Der Trend geht zur Ganzjahresschur und Mantel

Hat die Sommerschur schon für Aufregung gesorgt, so erhitzt es nun die Gemüter, dass Hunde das ganze Jahr geschoren werden, obwohl sie kein Fell haben, dass man nach dem Standart scheren sollte und dafür einen Mantel anbekommen. Dabei ist der Grund ganz einfach. 

Wir haben im Haus eine eher gleichbleibende Temperatur und ziehen uns etwas warmes an, wenn wir rausgehen und wieder aus, wenn wir ins Haus kommen. Unser Hunde können es nicht, wenn wir es nicht tun. Bei den kleinen und kurzhaarigen Hunden ist es durchaus kein Problem, dass diesen Hunden ein Mantel angezogen wird. Immerhin frieren diese ja auch wirklich. 

Bei unseren Wuschelhunden mit viel Fell - welches durch die Zucht gefühlt immer mehr und immer dichter wird - sieht es schon wieder anders aus. Klar werden die in ihrer Fellpracht draußen nicht frieren, aber im Haus fühlen sich diese oft auch nicht wohl. Es ist ihnen schlichtweg zu warm. Manch ein Halter beschwert sich, dass der eigenen Hund nicht kuscheln will. Wollen würde er vermutlich schon, aber ihm ist einfach zu warm, um körperlichen Kontakt zu suchen oder toll zu finden. 
Gerade diesen Hunden hilft eine Schur, bei der es von der Jahreszeit völlig egal ist wann. 

 

Ein doppeltes Fell darf man auf keinen Fall scheren?

Ja mit dieser Antwort kämpft man seit Jahren. Seit Jahren diskutiert man darüber, dass es so nicht richtig ist und dass man schon gar nicht faul ist. 

Dem Haar als solches ist es völlig egal, was über der Haut mit ihm geschieht. Die Information wie es zu wachsen hat, wie lange und wann das Haar in welche Phase geht, dass bestimmt die Genetik. Diese befindet sich im Follikel und damit in der Wurzel des Haares. Diesen Kreislauf kann man mit der Ernährung noch beeinflussen. Eine Ernährung die den Bedarf des Tieres nicht deckt und Mängel in der Nährstoffversorgung aufweist, wird man immer zuerst am Haar feststellen. Dazu kommen noch entsprechende hormonelle Unstimmigkeiten im Körper, die zu einer Verschlechterung des Haarkleides führen.

Eine mangelnde Pflege kann auch zu einer optischen Veränderung führen. Natürlich muss ein Hund mit einem doppelten Fell genauso gepflegt werden, wie ein Hund mit einem Einzelfell. Bei beiden Fellvarianten kommt es zu Verfilzungen, wenn man das Fell einfach machen lässt. 

Wenn man ein solches Fell nicht scheren dürfte, hätte so manch ein Tierhalter ein wirkliches Problem. Kein Tierarzt dürfte sein Operationsfeld rasieren, ohne dass der Hund dann Gefahr läuft, an dieser Stelle nackt zu bleiben oder ein anderes Fell zu bekommen. Bei keinem meiner Hunde ist diese der Fall. 

Wenn ich nicht scheren möchte, kann ich es auch mit einer Schere schneiden. Hunde die auf Ausstellungen gehen, werden nach dem Bürsten und Baden doch auch in Modell geschnitten. Da ist es dann doch völlig in Ordnung das Haar zu kürzen. Das Haar kann es nicht unterscheiden. Aber eine ordentliche Schur in zwei Schritten geht einfacher, ist ordentlicher und gleichmäßiger, besonders wenn der Hund eben nicht auf die Ausstellung geht. 

Kurz darauf eingehen möchte ich noch, dass auch eine Schur entsprechenden Regeln unterliegt.
Scherköpfe werden heiß und können die Haut schädigen. Es ist nicht die Sonne, welche die Follikel schädigen, dieses geschieht in 99% der Fälle, wo dieses Phänomen nach einer Schur auftritt, bereits bei der Schur. Es sollten also die Scherköpfe während der Schur immer mal gekühlt werden. 
Sind Scherköpfe stumpf, schneiden sie nicht mehr richtig und rupfen das Haar samt Wurzel aus, auch wenn es noch nicht abgestorben war. Einmal davon ab, dass dieses schmerzhaft ist, kann es eben dafür sorgen, dass das Fell schlechter nachwächst und länger braucht. Dieses trifft auch auf einen falschen Scherkopf zu. 

Wenn ich vor der Schur nicht bürste und somit das lose Fell von Deckhaar und Unterwolle entferne, dann kann es bei der Schur ebenso zu Probleme kommen. Der Kopf bleibt hängen, erwärmt sich schneller und die Wolle wächst schneller als das Deckhaar wieder nach, was bei mangelnder Pflege zu Filz führt.

 

Warum also nicht auch im Winter scheren?

Wir tuen unseren Hunde, die ja nun wirklich eng mit uns im Haus leben durch aus einen Gefallen, wenn wir Ihnen den Winterpelz ausdünnen oder sogar kürzen. Mein Hund hat auch im Winter kaum Unterwolle, da er sie im Haus einfach nicht braucht. Je nach Temperatur bekommt er dann halt einen Mantel an. Der Terrier bekommt da schon eher mal einen Pulli an, wenn es für den Mantel noch zu warm ist. Manchmal reicht auch einfach der Regenmantel. 

Schon allein der Wechsel vom warmen Haus in die Frische draußen verbraucht Energie, um die Körpertemperatur aufrecht zu halten. Würden wir unseren Hunden nicht mit einem Mantel helfen, hätten sie einen deutlich höheren Kalorienverbrauch und wären hungriger. Würden wir die Futterrationen dann nicht erhöhen, würden die Hunde unweigerlich abnehmen. Mal davon ab, dass Hunger Stress erzeugt und dieses für das Immunsystem nicht gut ist. Entsprechend steigt aus diesem Grund die Infektanfälligkeit. Es ist wie bei uns Menschen ...

Im Fazit lässt sich sagen, dass eine ordentliche Fellpflege schon vieles erreichen kann. Aber eine Schur kann auch unseren Hunden im Winter gut tuen, damit sie im Haus unsere Nähe suchen könne, wenn sie möchten. Wenn wir kurzhaarige, frisch getrimmte oder geschorene Hunde haben, dann ist ein Mantel durch aus nützlich, wenn die Temperaturen draußen fallen. Ab einer Temperatur von unter -7 Grad, sollten eigentlich alle Hunde, die dauerhaft bei uns im Haus leben, einen Mantel tragen. Auch die nordischen Rassen, haben im Haus ein anderes Fell, als wenn sie dauerhaft draußen leben würden.  

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