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Ressourcen und Gesundheit müssen eine Einheit bilden

Wenn ich sage, dass meine Hunde tierische und pflanzlichen Lebensmittel im gleichen Verhältnis - also 50:50 - bekommen, werde ich ungläubig angeschaut. Häufig kommt die Argumentation, dass es nicht gesund sein kann. Es kommen Hinweise, dass die Proteine und Fette nicht ausreichende gedeckt werden und von die Vitaminen sprechen wir jetzt erst einmal nicht. Ich kann Sie beruhigen. Es gibt keinen Schaden, eher im Gegenteil. Warum lesen Sie einfach weiter. 

Das mit Proteinen und Fetten 

Ich werde hier einfach mal meine Hund mit 35kg Körpergewicht als Beispiel nehmen. Sein Proteinbedarf liegt bei etwa 79g und der von Fett bei ungefähr 26g pro Tag. Wenn man sich dann ein wenig mit den Werten der Nahrungsmittel beschäftigt, wird man feststellen, dass es im Grunde sehr einfach ist, diesen Bedarf zu decken. Um ehrlich zu sein, meist ist man schnell über diesen Grundbedarf.

Hat man nun viel zu viele Proteine im Futter freue sich die Clostiedien und verdrängen die guten Darmbakterien. Die Folge sind Verdauungsprobleme und weitere gesundheitliche Probleme.

Zu viel Fett in der Ration führt durchaus zu Gewichtsproblemen, aber auch zu Problemen mit der Bauchspeicheldrüse und/oder Leber. 

Ich muss gestehen, ich rechne auch nicht mehr täglich und bis ins kleinste Detail. Wenn ich allerdings einmal von meinen Hunden die Ernährung checke, dann ist Protein - sowie Fett - immer unproblematisch und meist über dem Bedarf. Selbst dann wenn der Kalorienbedarf nicht gedeckt wurde. Je höher nun der Fleischanteil in der Ration ist, desto höher wird auch der Proteingehalt. 

 

Das mit der Umwelt und den Ressourcen

Gerade in der heutigen Zeit, wo der Mensch immer mehr auf seine ökologischen Fussabdruck achtet oder sich und seine Tiere möglichst gesund ernähren möchte, wird man feststellen, dass die Ressourcen knapper sind.

Möchte man auf Regionale Produkte zurück greifen, werden diese knapp und auch teurer. Dazu muss es noch nicht einmal Bio sein. So kann ein gutes Stück Fleisch mit einem Kilopreis von 15€ aufwarten. Wenn man die Preise der Barf - Händler dagegenstellt, darf man sich Fragen, wo das Fleisch für die Produkte wohl herkommen mag. An dieser Stelle würde ich auf Massentierhaltung tippen. Doch auch diese Quelle ist nicht unendlich verfügbar, es sei denn die Produzenten stocken die Tierzahl in den Ställen auf und setzen auch noch schneller Mästung zur Schlachtreife.

Bei Obst und Gemüse sieht es ähnlich aus. Mal etwas exotisches im Napf okay. Oder auch auch mal etwas außerhalb der Saison. Aber wenn ich so schau, was in manchen Näpfen landet, dann macht man sich schon Gedanken. Superfood haben wir durchaus auch vor unserer Haustür. Möchte man etwas Abwechslung und greift auf Exoten zurück, sollte man hier dann doch eher auf Fairtrade oder Bio zurückgreifen.

Besonders aufmerksam beobachte ich den Umgang mit Kokosfett. Es ist in etwa so wie mit Palmfett, was auch eine ganze Zeit gehypt wurde. Der Trend ebbte ab, nach dem bekannt wurde, dass für die Produktion Regenwälder gerodet werden. Für Kokospalmen ist es leider ähnlich, weil der Bedarf gewachsen ist. Kokosfett ist ein wirklich tolles und wertvolles Produkt, aber im Grunde muss es nicht immer und überall hinein. Leben wir alle etwas mehr regional (ist mit jedem Rewe inzwischen möglich), dann tuen wir etwas für unsere Umwelt und damit für unseren Fussabdruck. 

