Forderungen an den Tierschutz? 

Ja ich hätte da einige Forderungen und für ein seriösen Tierschutz sollte es kein Problem sein, diese Forderungen zu erfüllen. Im Grunde ist es gar nicht so schwer, aber es macht das Leben von allen rechtssicher. 

 

Pflegestellen

Pflegestellen sind sehr wichtig. Sie werde immer mal wieder gebraucht. Aber nicht jeder sollte sich einfach Pflegestelle nennen dürfen. 

Warum? Ganz einfach. 

Jede Pflegestelle kann im Grunde mit einer Tierpension und/oder einer tierheimähnlicher Einrichtung verglichen werden. Die für diese Einrichtungen geltenden Regeln und Vorschriften sollten auch auf die Pflegestellen gelten.

Dies beginnt mit der Nutzungsänderung der Räumlichkeiten durch das Bauamt. Hier werden schon die meisten Stellen rausfallen. Denn die wenigsten haben Wohneigentum und so hat auch noch der Vermieter ein Wörtchen mitzureden. Gerade im Rahmen des ohnehin angespannten Wohnungsmarktes wird es auch immer schwieriger reinen Wohnraum in eine gewerbliche oder teilgewerbliche Immobilie umzuwandeln. Wer soll dann auch die Kosten dafür tragen? Der Vermieter? Der Mieter? Was wird, wenn die Pflegestelle umzieht? Alles wieder von vorne und an der alten Wohnung wieder zurück? 

Das Ordnungsamt hat da auch noch was mitzureden. Denn auch diese haben Ansprüche und wollen die Nachbarschaft vor unnötiger Belästigung durch Lärm und Geruch schützen. Allerdings sind diese noch das kleiner Übel.

Dann kommt noch das Veterinäramt. Gut an das denken die meisten noch. Hier muss ein entsprechende Genehmigung nach §11 Tierschutzgesetz eingeholt werden. Hier sollte die Sachkunde einen gewissen Teil der Überprüfung absolut dazu gehören, genauso wie die Begutachtung der Räumlichkeiten. 

Wer soll die Kosten tragen? Der Tierhalter, der sich als Pflegestelle bewirbt oder der Tierschutzverein? Wie sieht es aus, wenn die Pflegestelle nicht exklusiv einem Tierschutzverein zur Verfügung steht? 

Hier merkt man bereits, dass das Thema Pflegestellen gar nicht so einfach und durch aus sehr kostenintensiv ist, bevor das erste Tier einziehen kann. 

 

Gewerbe oder eingetragener Verein und das Finanzamt

Ein weitere Bereich ...

Meiner persönlichen Meinung nach sind die meisten eingetragenen Vereine nichts anderes als gewerbliche Tierhändler. So sehen es im Grunde auch immer öfter die Behörden. Das Finanzamt ist schon an so manchen Pflegestelle herangetreten und wollte nicht gerade wenig Geld, welches als geschätztes zusätzliches Einkommen aus dem Handel mit Tieren entstanden ist. Dort hat den Behörden es auch nicht gereicht, dass es sich um die Vermittlung durch einen Verein - warum macht das eigentlich die Pflegestelle? - mit Gemeinnützigkeit ist und man keinen Gewinn erwirtschaftet. 

Dies mag bei einigen Vereinen sogar stimmen, aber ich glaube nicht bei allen. Wo geht denn das ganze Geld hin? Bei manchen Vereine wechseln mehr als 20 Hunde im Monat den Besitzer, für die es eine Vermittlungsgebühr fällig wird. Wenn es dann nicht klappt  und das Tier zurück kommt und es neuvermittelt wird, kommt noch mal die Vermittlungsgebühr. 

"Wir unterstützen XYZ vor Ort" Nun gut, wenn man einmal dieses vor Ort anschaut, dann fragt man sich, wo das Geld dort hin fließt. Die Anlagen sind bruchfällig und zum Teil gesundheitsgefährlich. Die Tiere haben keine Decken oder Körbe, manchmal keine Näpfe oder Schutzhütten. Die Anlagen sind über Tage ungereinigt. Kranke oder unterernährte Tiere sitzen in den Zwingern und wenn man versucht herauszubekommen, welcher Tierarzt vor Ort die Tiere betreut wird man oft nicht wirklich fündig. 

Wo fließt also das Geld alles hin, was entsprechend ja eingenommen wird?

 

Welche Forderungen können wir also an den Tierschutz stellen? 

