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Ist Schweinefleisch tödlich für Hunde?

Hier kann man mit einem klaren "Nein" antworten. Aber warum wird um die Fütterung von Schweinefleisch so vehement gestritten? Es geht um einen Virus. Um den Aujeszky VirusDieser führt bei dem Endwirt, welcher der Hund ist unweigerlich zum Tod. Das ist soweit richtig. Schweine können diesen Virus in sich tragen und verbreiten. Dieses stimmt auch. Aber ...

 

Es wird wieder einmal zu heiß gegessen ...

Der Bestand unsere Hausschweine in Deutschland, der Schweiz und Österreich sind frei von diesem Virus. Bei einer kurzen Recherche zu diesen drei Ländern fand ich in der Datenbank für die Schweiz seit 1991 keinen Eintrag über diesen Virus - bzw. eine daraus resultierende Erkrankung. Österreich gilt seit 1997 frei von diesem Virus und Deutschland seit 2003. Dies betrifft nur den Hausschweine. Ich habe jetzt nicht bei allen Ländern in Europa geschaut, sondern wirklich nur ganz kurz recherchiert. 

Zur Sicherung dieser Virusfreiheit bei den Hausschweinen werden regelmäßige Kontrollen durchgeführt, diese sind zwar stichprobenartig, aber es werden im Rhythmus von 2 - 3 Jahren alle Betreibe kontrolliert. Sollte in einem Bestand der Virus auftauchen, muss dieses entsprechend gemeldet werden. Die betroffenen Schweine werden getötet und der restliche Bestand komplett kontrolliert.

Dazu haben Schweine - auch wegen anderer Erkrankungen - einen sehr hohen Standard an Begleitpapieren, wenn diese transportiert werden. Dieses dürfte auch Haltern von Minischweinen bekannt sein. Kauft ein Bauer Schweine dazu (meist sind es ja Ferkle für die Mast), durchlaufen diese einiges an Tests. Diese Ankaufuntersuchungen sind in vielerlei Hinsicht wichtig. Dieses gilt auch für Zuchtbedtriebe, welche Sperma zur Befruchtung einkaufen. Auch dieses wird entsprechend Untersucht.

Die Gefahr das man sich das Virus bei Schweinen aus diesen Ländern in die Fütterung holt ist also ziemlich gering. 

 

Roh oder gegart?

Im Grunde ist es egal, wenn man die Herkunft des Fleisches kennt. Kauft man regional beim Bauern direkt oder aus der Bauerntruhe beim Rewe, dann kann man davon ausgehen, dass das Schwein gesund war und kein Virusträger.

Das man das Fleisch vom Schwein gegart verfüttern kann, ist schon länger bekannt. Der Virus ist nicht hitzestabil und wird beim Garvorgang zerstört. Entsprechend gibt es schon Futtermittel, in denen Schwein verwendet wird. Dieses kann für Tiere mit einer Futtermittelallergie bzw. -unverträglichkeit zum Vorteil sein, da Schwein in der Ausschlussdiät verwendet werden kann. Es ist leichter zu bekommen, als mache Exoten.

Aber kann man Schwein auch roh verfüttern? Auf jeden Fall. Allerdings sollte man die Herkunft des Fleisches kennen.

Bei den Produkten aus dem Discounter oder Supermarkt könnte dieses durchaus Schwierig sein. Besonders wenn die "Hersteller" noch Metzgereien im Ausland betreiben. Hier kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Land noch nicht frei von diesem Virus ist, welcher allerdings als auszurottendes Virus gilt. Fleisch aus diesen Quellen würde ich persönlich auch garen. Sicher ist Sicher.

Kaufe ich beim regionalen Metzger, kann dieser meist den Schlacht- und Aufzucht- bzw. Mastbetreib benennen. Kaufe ich aus einer Bauerntruhe, steht der Betrieb dabei. Wenn ich direkt im Hofladen kaufe, stehe ich praktisch vor dem Erzeuger. Hier sehe ich persönlich keinen Grund, warum ich es nicht auch roh geben sollte. 

 

Warum immer die Zweifel und Aufregung?

Ich frage einmal anders herum ...

Gibt es in Ihrer Region Wildschweine? Sehen Sie beim Gassigehen deren Kessel und Suhlen? Wenn Sie diese Fragen mit Jahr beantworten können, kann ich Ihnen sagen, dass dort ein weit höheres Risiko einer Infektion besteht. In Deutschland haben sich 2017 (die Zahlen von 2018 vom FLI liegen noch nicht vor) haben sich vier Jagdhunde infiziert und sind verstorben. Infektionsweg waren Wildschweine und vermutlich durch infiziertes Fleisch oder Innereien direkt oder mit Blut, Urin oder Speichel.

Ich halte meine Hunde also ganz bewusst auf den Wegen und von Suhlen und anderen Schweineplätzen fern.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Fleisch vom Wildschwein immer nur gegart verfüttert werden sollte. Denn hier schwingt tatsächlich eine sehr große Infektionsgefahr mit. Ich empfehle das Fleisch vom wilden Schwein in der Gulaschversion. Lange vor sich hinköcheln lassen, bis das Fleisch quasi von selbst zerfällt. Danach ist das Virus auf jeden Fall tot und es besteht keine Gefahr mehr. 

 

Fazit der Schweinerei

Weiß ich wo das Schwein herkommt und es ist kein wildes, dann ist es möglich roh zu verfüttern. Ist es der wilde Artgenosse oder ich kann über die Herkunft nichts erfahren, dann besser gegart. Wer sich unsicher ist, kann auch Fleisch bekannter Herkunft garen.

Das Risiko sich beim Spaziergang das Virus einzufangen ist zwar auch gering, aber deutlich höher als beim rohen Schweinefleisch aus einem Betrieb in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. 

 

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