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Hilfe mein Hund hat Durchfall

Unsere Hunde haben hier und da Hundefreunde. Es sind nicht viele, denn unser Ruf ist nicht der beste. Manchmal bin ich darüber ganz froh, denn unsere Senioren sind ja nun doch manchmal etwas kauzig. Neulich abends zum Gassiaufbruch kam eine Hundefreundin gerade vom Gassi zurück. Es wurde schon direkt gesagt, dass man gerade etwas kränklich sei.

Eine Erkältung und Durchfall waren das Problem. Der Tierarzt meinte, dass da scheinbar gerade etwas umginge. Bisher hatte ich davon noch nichts mitbekommen und bei uns war der Kelch auch noch nicht angekommen. Was ich auch ganz gut finde.

Allerdings haben wir hier in der Gegend ja Menschen, welche die Hinterlassenschaften ihrer Hunde liegen lassen. Auch mitten auf dem Weg. Das ist so schon unschön, aber wenn diese dann noch mit Parasiten, Viren oder Bakterien verseucht sind, dann ist es ziemlich mies.

Was aber wenn sich der Hund nun angesteckt hat? Oder plötzlich ein Verdauungsproblem entwickelt? 

Keine Angst, Durchfall ist erst einmal nichts schlimmes ...

Diese Verdauungsprobleme haben wir auch immer mal wieder. Im letzten Jahr im Frühjahr ganz häufig und für mich ohne ersichtlichen Grund. Allerdings auch immer, wenn ich auf einer bestimmten Strecke unterwegs war. Am Ende war es wohl ein Spritzmittel welches auf die Feldwege gelangt war und über die Pfoten in den Hund kam. Das war nicht schön und so manche unruhige Nacht.

Ansonsten kommt es schon mal vor, wenn ein Futtermittel zu viel Fett enthält oder zu viele Innereien. Man wird schnell heraus bekommen, was der Hund futtertechnisch verträgt oder nicht. Dann kann man sich danach richten.

Genau genommen versucht der Körper mit der Reaktion Durchfall - genauso wie erbrechen - erst einmal etwas los werden, was der Körper nicht benötigt. Dies soll möglichst schnell geschehen. Es ist so etwas wie eine Schutzfunktion und hilft der Leber. Ebenso damit dann der Niere. Also im Grunde ist Durchfall erst einmal gut. 

 

Erste Hilfe bei Durchfall

Zu erst einmal tief durchatmen. Das beruhigt. 

Im ersten Schritt empfiehlt man immer, dass man den Hund wenigstens 24 Stunden fasten lassen soll. Also einen ganzen Tag nichts zu fressen geben. Trinken dahin gegen sollte er dafür um so mehr. Ich persönlich differenziere an dieser Stelle immer sehr gerne. Mag der Hund nichts fressen, super. Will der Hund etwas fressen und bettelt er danach oder sucht gar nach essbaren? Wenn ja, dann kann und sollte getrost Schonkost zu fressen anbieten.

Hunger macht Stress und das belastet den Körper noch einmal zusätzlich und kann im schlimmsten Fall in einer Gastritis enden. Das wird dann tatsächlich zu einem Problem.

Zur Schonkost gibt es ebenso verschiedenen Meinungen. Hat der Hund nur Durchfall und ist im Allgemeinbefinden nicht gestört, gibt es bei uns durchaus Hühnchen als leichtverdaulich Proteinquelle und (ja ich gebe) Reis. Der Reis sollte lange kochen und schon matschig sein. Reis bindet durchaus Wasser. Das ist ja beim Stoppen vom Durchfall erwünscht. Reis bindet  also Flüssigkeiten im Darm. Das bedeute der Hund sollte eher Trinken. Wenn ich den Reis jetzt sehr matschig koche, enthält er schon mehr Flüssigkeit. Damit bekommt der Körper diese zusätzlich und das was im Darm gebunden wird, gleicht sich aus. Dazu kommt gute Nahrung aus dem Reis für die guten Darmbakterien, welche in dieser Zeit unterstützt werden sollten. Statt Reis kann man auch Kartoffeln nutzen. Kartoffelbrei mit Wasser hergestellt und kalt werden lassen, sind für den Hund wundervoll.

