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Was wenn der Hund das Futter plötzlich nicht mehr verträgt?

In der Regel sucht der Halter dann eine neue Proteinquelle und hofft darauf, dass diese dann gut ist. Meist geht es dann eine Zeit lang gut, bis das Spiel von vorne losgeht. Mir begegnet es fast täglich. Wenn es dann gesundheitliche Folgen hat, werden Blut oder Speicheltest auf Allergien gemacht. Dies sind leider nicht immer aussagekräftig. Bioresonanz - ein wirklich interessantes Diagnosemittel - wird gemacht, welches aber auch immer nur ein Hinweis ist. Auf die Frage, ob einmal eine vernünftige Ausschlussdiät mit Provokation gemacht wurde, erfolgt oft die Antwort nein. Ebenso auf die Frage, ob man mal bei einem Dermatologen war.

Die Lösung könnte im Grunde sehr einfach sein.

 

Beginnen wir mit einer Ausschlussdiät ...

Anders als die weitläufige Meinung, vertrete ich die Ansicht, dass es durchaus zu einem Mangel an Nährstoffen - besonders bei den Vitaminen und Mineralien - kommen kann. Besonders dann, wenn konsequent zwölf Wochen auf eine entsprechenden Ausgleich verzichtet wird. Es wurde bereits nachgewiesen, dass bei erwachsenen Hunden nach vier Wochen Mängel ersichtlich sind. Bei Welpen und Junghunde reichen da sogar schon zwei Wochen aus.

Gern wird gesagt, dass man es 12 Wochen durchhalten muss, damit der Darm sich regeneriert. Auch das sehe ich etwas anders. Wenn ich einseitig ernähre, können sich die Darmbakterien und Hefen im Darm nicht entsprechen anpassen. Sie werden sich weiterhin verschieben und Probleme verursachen. Meiner Meinung nach macht eine Ausschlussdiät nur wirklich sind, wenn ich auch das Darmbiom, die Leber und die Bauchspeicheldrüse direkt mit unterstütze.

Ich habe wirklich sehr gute Erfahrung gemacht, wenn ich mit einer fett- und proteinreduzierten Diät mit angesäuerten Milchprodukten und milchsauren Gemüse (zum Beispiel Sauerkraut) starte. Hier kann ich natürlich schauen, dass ich Nahrungsmittel verwende, die der Hund noch nicht vorher bekommen hat. Da gibt es meist auch etwas, dass man regional leicht bekommen kann. Manchmal sogar in sogenannten Reinfleischdosen oder veterinärmedizinischen Singelproteindosen.

Ja man kann auch mit Fertigfuttermitteln arbeiten. Das wird zwar immer verneint und als funktioniert nicht abgetan. Aber ich kann sagen, es funktioniert. Der Vorteil bei den veterinärmedizinischen Diäten ist sogar, dass sie ausgewogen minimalisiert sind. Es gibt inzwischen auch entsprechende Barfdiäten, die alles enthalten was der Hund benötigt. Ja auch diese werden geschmäht, weil sie schlecht wären.

Persönlich rate ich in diesem ersten Schritt - den ich maximal vier Wochen laufen lassen - auch zu Pro- und Prebiotika. Aber auch zum Einschleichen eines entsprechenden All - in - One - Ergänzungsprodukt.

Wenn die ersten vier Wochen super gelaufen sind, dann kann man beginnen, einzeln weitere Bestandteile zu zufügen. jeweils 3 Tage bis eine Woche. Warum ich die Provokationen so kurz halte? Ganz einfach, wenn eine Unverträglichkeit vorliegt, dann zeigt die sich spätestens nach 3 Tagen und liege es an dem Futtermittel hält sich diese, wenn nicht geht es wieder. Gerade bei Durchfällen kann es so viele Ursachen haben. So kommt man um einiges schneller voran und damit schnell wieder zu einer normalen Abwechslungsreichen Fütterung, die sehr gut für das Darmbiom ist. 

 

Ohne Ausschlussdiät, weil daran liegt es nicht ...

