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Unverträglichkeiten oder Allergien?

In den letzten Jahren nehmen die Allergien bei Hunden gefühlt sprunghaft zu. Häufig wird es mit dubiosen Diagnosewegen nachgewiesen. Wie oft sind die Tierhalter dann davon überzeugt, dass der Hund genau diese Liste nicht verträgt und entsprechend diese Lebensmittel nicht fressen kann und darf. Damit beginnt ganz oft ein Kreislauf, der weder zum Wohl des Hundes noch des Halters ist. Warum? Lest weiter ...

 

Diagnose im Rahmen der Unverträglichkeiten oder Allergien

Ganz häufig wird in diesem Rahmen zu einer Bioresonanz geraten. Ich persönlich finde die Bioresonanz toll. Sie kann ein wunderbarer Hinweisgeber sein. Doch als einziges Diagnosemittel sehe ich die BR nicht wirklich geeignet. Sollte der Verdacht auf eine Allergie bestehen geht bitte zu einem Tierarzt. Am besten zu einem Dermatologen. Ein Allergietest mittels Blutprobe ist ein guter Hinweisgeber, aber nicht wirklich aussagekräftig. Die beste Diagnose ist der sogenannte Subcutantest. Dieser ist ähnlich wie der Pricktest beim Menschen.

Leider ist es recht aufwendig und nicht gerade sehr billig. Aber es ist auch wichtig, andere Ursachen für die gezeigten Symptome ausgeschlossen werden. Hier sollte man sich die Leber genauer anschauen, genauso wie die Niere und den Darm. Also ein Blutbild ist für den Anfang immer gut. An dieser Stelle sollte allerdings auch bedacht werden, dass die Ernährung genauer angeschaut werden.

Mängel oder auch Überversorgungen von Nährstoffen können allergieähnliche Symptome hervorrufen. Entsprechend könnte die Lösung sein, die Ernährung entsprechend anzupassen und dabei auf die Bedarfsdeckung achten. 

 

Die Ausschlussdiät

Dies Diät ist eine der einfachsten Wege, wenn man eine Allergie oder Unverträglichkeit vermutet. Dieses kann entsprechend die Diagnosefindung unterstützen.

An dieser Stelle wird eine Dauer von minimum zwölf Wochen dauern muss. Das ist so nicht ganz richtig. Denn auch die Information, dass der Darm minimum 12 Wochen benötige um sich komplett neu aufzubauen stimmt so nicht ganz. Es kommt darauf an, was der Darm hat. Ist er entzündet, ist das Biota (früher Darmflora) gestört und wenn ja wie doll. Hier kann es sein, dass sich der Darm in den 12 Wochen beruhigt, muss aber nicht. Eine Dysbiose kann sich unter Umständen gar nicht mehr erholen und muss vielleicht das restliche Leben unterstützt werden.

Wie lange muss man nun den Ausschluss füttern? Das kann man im Grunde nicht allgemeingültig beantworten. Zum einen hängt es davon ab, ob wir auf anhieb Glück haben und das gewählte Futter vertragen wird. Dann hängt es davon ab, wie extrem die Symptome gewesen sind. Ich kann allerdings sagen, dass sich die Symptome in der Regel nach zwei bis drei Wochen komplett verabschiedet haben. Sehr selten braucht es etwas länger. Entsprechend kann es (je nach Hund) eine Startdiät von sechs bis acht Wochen ausreichen. Nun geht es weiter ...

 

Hier kommt der sehr häufige Fehler ...

Wenn der Hund symptomfrei ist, sollte man mit der Provokation beginnen. Dieser Schritt ist für viele Menschen sehr schwer. Ich kann es verstehen, besonders wenn es einen sehr langen Leidensweg gab. Dem Hund geht es jetzt ja gut, warum sollte man jetzt etwas ändern? Aber ohne diese Provokation können wir eine Allergie nicht bestätigen oder vielleicht den Rationen etwas mehr Abwechslung geben.