Zum einen einmal sollten Vereine im Bereich Tierschutz genauer klassifiziert werden. Die Aufgaben sollten mehr auf die Betreuung vor Ort ausgerichtet sein. Hier gilt es Strukturen aufzubauen.
Die Tiere zu sterilisieren (Hunde) oder kastrieren (Katzen) und dann an ihre angestammten Bereichen zurückzubringen, wenn eine Vermittlung an den Menschen aufgrund des Verhaltens nicht möglich ist. Wir kommen ja auch nicht auf die Idee eine kleine verwilderte Hauskatze in eine reine Haushaltung zu geben, sondern suchen etwas mit Freigang oder noch besser einen Hof, wo sie ganz frei weiter leben können. Vereinzelte Tiere können sicherlich in Menschenhand vermittelt und nach Deutschland geholt werden. Hier besonders Tiere, welche krank sind oder eben dem Menschen sehr zugetan sind.
Zu den Strukturen zählt also die medizinische Versorgung durch eine Tierarzt oder eine gesamte Tierklinik. Diese sind da durchaus sehr interessiert an einer Zusammenarbeit, denn auch sie wollen das Streunerproblem nachhaltig lösen.
Weiterhin muss man Plätze finden, an denen man Futterstellen einrichten kann, ohne das diese als störend empfunden werden und dennoch sicher versorgt werden können. Es müssen Menschen am Ort gefunden werden, welche die Futterstellen betreuen und die Tiere Auge haben, wenn diese mal verletzt oder Krank sind.

Futtermittel und Sachspenden können ebenso vor Ort generiert werden und brauchen nicht in Deutschland gesammelt und dann mit teuren Transporten in das Land gefahren werden. Jeder größere Futterhersteller hat auch vor Ort im Wunschland eine Vertretung an die man herantreten kann. Auch Zubehörgroßhändler gibt es in fast jedem Land in Europa und auch diese sind als Sponsoren nicht zu unterschätzen. In vielen Ländern wird der Tierschutz nicht so gern gesehen, weil sie dem Handel und den Herstellern im entsprechend Land blockieren und nicht unterstützen. Auch dieses gehört in den Rahmen von Strukturen bilden.

Die Vermittlung von Tieren sollte im Ursprungsland erfolgen. Dazu muss man den Menschen sensibilisieren. Aber es funktioniert. Sollte man doch ein Tier nach Deutschland vermitteln wollen, sollte für jedes Tier das auf den Transport geht, eine Pflegestelle vorhanden sein. Diese Pflegestelle sollte so lange freibleiben, bis sich der Hund bei seiner Familie eingelebt hat. Dies kann im Minimum 6 Monate dauern, aber durchaus auch länger. So muss man nicht erst eine Pflegestelle organisieren, wenn das Tier doch nicht in der Familie bleiben kann.

Gerade bei den Vermittlungen sollten wir uns ein Beispiel an den USA nehmen. Denn dort müssen die Zahlen der Tiere, welche aufgenommen, vermittelt, weitergegeben oder eingeschläfert werden müssen, jährlich an die Behörden weiter geleitet werden. So gibt es eine Übersicht, wieviele Tiere wirklich durch die Hände des Tierschutzes durchlaufen haben. Hier sollte noch eine weitere genauere Dokumentation erfolgen, die bei bei Bedarf zur Kontrollen vorgelegt werden können.

Der vermittelnde Verein ist auch nach der Vermittlung noch für die Halter und die Tiere verantwortlich und sollten Hilfestellung geben, wenn Probleme auftreten. Dies bedeutet zum Beispiel eine Hilfe bei der tierärztlichen Betreuung, wenn es um Dinge geht, die bereits vor der Übernahme vorhanden waren, egal ob der Verein davon Kenntnis hatte oder nicht. Ebenso sollte jeder Verein mit einer Hundeschule oder einem Trainer zusammenarbeiten, welche tierschutzgerecht arbeiten, und auch an den Kosten entsprechend beteiligt werden, damit die Tiere ihn ihrem Zuhause bleiben können und niemand entsprechend hilflos zurück gelassen wird. Ebenso sollten Tiersitter und Betreuer für den Notfall oder den Urlaub vom Verein vermittelt werden können. 

Hört sich viel an. Ist auch auch nicht gerade wenig. Aber hier würde sich die Spreu vom Weizen trennen. Der seriöse Tierschutz würde überleben und der gewerbliche Tierhandel sich als solcher outen. 

Jeder Tierschutzverein, der jetzt meint: Das machen wir doch schon. Herzlichen Glückwunsch, macht weiter so und schaut ob es nicht noch besser geht. Für alle andere einfach einmal darüber nachdenken, wo es für euch noch Verbesserungsbedarf gibt. Denn zur Zeit läuft einfach einiges ganz massiv schief ...

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