 

Weniger ist mehr

Wenn man sich das im ganzen betrachtet, wird man schnell feststellen, dass weniger durchaus mehr ist. In erster Linie setze ich hier auf weniger Fleisch und tierische Produkte. Ja wenn fünfzig Prozent der Ration aus tierischen Lebensmitteln bestehen reicht es völlig aus. Hier gibt es sogar Hunde, denen noch weniger deutlich besser bekommt. Es gibt viele pflanzliche Lebensmittel, die voll sind mit Nährstoffen, so dass sie sich nicht hinter dem Fleisch verstecken müssen.

Es gibt sehr proteinhaltige Pflanzen oder auch sehr fettreiche. Andere sind reich an Vitaminen und Mineralien. Dem Körper ist es erst einmal egal, woher die Nährstoffe kommen, Hauptsache sie sind in ausreichender Form vorhanden. Natürlich sind tierische Produkte für den Hund leichte zu verwerten. Gerade im Bereich der Proteine liegt es daran, dass die Struktur der Aminosäuren denen des eigenen Körpers am nächsten sind. Dies ist bei uns Menschen auch so. Dennoch können ebenso Proteine aus Pflanzen verstoffwechselt werden, wenn wird diese entsprechend aufbereiten.

Wenn man daran denkt, dass es durchaus Hunde gibt, die aus gesundheitlichen Gründen pflanzlich ernährt werden müssen, dann kann man sehen, dass diese keinen Mangel erleiden. Im Grunde muss man im Bereich der Vitamine nur das Vitamin B supplementieren. Alles andere ist eben auch in natürlicher Form in Pflanzen zu finden.

Nahrungsergänzungsmittel - hier ist der Markt ja inzwischen schier unübersichtlich geworden - helfen dennoch, dass der Hund mit allem versorgt ist, was er benötigt. Füttert man aber sehr abwechslungsreich an Zutaten und Zusammenstellungen, sind gar nicht so viele Ergänzungen nötig. Hier muss man im Einzelnen schauen welche. Vermutlich Calcium, aber das gibt man auch bei hohen Fleischmengen dazu. Vielleicht Jod oder Vitamin D, hier hängt es davon ab, ob und welchen Fisch man füttert. Öle schaden nicht, wenn sie das richtige Verhältnis von Omega 3 zu 6 haben. Ganz vielleicht noch Vitamin E. Aber der Rest lässt sich super abdecken und das auch mit einer 50:50 Ration. 

 

Fazit

Ich persönlich finde die Rationen mit 80% tierischen Produkten (oder gar noch höher) nicht gesundheitsförderlich. Natürlich verstehe ich das Konzept dahinter und kann auch solche Rationen zusammenstellen bzw. zu diesen beraten. Aber für mich und meine Hunde wäre es nichts. Meinen Hunden geht es deutlich besser, nach dem ich den Fleischanteil bewusst gesenkt habe. Nun füttern wir nicht jeden Tag frisch, sondern auch einmal eine Dose oder - wenn auch nur noch sehr selten - Trockenfutter. Der Trend geht aber immer mehr zu selbst gemacht. Meine Senioren kommen gern in die Küche und schauen, was sie so abstauben können. Sie sind entspannter geworden. Durchaus auch agiler.

Mein Rat ist daher an alle, versucht es einfach mal und habt keine Angst, dass es eurem Hund an etwas mangeln könnte. Werdet entspannter und genießt das Leben, es ist eh viel zu kurz. Ernährung des Hundes ist wie die Ernährung des Menschen, kein Hexenwerk und gar nicht so schwer, wie manche Menschen und vermitteln möchten.

Bei Fragen zur Rationsgestaltung können Sie gern eine Beratung buchen, dann helfe ich Ihnen individuell und nach ihren Bedürfnissen die passende Ernährungsform zu finden. 

 

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