Es gab noch mehr wertvolle Lehrer in der Tierwelt ...

Ich hatte immer Tiere, die mir sehr viel beigebracht haben. Sei es über mich oder über die Tiere selbst oder insgesamt für die Tiertherapie und den Tierheilpraktiker. 

Als Kind hatte ich Goldhamster. Beide hießen Bubi. Hier lernte ich mehr oder minder Verantwortung zu übernehmen. Denn das Tierchen wollte gefüttert und gepflegt werden. Als Kindergartenkind hatte ich dort natürlich die Unterstützung meiner Mutter. 

Bei meiner Oma war es ein alter Wellensittich namens Putzi. Dazu das Aquarium und im Garten immer mal wieder ein Igel. Mit diesen Tierchen hatte ich selber aber nicht viel zu tun. 

Da ich dann kein eigenes Tier mehr bekommen sollte, sammelte ich aus dem Nest gefallene Schwalbenkinder ein. Rettete eine Fledermaus. Der eine oder andere Singvogel der sich ins Haus verirrte wurde auch befreit.

Dazu ging ich in dieser Zeit meine ersten Schritte als Gassigänger. Bingo und Erik die beiden Pudel sind mir da noch am ehesten im Gedächtnis geblieben. Später der King, mit dem ich meinen ersten Angsthund betreute. Dieser war aus Angst vor Männern durch eine Glasscheibe gesprungen. Hier lernte ich auch die ersten Schritte in der Umweltbelohnung und der alternativen Handlungsketten.  

Später waren die Ratten. Shiva und einige namenlose die ich aus dem Tierschutz immer nur kurz hatte. Diese waren meist schon älter oder krank und starben nach sehr kurzer Zeit. Die Ratten brachten mit bei, dass Sozialstrukturen sehr wichtig sind. Das man auf diese Strukturen viel aufbauen kann. 

Da Ratten sehr intelligent waren, lernte ich hier auch, wie man kleine Tricks üben kann. Das war gar nicht so schwer. Hier ging ich meine ersten Schritte darin, dass Endziel in kleine Teile zu zerlegen. 

Nach den Ratten kamen die Frettcchen. Eigene hatte ich vier. Lestat, Mae, Zelda und Lacrima. Dazu kamen immer mal welche in Pflege und Abgabetierchen. Hier war ich bereits in der Ausbildung zum Tierheilpraktiker und später auch zum Tiertherapeuten. So mussten diese Tierchen verstärkt als Übungsobjekte herhalten. Da Frettchen doch bis zu einem gewissen Grad ihren wilden Vorfahren entsprachen, lernte ich schnell eines: Man kann sie nicht wirklich trainieren. Dennoch gelang es mir allen Frettchen einen Rückruf beizubringen. Es folgte Targettraining und auch das ging ganz gut. Leine laufen konnten alle. 

Aber auch im Bereich der Gesundheit lernte ich sehr viel. Sei es wie ich das eine oder andere selber behandeln konnte. Wie ich mit der Fütterung das Verhalten beeinflusste oder das Farb- und Aromatherapie auch nach hinten losgehen kann. Ich lernte aber auch, wie ich notwendige tierärtzliche Behandlungen unterstützen kann oder bei austherapierten Tieren noch einen schönen Lebensabend bereite. 

Die Pferde Sky und Prince gaben mir auch vieles. Hier lernte ich, das miteinander Arbeiten zwar langsamer geht, aber mehr Vertrauen und Freunde bei dem Tier garantiert. Spaß an den Zirkuslektionen, wenn Reiten gerade keine Option war, hatten wir immer all. Aber auch im Training für Veranstaltungen oder in der Ferienarbeit mit Kindern, waren die beiden mehr als zuverlässig. Hier lernte ich besonders eines: Respekt. Pferde sind nicht nur groß, sondern auch schwer und das wissen diese auch. Wie schnell bringt man sich durch Unachtsamkeit in Gefahr. Besonders wenn man auf die Mitarbeit der Tiere verzichtet und sich durchsetzen möchte. 

Auch gefiederten Freunde zeigten sich einige in meinem Leben. Wellensittiche, Nymphensittiche, Ziegensittiche, Prachtrosellas, Finken und auch der eine oder andere Hühnervogel fanden bei mir ein Zuhause. 

Viele kamen als Abgabetiere zu mir. Einige blieben länger, für anderen suchte ich das passende Zuhause. Die einen kamen als Paar, andere habe ich erst verpartnert, bevor sie vermittelt wurden. 

An manchen Überraschungen fand ich sogar gefallen, das ich diese Zeitweise selber gezüchtet habe. So die Wachteln zum Beispiel. Diese waren in einer Außenvoliere, die zum Haus gehörten einfach zurück gelassen worden. Ich fand die kleinen Hühnervögel so interessant, dass ich diese einmal selber brütete und aufzog. Mit diesen habe ich im übrigen auch geclickert und ich konnte alle anfassen und sie kamen zum Teil auf Rückruf. Leider fand unser Hofmarder ein Loch, durch das er in das Gehege eindringen konnte. 

In der Tierbetreuung  und in den Tierheimen, wo ich ehrenamtlich arbeitet, habe ich mich dann noch vermehrt mit Kleintieren und Nagern beschäftigt. Ich konnte festgestellt, dass diese zum Beispiel Clickertraning gern als Abwechslung annehmen. Targettraining als Anreiz zur Bewegung wurde bevorzugt. Aber auch das Medical Training um den Stress beim Tierarzt oder den Pflegearbeiten zu nehmen, wurde gern angenommen. Hier sind besonders Meerschweinchen um einiges origineller als andere Nagetiere und zeigen sehr deutlich was richtig und was falsch war. 

 

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