Geht der Durchfall mit Erbrechen einher, ist meist das Allgemeinempfinden mit gestört. Hier muss man sich entscheiden. Direkt zum Tierarzt oder abwarten. Möchten man abwerten, hat sich hier die Moro Karottensuppe (Morosche Suppe oder Morosuppe) bewährt. Hier werden Karotten sehr lange einfach nur gekocht und dann püriert. Das genaue Rezept ist im Internet zu finden. Hier beginnt man mit einem Löffel. Bleibt dieser im Hund, gibt man eine kleine Portion. Nach einem Tag, so die Suppe im Hund bleibt, kann man diese Suppe mit Schonkost erweitern. Auch hier langsam beginnen und schauen.

Wichtig ist generell nur kleine Portionen und dafür ruhig 5 - 6 über den Tag verteilt füttern. 

Im Normalfall sollte der Durchfall sich in wenigen Tage verabschieden. Tut er es nicht, sollte man einen Tierarzt aufsuchen und sich gemeinsam auf die Suche nach der Ursache gehen. Ist es ein blutiger Durchfall oder habt ihr einen Welpen bzw. ein krankes oder altes Tier, macht bitte keine Experimente und geht sofort zu eurem Tierarzt. Hier sei Parvo zu erwähnen. Dieses kann auch bei älteren und geimpften Tieren auftreten. Für Welpen meist tödlich, für ältere Hunde aber auch kein Zucker schlecken. Könnte euer Hund etwas aufgenommen haben und ist vom Allgemeinbefinden sehr verändert bis apathisch ist ein Besuch in einer Klink die beste Alternative, egal zu welcher Urzeit, da konnte eventuell auch eine Giftaufnahme die Ursache sein. 

 

Ursachen für Durchfall

Wie schon erwähnt, ist Durchfall erst einmal ein Reinigungsprozess, mit dem der Körper etwas loswerden möchte. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, die ich hier kurz einmal ansprechen möchte. 

Dysbakterie ist meiner Erfahrung nach die häufigste Ursache. Leider auch eine, die gar nicht so bekannt ist und welcher wenig Beachtung geschenkt wird. Der Darm besteht aus einer Besiedlung von verschiedenen Kleinstlebewesen - dem Darmbiota. Früher wurde das Biota auch gern als Flora bezeichnet. Noch heute heißen die Test für eine Dysbakterie als Darmfloratest bezeichnet. Die Ursachen in diesem Bereich sind häufig die Ernährung und Medikamenten. Das Medikamenten - besonders Antibiotika oder Antiparasitära - einen Einfluss auf den Darm haben ist in der Regel bekannt. Bei der Ernährung wird es schon problematischer. Eine hohe Gesamtmenge an Proteinen bei gleichzeitig niedrigem Anteil von Kohlenhydraten kann zu einer Verschiebung kommen. Hier werden die Clostridien erhöht und die gute Latco´s und Bifido´s verringert. Gerade wenn man einen sehr hohen Fleischanteil füttert, kann dieses vorkommen. Diese Problematik bringt uns zum nächsten Organ ... 

Die Leber als Entgiftungsorgan ist sehr beschäftigt. Leider ist es so, dass dieses Organ gern mal überfordert ist und das bedeutet nicht, dass es krank ist. Bis die Leber wirklich krank ist, dass wir es zum Beispiel in einem Blutbild wirklich sehen, dauert es wirklich sehr lange. Wenn aber der Darm ein Problem hat, dann muss die Leber mehr arbeiten. Hier wäre das Leaky Gut Syndrom zu nennen. Der löchrige Darm lässt mehr Schadstoffe durch, die gefiltert werden muss. Hier kommen neben gelegentlichen Durchfällen aber auch gern Hautprobleme dazu. 

