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Bei Schilddrüsenerkrankungen muss man verzichten. Punkt!

Das bei einem Hund immer und alles die Schilddrüse ist und man bei einem niedrigen Wert oder einem klitzekleinen Antikörperchen direkt Hormone geben muss, daran habe ich mich ja im Grunde schon gewöhnt. Jetzt wird der nächste Trend hervorgeholt. Bei einer Schilddrüsenfunktionsstörung muss man auf bestimmte Lebensmittel verzichten.

Muss man es wirklich oder sollte man sich gerade mit einer Funktionsstörung ausgewogen und abwechslungsreich ernähren? Sollte man auf bestimmte Lebensmittel verzichten, weil sind ja nicht viele und man hat ja genügend Auswahl? Kann man dies pauschalisieren oder sollte man dann doch eher individuell schauen? Was ist mit dem Rest vom Leben? 

 

Die Schilddrüse das Reaktionsorgan

Wer mich kennt, der weiß, dass ich zu einer ordentlichen Diagnostik mittels Ausschluss rate. In vielen Fällen, wo der Rat gegeben wird, die Schilddrüse zu untersuchen, frage ich mich nach dem Warum. In vielen dieser online beschriebenen Fällen - wo es zu dem Rat kommt - kann ich schon im Vorfeld sagen, dass die Werte isoliert betrachtet auffällig sein werden. Selbst wenn man das ganz Profil nimmt, wird man auf eine auffällig Schilddrüse stoßen, welche aber nicht krank sein muss. 

 

Einer der Haupfaktoren: Stress

Viele Hunde stehen unter einem enormen Stress. Häufig sind es Tiere aus dem Ausland, welche gerade in die Familie vermittelt wurden. Sie sind gerade umgezogen, sind in einer Wettkampfsaison oder der Terminkalender ist voll bis unter den Deckel. Es gibt so viel und wenn es das Futter ist, welches Bauchschmerzen macht.

Hier sollte man immer zu erst schauen. 

 

Ernährung und Verdauung, aber nicht nur

Hunde sollten ausgewogen und abwechslungsreich ernährt werden. Leider hängt es an dieser Stelle recht häufig quer. Die Futtermittelindustrie macht es uns da auch einfach. Die Auswahl an Futter jeglicher Art ist groß. Leider neigt der Mensch dazu, bei einer Sorte zu bleiben, wenn der Hund es verträgt. Das ist nicht nur eintönig, es kommt auch gern mal zu Mängeln in den Mineralien und Vitaminen. Dazu kommt, dass sich die Bakterienkultur im Darm - das Darmbiom - verschiebt und damit zu weiteren Problemen führt oder diese verursacht.

Ein Großteil der Hormonumwandlung findet nicht in der Schilddrüse statt, sondern in der Leber. Wenn die Leber nun durch ein Darmproblem schon überfordert ist, wird es automatisch auch die Schilddrüse sein.

Um die Schilddrüse erfolgreich zu unterstützen gehört eigentlich immer etwas mehr, als nur Hormontabletten. Man muss die Ursache der Funktionsstörung finden. Meist sind es bei unseren Hunden Entzündungsprozesse, ähnlich wie der Hashimoto bei uns Menschen. Von uns Menschen weiß man inzwischen, dass die Ursachen mannigfaltig sind. Zum Beispiel das Leaky Gut Syndrom - wo mit wir wieder beim Darm und der Ernährung wäre.  Nährstoffmängel und Unverträglichkeiten werden ebenso als Ursache angegeben. Dazu Dysbalancen, Entzündungen und Schwächen der Nebennieren oder der Leber. Diese Beispiele lassen sich mit einer ausgewogenen Ernährung sehr gut angehen und zu großen Teilen beheben.

Ansonsten eben ein gesunder Lebenswandel mit ausreichend Entspannung und Schlaft und Bewegung an der frischen Luft. Ob man auf eine schulmedinzische Betreuung verzichten kann, dass kommt ganz auf den Umfang der Funktionsstörung an. Manchmal ja, manchmal nicht mehr. Was man aber durchaus erreichen kann, ist eine sogenannte Remission. Ein innehalten des weiteren Abbaus und/oder Umwandlung von Gewebe. Weniger Entzündungsschübe und damit weniger Probleme. Gerade eine eine Autoimmune Schilddrüsenfunktionsstörung kann man nicht heilen, sondern nur den Verlauf verlangsamen oder gar verringern. 

