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Und täglich grüßt das Murmeltier

In der letzten Woche ging es mir gesundheitlich nicht so gut. Ich war kaum unterwegs, weder draußen noch im Internet. Ich habe den Affility Montag (auch diese Woche) und den Sprüche Freitat ausfallen lassen. Sprüche wird es Freitag wieder geben. Nächste Woche auch wieder die Affilityangebote.

Etwas habe ich aber in der Woche wieder festgestellt ....
Der Markt der Ernährung ist hart umkämpft und dort wird dann vieles behauptet und verbreitet. Wer mir etwas folgt (Facebook, Inssta) der kennt meine Art, wie ich meine eigenen Hunde füttere. Ich verwende Fertigfutter wie frische Zutaten und wir sind auf den Weg, mehr für die Jungs zu kochen. Ich sehe es eng, aber nicht religiös eng. Dennoch finde ich es durchaus spannend, dass Kollegen meinen - anhand von Bildern oder Aussagen - feststellen zu können, dass meine Fütterung nicht bedarfsdeckend ist und ich kein guter Ernährungsberater sein kann.

Gibt es die Ernährungsform, welche auf alle Hunde passt?

Nein diese gibt es prinzipiell nicht. Leider lese und höre ich immer wieder, dass man seinen Hund auf Barf umstellen soll, denn dass sei die einzige und artgerechteste Ernährungsform für den Hund. Wenn man nun etwas schaut, stellt man schnell fest, dass es allein hier schon zig verschiedene Konzepte gibt. Je nach dem, nach welchem Konzept der Ratgeber nun selber füttert, sind alle anderen nicht bedarfsdeckend und schlecht für die Gesundheit.

Ich persönlich halte von Barf nicht wirklich etwas. Viele Hunde deren Blutbilder ich sehe haben Verschiebungen im Bereich Fettverdauung und in der Leber (die Proteine). Nein diese Verschiebungen sind nicht krankhaft und für den Moment des Blutbildes einfach nicht bedenklich. Aber für mich persönlich auffallend. Meine eigenen Hunde vertragen nicht die Mengen an Innereien und Fett, die ein solches Konzept zur Deckung des Energiegehaltes und der Mineralien und Vitamine vorsieht. Allein aus dieser Tatsache würde ich meinen Hunden keinen gefallen tun, sie so zu füttern. Das es nicht nur meinen Hunden so geht, zeigt die Erfahrung. Natürlich kenne ich die Konzepte und kann entsprechend beratend tätig werden und Futterpläne erstellen. 

Komponentenernährung wäre eine Alternative zu vielem. Hier fügt man "nur" die Komponenten Fleisch, Fett, Obst, Gemüse und Getreide in den gewünschten Anteilen in den Napf tuen. An dieser Stelle werden in der Regel vormineralisierte Mischungen aus getrocknetem Pflanzen verwendet. Manchmal sind es Pellets oder Bröckchen (ähnliche einem Trockenfutter) Der Vorteil ist, dass man sich im Grunde weniger Gedanken um die Versorgung von Nährstoffen machen muss. Diese Ernährungsform ist nicht ganz so bekannt, obwohl sie auch schon seit über 10 Jahren praktiziert werden kann. Anders gesagt, mir ist sie das erste mal vor etwas mehr als 10 Jahren das erste mal bewusst begegnet. Sie ist ein Teil der Rohfütterung. 

Die Rohfütterung ist eine Fütterung mit frischen Zutaten, welche sich aber nicht an die "Regeln" des Barf - Konzeptes halten. Hier gibt es andere Verhältnisse und können bis zu einer vegetarischen oder veganen Kost gehen. In der Regel werden die Futterbestandteile nicht gegart, sonder wirklich roh gereicht. Nur Getreideprodukte oder Kartoffeln werden gegart.

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Nahrungsmittel gegart zu reichen. Kochen für den Hund war eine Fütterungfform, welche es schon lange vor dem Barf existierte und eigentlich müssten man diese Ernährungsform als die artgerechtestes und ursprünglichste Form der Hundeernährung bezeichnen. Das hört sich jetzt komisch an, aber der Hund ernährt sich, seit er sich dem Menschen angeschlossen hat, von den Resten der Menschen. Diese waren schon früh verarbeitet. Denn zu diesem Zeitpunkt hatten die Höhlenbewohner schon Feuer. Auf der anderen Seite wurden die Nahrungsmittel zerkleinert, fermentiert, getrocknet und nur sehr wenig wurde direkt und roh verzehrt. Mit der Zeit der Sesshaftigkeit wurde auch die Ernährung der Hund weiter an die Menschen angepasst. Je nach dem wo der Hund ursprünglich herstammte, so hat sich die Verdauung angepasst. In Gebieten in denen es wenig Fleisch dafür mehr Getreide gab, wurden die Hunde mit diesen Produkten ernährt. In Bereichen wo die Jagd einen höheren Stellenwert hatte, gab es mehr Fleisch. Im heutigen Europa war Ackerbau, Jagd und Tierhaltung in relativ gleichen Anteilen. So bekamen die Hunde schon früh alles mögliche, was an Resten war. So könnte man sagen, dass bereits sehr frühe das ABAM entwickelt hat. Es gab, was über war und vielleicht durften die Hunde noch mal in den Speichern nach Mäusen und Ratten jagen. Ansonsten durften die Hunde zwar bei der Jagd helfen, aber nicht alleine Jagen, denn damit wären sie zu Nahrungskonkurrenten geworden.