Ja auch das hatte ich schon, auf einen Hinweis auf eine Diät wegen Jucken. Man hätte ein Allergiefutter gefüttert, aber es wurde nicht besser, am Futter könne es also nicht liegen. Ähnliches mit Durchfällen und ähnlichem. Auch dort beginne ich sehr gern mit einer Diät für Leber und Darm. Auch entsprechend protein- und fettreduziert mit Pro- und Prebiotika.

In der Regel kann man auch hier nach wenigen Wochen die Rationen wieder verändern und zu seiner normalen Fütterung zurückkehren. Allerdings rate ich immer das Futter für den Darm beizubehalten, da dieser gleichzeitig die Leber schützt. 

 

Warum immer den Darm? 

Der Darm ist das wichtigste Organ - na gut nach Herz und Lunge - im Körper. Wenn dieser nicht richtig funktioniert, verursacht er im ganzen Körper Probleme. So langsam rutscht das Darmbiom - vorher Darmflora - in das Bewusstsein der Menschen. Häufig werden Sanierungen empfohlen. Noch häufiger mit dubiosen Mitteln und Ergänzungen, die im alleinigen eher nichts bringen oder nützlich sind.

Man kann mittels Frischkotuntersuchungen auf die Besiedlung schauen und dann gezielt die fehlenden Bakterien auffüllen. Im Grunde kann man auch ins Blaue schießen. Wichtig sind die guten Darmbakterien, diese wollen nicht nur aufgefüllt, sondern auch ernährt werden. Ballaststoffe sind hier sehr wichtig, aber auch Kohlenhydrate, Fette und auch Proteinen. Allerdings sollte alles in einem "richtigen" Verhältnis zu einander stehen.

Dieses Verhältnis ist ein Grund, warum ich eine 50:50 Ration bevorzuge und diese auch bevorzugt empfehle. Hier kann ich den Bedarf des Hundes durchaus sehr gut decken und habe durch den höheren Pflanzenanteil mehr Futter für die guten im Darm. Habe ich zum Beispiel viele Proteine, dann freuen sich die Clostridien. Diese können sich bei einer Verschiebung ungünstig auf den Körper auswirken und zu Blähungen und Durchfälle führen. Dieses Phänomen beobachte ich häufig bei den Hunden die mit Rationen von 70:30, 80:20 oder noch höheren Fleischanteilen gefüttert werden. Zwar wird der Hund mit allen Nährstoffen versorgt, aber es ist eben für den Darm und durchaus auch für die Leber ungünstig. Hin und wieder schwächest auch die Bauchspeicheldrüse. 

 

Was hat das alles damit zu tun, dass mein Hund plötzlich sein Futter nicht mehr verträgt?

Nun im Grunde ist es ganz einfach. Wenn ich eine Verschiebung im Darm habe, dann kann es zu weiteren Phänomenen wie einem Leaky Gut kommen oder zu Entzündungen. Es kommen größerer Stoffe in den Organismus, die in der Leber stranden, welche vorher gefiltert oder weiter verstoffwechselt worden wären. Hier kommen dann die Abwehrzellen und bekämpfen diese Stoffe. So entstehen - ganz vereinfacht - die Unverträglichkeiten, welche da noch keine Allergien sind. Sie können zu echten Allergien werden. Biete ich nun dem Körper immer neue Angriffspunkte ohne die "Mauer" zu reparieren, habe ich das Problem, dass ich immer weniger Futtermittel zur Auswahl habe und es immer und immer exotischer werden muss. Repariere ich den Darm und verschließe damit die Löcher, kann es sein, dass der Körper diese Eindringlinge wieder vergisst und ich nach einer Wartezeit - hier kommen die mindestens 12 Wochen ins Spiel - dieses wieder füttern kann, ohne das es zu Problemen kommt. Persönlich würde ich aber versuchen entsprechende Auslöser etwas länger als 12 Wochen zu meiden, damit der Körper vergessen kann. Ist es eine echte Allergie, wird der Hund wieder darauf reagieren, dann sollte man es für immer vom Plan streichen. Also am besten auch ein Tagebuch führen. 

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