 

Verzicht auf verschiedene Lebensmittel in der Fütterung?

Hier streiten sich die Geister und gelehrten. Gerade wenn es um sogenannte goitrogene Lebensmittel geht. Es gibt die aussagen, welche auf einen unbedingten Verzicht pochen, dann gibt es aber auch die aussagen, die genau zu dem Verzehr raten. Anderen raten dazu diese Lebensmittel nur gegarte zu verwenden und anderen geben zu bedenken, dass es rein rechnerisch und theoretisch ermittelt wurde und es im Grunde keine empirischen Ergebnisse gibt. Es gibt einige Gemüsesorten wie Radieschen oder Brokkoli, welche man vielleicht nicht als Rohkost geben sollten, aber gegart oder fermentiert sieht das alles schon wieder anders aus.

Jod ist an dieser Stelle auch immer ein Streitthema. Jod ist aber sehr wichtig. Ist die Schilddrüse in einem entzündlichen Prozess, macht es Sinn - und ist auch richtig - den Jodgehalt in der Nahrung zu senken. Ist die Entzündung abgeklungen, kann man diesen wieder steigern.

Die Ernährung sollte nach Möglichkeit auf "unverarbeitete" und natürliche Nahrungsmittel aufbauen. Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse sind also sehr gut. Gemischt mit fementierten Gemüse - sogenannte milchsauren Lebensmittel - und angesäuerte Milchprodukte können den Speiseplan gut ergänzen. Kräuter können zugeführt werden. Knochenbrühe und gute native Öle selbstverständlich ebenso. Wer nicht selber kochen oder zusammenstellen möchte, kann auf gute Dosennahrung oder auch Fertigbarf zurückgreifen. Auf Trockenfutter würde ich allerdings persönlich verzichten. Vermutlich würde ich auch Reis oder Nudeln als isolierte Kohlenhydrate verzichten, beziehungsweise auf die Vollkornvarianten ausweichen. Industrielle Speiseöle sind allerdings auch tabu. Verzichten würde ich persönlich auch auf Algenprodukte und häufig belastete Fische, wie Thun- oder Schwertfisch sowie Makrele, und Soja in allen Formen.

Sollte der Hund bekannte Unverträglichkeiten haben, verzichtet man auf diese natürlich auch. Genauso auf Produkte, wo man feststellt, dass es dem Hund nach der Fütterung schlechter geht oder dieser auffällig reagiert (im Verhalten zum Beispiel).

Ansonsten halte ich es wie bei uns Menschen: Feuer frei. Alles was der Hund mag und verträgt, darf auch gefüttert werden. So bunt wie möglich, damit die Nährstoffe in ausreichender Menge in den Organismus kommen und der Körper mit allem versorgt wird, was er braucht und er braucht vieles nicht nur Jod ... Wer verzichten möchte, weil er sich damit sicherer fühlt, kann es natürlich. Es schadet ja nicht, solange die Ernährung nicht einseitig wird und zu viel ergänzt werden muss. 

Dazu gibt es noch einige sogenannte Nahrungsergänzungsmittel, die die Funktion der Schilddrüse beeinflussen und das in beide Richtungen. Die Kräuter hatte ich ja schon erwähnt. Die Vitalpilze sind da noch zu nennen. Aber denke immer daran, es kann den Körper nur unterstützen, nicht heilen. Ob dein Hund eine hormonelle Therapie benötigt und in welcher Dosis kann dir nur dein Tierarzt sagen. Ich persönlich kann aber auch an der Stelle nur darauf hinweisen, andere Möglichkeiten auszuschließen. Eine reagierende Schilddrüse zu behandeln, obwohl diese gar nicht krank ist, ist genauso Mist, wie eine wirklich kranke Schilddrüse nicht zu behandeln. Lasst euch also gut beraten und versucht nicht einfach mal so, wenn ihr euch nicht sicher seid.

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