Gerade das ABAM steht zur Zeit sehr im Fokus der Kritiker. Das durfte  ich am Wochenende sehr bewusst miterleben. Es kann nicht bedarfsdeckend sein und macht auf Dauer krank. Diese Diskussionen wurden interessanterweise sehr aktiv von "Ernährungsberater" nach Swanie Simon geführt. Diese würde ich persönlich allerdings eher als "Barf - Berater" bezeichnen. An dieser Stelle fand ich es sehr bemerkenswert, dass man sich auf einige wenige Posts und einige Fotos bezog. Wie kann man sich eigentlich so weit aus dem Fenster lehnen? Ich lasse mir zum Beispiel gern aufschreiben, was der Hund in einer Woche alles zu Fressen bekommt. Also nicht nur das, was in den Napf kommt, sondern auch dass, was so in den Hund verschwindet - die Leckerchen. Ein weitere wichtiger Punkt in dieser Diskussion ist zu dem: Ich muss etwas über den Hund wissen. Dazu gehören Gewicht, Alter, Aktivität, kastriert oder nicht und noch das eine oder andere mehr. Ein Senior hat einen anderen Bedarf, also ein Hund im Wachstum. Dann gibt es noch die gesunden und die kranken Hunde, die auch noch einmal unterschiedlich betrachtet werden müssen. 

 

Gibt es also "die" Ernährungsform, welche immer passt?

Hier ein ganz klares: Nein

Der Hund ist individuell und sollte als ein solches Individuum betrachtet werden. Es steht und fällt ja auch mit dem Menschen. Ist der Mensch nicht überzeugt, kann man dem Hund nicht mit Begeisterung füttern. Im Grunde ist es wirklich egal, was man als Ernährungsberater für Hunde für die beste Fütterung hält, wenn es nicht zum Klienten passt, dann passt es nicht. Ich mag den (auch nicht ganz neue) Trend vom Clean Feeding. Das kombiniert mit den ABAM. Weniger ist mehr. Weniger Fleisch, dafür aus nachhaltiger Zucht und Regional. Weniger Exoten mehr einheimische Zutaten. Für mich ist es toll, weil ich hier eine Auswahl treffen kann, die alle Fütterungskonzepte in sich vereinen können. Ich muss kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mal nicht genug im Haus habe oder wenn es mal etwas vom Teller oder fertiges Futter gibt. Meinen Hunden gefällt es, weil es Abwechslung im Napf gibt. Meine Hunde vertragen es gut und ihre Darmprobleme haben sich deutlich gebessert.

Eine Entspannung in der Ernährung unserer Hunde tut uns allen gut. Warum? Weil wir viel zu viel Panik verbreiten und uns von dieser Panikmache anstecken lassen. Es ist egal ob der Hund mal viel Fleisch oder mal vegetarisch bekommt. Völlig schnurz ist es ob der Hund es mal gekocht oder Roh bekommt. Ihr braucht keine Feinwaage, um alles Milligramm genau abgewogen werden. Wenn einen Tag der Calciumbedarf nicht gedeckt wird oder es zu viel Jod gab, ist es nicht dramatisch. Der Körper kann es ausgleichen. Es darf nur nicht dauerhaft von einem zu wenig und von anderen zu viel geben. Das ist tatsächlich nicht gesund. Aber ansonsten kann man sich überlegen, ob es in einer Woche - das ist mein Favorit - oder in einem Monat ausgeglichen sein soll. Wenn es über diesen längeren Zeitraum alles passt, ist es völlig ausreichend. Genau deswegen tut uns etwas Entspannung in der Fütterung ganz gut.

Ich musste diesen Punkt auch erst lernen und verinnerlichen. Ja ich habe mich lange von dieser "Angst", dass ich meine Hunde nicht ordentlich mit Nährstoffen, Mineralien oder Vitaminen versorge. Meine Sorge war auch der Energiebedarf. Um ehrlich zu sein, ich bin seit bestimmt schon 20 Jahren mit Ernährung, Gesundheit und Verhalten unterwegs und habe mich in der Zeit von dem täglichen Zahlenwahnsinn anstecken lassen. Ich schaute nach Pülverchen und Kapseln, um Eventualitäten auszuschliessen. Zuerst trennte ich mich von Nahrungsergänzungsmitteln, wenn sie nicht nötig sind. Dann verschwand das Bedürfnis täglich und wöchentlich zu rechen, ob ich wirklich alles habe oder ob ich noch mal etwas zufügen muss.

Diese Entspanntheit möchte ich auch weiter geben. Es ist nicht wichtig, womit du deinen Hund ernährst, es muss nur passen. Es muss aber nicht pro Tag passen, sondern über einen längeren Zeitraum. Ich bin nicht das Gesetz, ich gebe euch Wissen mit, dass ihr euch alleine traut. Ich stehe euch mit Rat und Tat zur Seite und möchte euch helfen, dass ihr für euch lernt, was euer Hund braucht und verträgt. Wenn man dann sehr abwechslungsreich und ausgewogen füttert, dann ist es schon die halbe Miete. Je nach Fütterung wird man um Nahrungsergänzungen nicht herum kommen, aber auch da ist weniger etwas mehr und es braucht wirklich nur wenig.

Die Ernährung eines Hundes ist individuell und wirklich kein Hexenwerk. Natürlich sollte man sich etwas damit beschäftigen und ein Grundgerüst von einem unabhängigen Beratern kann nicht schaden. Ein guter unabhängiger Berater wird sehr daran gelegen sein, dass der Hundehalter schnell auf eigenen Füssen stehen kann, steht aber für Fragen jeder Zeit zur Verfügung. Mein Rat: Traut euch etwas

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