Strafen unterliegen Regeln

Denn nur durch diese Regeln, können sie auch als Strafen wahrgenommen werden und ein Verhalten verringern. 

Sie müssen auf den Punkt erfolgen. Das bedeutet, man muss genau diese Millisekunde erwischen, in der das Tier das Verhalten zeigt, welches wir strafen möchten. 

Die Intensität der Strafe muss so gewählt werden, dass diese auch als Strafe empfunden wird und somit das Verhalten verringert.

Die Dosierung der Strafe muss ganz genau passen. Sie darf nicht zu kurz und auch nicht zu lang gewählt werden, damit es einem Tier keine Schaden zufügt und dennoch als Strafe für ein Verhalten verknüpft wird. 

Wenn man als Trainer so gut, ist, dass man diese drei Punkte entsprechend genau bestimmen kann, dann braucht man keine Strafe, es sei denn man hat Spaß am Strafen. Denn ist man so gut, dass man mit einer einzigen Anwendung einer Strafe, ein Verhalten auslöschen kann, dann ist man auch gut genug, das es im Training erst gar nicht zu Situationen kommt, in denen man die Strafe einsetzen muss. Denn dann gestaltet man das Training so, dass man mit der positiven Verstärkung viel schneller an sein Ziel kommt. Gut es ist auch deutlich unspektakulärer und schöner für das Tier. 

Wenn man als Trainer Strafen einsetzt und nicht bei der ersten Anwendung das gewünschte Ziel erreicht, wird man sich im Laufe der Zeit steigern müssen. Meist sind es dann die Dosierung und die Intensität, die gesteigert werden. Hier bekommt man manchmal das Gefühl, dass der Halter oder der Trainer eine sadistische Ader ausleben möchte, dieses aber woanders nicht kann. Eine weitere Gefahr sind die Fehlverknüpfungen. Diese neuen Verknüpfungen können zu neuen Problemen führen. Da kann ein Kind im Blickfeld des Tieres gewesen sein und schon sind Kinder nicht mehr so toll. Oder ein ganz banaler Alltagsgegenstand. Gut man schafft sich weitere Baustellen, die man dann bequem abarbeiten kann. So hat man immer was zu tun, aber das sollte ja auch nicht das Ziel eines Trainings sein. 

Ein gestrafter Hund verliert meistens seine Lebensfreude und wirkt gehemmt. Oft sind es Hunde die trotteln neben oder hinter ihren Besitzern hinter her. Sie wirken wie altersschwache Senioren, die sich gerade noch auf den Beinen halten können. Häufig nur noch ein Schatten von sich selbst. Erinnert ihr euch noch wie locker und unbeschwert eure Hunde zu euch kamen - wenn sie nicht gerade aus einem schlechten Tierschutzverein stammten und sich schon dort nicht in unserer Gesellschaft zurecht fanden. Möchtet ihr euch nicht diese Unbeschwertheit und das lachende Gesicht bzw. das Glück in den Augen erhalten? 

Wenn ja, dann geht nicht den Weg der strafbasierten Erziehung. Sondern habt selber Spaß beim Training. Seht es als Spiel und genießt die Zeit. Genießt es und macht lieber etwas langsamer, dafür ohne größere Nebenwirkungen und zerstört nicht das Vertrauen, was euer Tier in euch setzt. Folgt nicht den Gurus aus dem TV oder wo auch immer, der euch sagt, dass der Hund die Rudelführung übernommen hat, euch massregelt oder anderweitig rotzfrech sei. Seht den Hund als eueren Freund und seit jemand zu dem man gerne aufschaut und dem man gerne folgt, auch wenn man eine andere Sprache spricht. 

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