Unverträglichkeiten und Allergien sind ein weiterer Grund von Verdauungsproblemen. Echte Allergien sind da doch eher selten, kommen aber vor. Meist sind es Unverträglichkeiten, welche durch ein gestörtes Darmbiota und einem daraus folgenden Leaky gut Syndrom entstehen. Ein zeitweiser Verzicht auf das entsprechende Lebensmittel kann die Ursache dann schon auf Dauer beheben, so dass man es später wieder füttern kann. An dieser Stelle sein eine konsequente Ausschlussdiät über einige Wochen, mit anschliessender Provokation genannt. Allerdings können auch Unverträglichkeiten auftreten, welche sich auf bestimmte Nahrungsbestandteile richten. Meine Hunde kommen zum Beispiel mit hohen Fettmengen nicht zurecht. Sie bekommen Fett nach ihrem Bedarf (so das dieser gedeckt wird) und das ist völlig ausreichend.

Entzündungen des Darms aber auch im Bereich des Magens können zu Durchfall führen. Dieses ist dann ein längerer Weg auf der Suche nach der eigentlichen Ursache. Meist wird es in der heutigen Zeit mit der Diagnose IBD abgehandelt. Aber auch an dieser Stelle sollte man schauen, ob nicht andere Ursachen für eine Entzündung verantwortlich sind. Entzündungen können durch eine Fehlbesiedlung kommen oder eben durch Infektionen mit Bakterien, Vieren oder Parasiten. Würmer sind da eher weniger ein Problem, kommt aber auch vor. Hier wären eher Giradien zu benennen. Eine regelmäßige Entwurmung kann allerdings auch zu Entzündungen führen. Hier kann man sich seinen Kreislauf "züchten". Ich persönlich rate an dieser Stelle zu regelmäßigen Kotproben auf Würmer und Giradien. Diese sind zwar etwas teuer als die regelmäßige Entwurmung, aber gesünder für den Organismus. 

 

Was kann man vorbeugend tun?

Ein gutes Immunsystem sitzt im Darm. Also sollte ich diesen immer unterstützen und das so gut es geht. Das beginnt bei der Ernährung. Ich persönlich füttere die guten Darmbakterien sporadisch immer mal mit. Ebenso bekommt die Leber hier und da mal so einen kleinen Schubs. Man kann man auch ein bis zwei mal im Jahr eine Kur für diese beiden so wichtigen Organe starten.

Im Allgemeinen ist eine abwechslungsreiche, bedarfsdeckende, möglichst frische Ernährung super. Allerdings empfinde ich persönlich dabei die hohen Fleisch- und geringen Kohlenhydratmengen ungünstig. Wie schon erwähnt sind hohe Proteinmengen für den Darm eher ungünstig. Wenn man sich an den Bedarfswerten orientiert wird man auch feststellen, dass für diesen Bereiche hohe Fleischmengen eher unnötig sind. Zwar sind die tierischen Bestandteile besser verwertbar aber dazu gehen auch kleinere Mengen.

Keine Angst es ist kein Hexenwerk und nein man muss auch nicht roh füttern oder komplett kochen. Mein Zauberwort heißt hier tatsächlich Mischfütterung (auch ABAM genannt). Hier kann man ein Futtermittel strecken oder pimpen. Damit kann man sich durchaus sicher sein, dass der Bedarf des Hundes gedeckt wird und zum anderen kann man den Organen immer noch etwas gutes tun. Ohne großen Aufwand bekommt man Abwechslung in die Ernährung und den meisten Hunden schmeckt es und es tut ihnen gut. 

Aber der größte Aspekt der Prophylaxe - für alle - wäre das Entsorgen der Hinterlassenschaften. Ja bei Durchfall ist es durchaus schwierig, aber auch da kann man den größten Teil in eine Tüte bekommen. Es hält die Umwelt etwas sauberer und dass wäre noch ein zusätzlicher Pluspunkt für die Menschen, die keine Hunde halten. Diese finden Hundehaufen mitten auf den Wegen bestimmt noch unangenehmer, als meine Person. Auch an den Wegesrändern sieht es nicht unbedingt schön. Das eine oder andere überträgt sich eben sehr schnell und wird zu einem Lauffeuer. Es dann wieder loszuwerden ist schon sehr aufwendig. Hier seine Giradien noch einmal erwähnt. Diese sind reinste Überlebenskünstler und eine Reinfektion ist nicht selten und man könnte fast sagen, wenn es einer im Viertel hat, dann haben es bald alle. Also bitten: Sammelt die Kacke eine. 

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