Hat man also nun den Ausschluss zum Beispiel acht Wochen gefüttert, fügt man nun entweder eine Fleischsorte oder ein Pflanzenbestandteil dazu. Dieses macht man jetzt etwa 2 Wochen. Sollte es nicht vertragen werden, reagiert der Hund in der Regel nach etwa 2 Tagen. Sollte dieses der Fall sein, bricht man ab und geht zurück zur Ausschlussdiät. So kann man sich durch die Produkte testen. Auch - so schwer wie es ist - sollten die vermuteten Allergieauslöser gefüttert werden. Denn wenn das Tier dann reagiert, dann ist die Allergie als solches bestätigt und sollte entsprechend dann tatsächlich komplett gemieden werden. 

Hier sollte man ein Tagebuch führen. Dieses Allergietagebuch ist absolut hilfreich, um die Diät genau bewerten zu können. Auch für mich - als Ernährungsberater - wäre dieses durchaus wichtig, wenn ich eine bedarfsdeckende Ration zusammenstelle soll. 

 

Bedarfsdeckung in der Ausschlussdiät

Diesen Punkt sehe ich als sehr wichtig an. Warum? Viele meiner Kollegen aus dem Bereich der Ernährung und auch Tierheilung sind der Meinung, dass es in dieser Zeit egal ist, ob der Bedarf gedeckt wird oder nicht. Sie sind der Meinung, dass der Hundkörper an dieser Stelle sehr gut puffern kann und ein Mangel in dieser Zeit nicht so schlimm sei.

Dies sehe ich durchaus anders. Jeder Mangel belastet den Körper und wir möchten den Körper doch helfen. Richtig ist das man nur eine tierische Quelle (Protein) und eine pflanzliche Quelle verwenden. Aber es sollte auch ein hochwertiges Öl (Nachtkerze zum Beispiel) und eine Mineral/Vitamin - Mischung gegeben sein. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass Napfcheck Novomineral Sensitiv von allergischen Hunden sehr gut vertragen wird. Es ist gerade für so eine Ausschlussdiät von einer Tierärztin entwickelt worden.

Die Bedarfsdeckung im Bereich Protein und Fett ist oft nicht schwer. Schwer wird es dann wirklich im Bereich der Mineralien und Vitaminen. Die Energiedeckung kommt darauf an, welche Zutaten verwendet wird. Aber das kann man häufig mit der Futtermenge regulieren. Es ist kein Hexenwerk, aber man sollte darauf achten. 

 

Ausschlussdiät mit Fertigfutter?

Ja das geht auch. Es gibt inzwischen spezielle Futtermittel mit sogenannten Singleproteinen. Diese kann man durchaus nutzen. Hier darf man aber nicht vergessen, dass gerade bei einem Trockenfutter noch Milben in Betracht kommen können. Probieren kann man es auf jeden Fall und mit etwas Glück hilft es. Allerdings wird es hier mit der Provokation deutlich problematischer. 

 

Fassen wir noch einmal zusammen ...

Nicht jede Durchfall, Juckreiz, Ohrenentzündung oder Unverträglichkeit ist gleich eine Allergie. Der diagnostische Weg sollte sich nicht nur auf die Allergie begnügen, sondern organische Ursachen einschliessen. Eine Ausschlussdiät ist super, wenn man dabei auf die Bedarfsdeckung achtet und an die anschließende Provokation denkt. Ob man das Darmbiota direkt mit einschließt und zum Beispiel Pro-, Pre- Oder Symbiotika hinzufügt, hängt vom Einzelfall ab.

Ein guter unabhängiger Ernährungsberater kann euch bei diesem Prozess gemeinsam mit eurem Tierarzt oder THP unterstützen. Er kann euch bei der Bedarfsberechnung helfen, genauso wie bei den Anpassungen in der Provokation. Ihr könnt euch also durchaus Hilfe in vielen Bereichen suchen und diese nutzen und habt dann auch ein offenes Ohr. Ihr müsst dort nicht alleine durch ...

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