und man muss eigentlich auch nicht zu viel beachten. Nur gut beobachten sollte man seinen alten Hund. Vieles kommt schleichend und man bekommt das Gefühl es ist plötzlich alles anders. Es ist anstrengender, aber auch schöner. Man kann vieles ausgleichen.

Mein Rat: Genießt diese Zeit. Lebt jeden Tag gemeinsam, als wenn es der letzte wäre. Es kann so schnell vorbei sein. Baut euch schon früh Rituale und schafft eine gemeinsame Entspannungszeit. Zum Entspannen hat sich gezeigt, dass man dort durchaus Gerüche, Farben und Geräusche gut etablieren kann. Das verschafft durchaus noch eine tiefere Entspannung. Wie es bei uns gerade ausschaut, während ich gemütlich auf dem Sofa sitze und diesen Text schreibe, zeige ich euch später auf Instagram. Wenn ihr Fragen habt, dann kontaktiert mich. Auf Facebook werde ich den Artikel teilen, dort kann dann gerne auch diskutiert werden.  

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