Geld vom Staat für Dienstleistungen?

Aber ja doch. So wie Sie den Schornsteinfeger, den Gärtner, die Putzfrau oder auch den Babysitter unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer absetzen könne, können sie es auch mit einem Teil meiner Dienstleistungen tun. 

Es handelt sich hierbei um die sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen, welche Sie mit bis zu 20% absetzen können. Dabei wird der Höchstbetrag von 20.000 Euro pro Jahr festgelegt. Daraus ergibt sich, dass Sie insgesamt für alle haushaltsnahen Dienstleistungen im und rund um das Haus bis zu 4000 Euro von ihrer Steuerschuld geltend machen können. 

Aber das gilt doch nur für den Gassigänger, oder nicht?

Der Gassigänger ist ja schon öfter durch die Medien gegangen und dort weiß eigentlich fast jeder, dass ein Dogwalker absetzbar ist. Doch auch hier gilt, dass der Hund aus der eigenen Wohnung oder aus dem eigenen Haus abgeholt werden und wieder zurück gebracht werden muss. Bringt man den Hund morgens in die Betreuung, fällt es nicht unter die haushaltsnahe Dienstleistung. 

Wie sieht es jetzt genau aus?

Im November des letzten Jahres wurde das Einkommenssteuergesetz verändert und damit die Betreuung und Pflege der Haustiere auf eine andere Stufe gestellt. Dabei gab es davor schon einige Urteile.

So zum Beispiel unter dem Aktenzeichen Az:15K1779/14E in dem es heißt:

"Die Versorgung von Haustieren sei eine haushaltsnahe Dienstleistung. Katzen die in der Wohnung des Halters leben, seien dessen Haushalt zu zurechnen

Tätigkeiten wie das Reinigen des Katzenklos, das Versorgen mit Futter und Wasser und die Beschäftigung der Tiere gehören mit zur Hauswirtschaft des Halters."

Dieser Punkt lässt sich auch auf Klein- und Nagetiere, Sittiche und Papageien oder auch auf die Terrarien und Aquarien erweitern. Denn auch diese Tiere leben in unseren Haushalten. 

Auch der Bundesfinanzhof hat gegen den Fiskus entschieden, was die Versorgung der Haustiere in unseren Haushalten angeht. Unsere Haustiere haben einen großen Bezug zu unseren Haushalten, genauso wie unsere Kinder oder pflegebedürftige Verwandten und gehören entsprechend zu unsere Hauswirtschaft. Entsprechend erkennen die Finanzverwaltungen die Betreuung und Pfleger von Haustieren als haushaltsnahe Dienstleistungen an, soweit diese innerhalb des Hauses erfolgt. Dieses beruht auf dem Aktenzeichen BFH, 03.09.15, VI R 13/15, NWB 15, 3599.

Was fällt denn nun alles in diesen Bereich?

Der Gassigänger

Diesen hatten wir ja schon. Wenn Sie während der Arbeit jemanden beauftragen, der Ihren Hund aus der Wohnung holt, mit diesem Gassi geht und danach wieder in die Wohnung zurück bringt, dann wäre es eine haushaltsnahe Dienstleistung und kann abgesetzt werden. 

Der Groomer oder Hundefriseur

Kommt der Hundefriseur zu Ihnen nach Hause, dann fallen auch diese Dienstleistungen in diesen Bereich. Auch diese Kosten können also entsprechend geltend gemacht werden. Gehen Sie zu einem Groomer in den Salon, können diese Kosten nicht abgesetzt werden. 

Die Hilfe bei der Versorgung oder die Betreuung im Urlaub

Dieser Bereich ist wohl für den Urlaub interessant. Aber auch bei Menschen, die beruflich viel unterwegs sind oder auch bei Senioren, die nicht mehr so können wie sie möchten. Im Grunde ist es völlig egal, ob es sich um das Reinigen des Katzenklos oder einer Papageienvoliere handelt. Genauso wie das Füttern der Tierchen oder auch die Beschäftigung von Kaninchen oder Meerschweinchen. 

Gerade dieser Bereich ist vielleicht gerade für Senioren und deren Angehörigen interessant, welche durch den Pflegedienst betreut werden. Denn hier ist das geliebte Haustier oft der einzige soziale Kontakt, den diese Menschen noch haben. Allerdings Ist die Versorgung manchmal schon etwas schwierig. Es wäre schön, wenn dort der Pflegedienst in solchen Fällen ich Tierpfleger beschäftigen könnte. Solange das nicht der Fall ist, ist es doch schön zu wissen, dass es als haushaltsnahe Dienstleistung durchaus eine entsprechende Möglichkeit wäre. 

Gibt es Bedingungen?

Ja die gibt es. Eine der Bedingungen haben wir ja bereits angesprochen: Sie müssen im Haus oder auf dem Grundstück des Halters stattfinden. 

Die zweite ist, dass es eine Rechnung benötigt. Eine einfach Quittung, dass der Betrag erhalten wurden, reicht nicht aus. Es muss eine ordentliche Rechnung vorhanden sein. Am besten ist, es wenn dies Rechnung im Anschluss überwiesen wird. Da haben wir schon ein klitzekleines Problem. Denn die Zahlungsmoral lässt manchmal zu wünschen übrig, aber dort wird sich auch eine Lösung finden lassen. 

Mein Angebot in dem Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen beziehen sich auf die Versorgung und Pflege. Hier gibt es den Bereich des Dogwalkers und des Tierbetreuers in Abwesenheit. Aber auch die Hilfe bei der Reinigung von Käfigen und Volieren, die Fütterung der Tiere. Ab Januar kommt dann noch der Bereich der Fellpflege für Hunde, Katzen und Klein- bzw. Nagetiere dazu. 
In der nächsten Zeit werde ich noch einmal genauer mitteilen, welche Dienstleistungen in den Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistung nach dem §35a Einkommenssteuergesetz ich genau und in welchem Rahmen anbiete. 

 

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