Once upon a Dog - Es war ein mal ein Hund ...

Die Veranstaltung hat eine sehr genaue Beschreibung 

"Als Hunde-Experte wurde Cesar Millan mit der Zeit selbst zum internationalen Star. Längst gibt er seine Kenntnisse nicht nur im TV, sondern auch live wieder. Ob in den USA, in Asien, Australien oder Deutschland – überall kommen die Zuschauer in Scharen, um der äußerst unterhaltsamen Infotainment-Show beizuwohnen. Mit einer gehörigen Portion Humor führt Millan allerlei Interessantes, Wissenswertes und Verblüffendes rund um den besten Freund des Menschen vor. Man muss übrigens keinen Hund besitzen, um dabei bestens unterhalten zu werden. Denn dem Hundeprofi bei der Arbeit zuzusehen und live mitzuerleben, wie die Tiere auf ihn reagieren und sich von ihm leiten lassen, ist wirklich erstaunlich und ein Garant für einen gelungenen Abend." - Zitat von der Veranstaltungsseite Eventim.de 

Ein Hundeexperte der selber in dem Medien sagt: "Ziel ist es, dass der Hund aufgibt!" 
Diese Aussage ist vom heutigen wissenschaftlichen und auch vom emotionalen Standpunkt aus nicht mehr nachzuvollziehen. Es kann sich (oder besser sollte sich) jeder Mensch ausmalen können, dass dieses nicht mit dem TSchG vereinbar sein kann. Der Paragraph drei sagt dort sehr deutlich, was im Grunde verboten ist. Denn wenn ein Tier bis zur Aufgabe getrieben wird, sind dort sehr wohl erhebliche Leiden oder Schmerzen vorhanden. Dass diese unter Umständen zu Schäden oder - wie bereits geschehen - zum Tode des Tieres führen. Hier kann man durch aus argumentieren, dass sich der Halter (welcher seinen Schäferhund erdrosselt hat) einfach die Methoden aus dem Fernseher übernommen hat, obwohl dort gesagt wird, dass man diese nicht ohne einem Fachmann nachmachen soll. 

Live erleben, wie Tiere auf ihn reagieren? Moment mal ...

Bereits im Jahre 2014 wurde in einem Eilverfahren vor Gericht festgestellt, dass der werte Herr M. keine ausreichende Sachkunde besitzt, um eine Genehmigung nach § 11, Absatz 8, Punkt F zu erhalten. Trotzt Dolmetscher war er durch die Überprüfung durchgefallen und hatte dann auf eine Ausnahmegenehmigung geklagt, welche ihm abgesprochen wurden. 

Nun soll das ganze Spiel wieder von vorne beginnen? Nein bitte nicht. 

Ein zweiter Zusammenhang, der sich mit hier ins Gehirn schleicht, wäre dass zur Schau stellen von Tieren und die dabei auftretenden (erheblichen) Leiden, Schmerzen oder Schäden. Greift hier nicht auch der § 3, Absatz 6 des Tierschutzgesetztes? Eigentlich schon, denn es handelt sich um ganz normale Hunde, die das Leben auf der Bühne oder der Manage nicht kennen. Dies allein bedeutet schon Stress. Dazu kommt die tierschutzrelevante Behandlung auf und hinter der Bühne, so dass man schon von erheblichen Stress sprechen könnte. Wenn es nun noch die typischen, aus Funk und Fernsehen bekannten, Handlungen dazu kommen, dann kommen zu dem Stress, welche im Grunde schon genügende psychische Leiden sind, auch noch Schmerzen dazu. Von eventuellen Verletzungen durch das schmale Bändchen an der empfindlichen Kiefer - Ohr - Linie sprechen wir jetzt besser erst einmal gar nicht. Hier sollen nur kurz die Speicheldrüsen, Schilddrüse, Luft- und Speiseröhre sowie Blut- und Lymphbahnen erwähnt. Es wäre also ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Im Grunde ist die ganze Show in ihrem Aufbau - so wie die Veranstaltung angekündigt wird - ein einziger Verstoß gegen das TSchG und dürfte im Grunde keine Zulassung durch die entsprechenden Behörden der einzelnen Gemeinden, Kreise und Bundesländer bekommen. Denn alles was über ein normales Entertainment hinaus geht, würde genau genommen unter den §11 fallen. Jede Aussage über Energie, Gehorsam und Zuneigung allein und auch die Vorführungen über Bild und Tonaufnahmen, welche tierschutzrelevante Tätigkeiten zeigen, dürften im Grunde nicht gezeigt werden - gut darüber diskutieren wir an anderen Stellen auch mit den einzelnen Fernsehstationen. 

Ich frage mich allerdings auch die ganze Zeit, was es interessantes oder wissenswertes über den Hund zu sagen gibt, was nachweißlich so alt ist, dass es schon nicht mehr wahr und damit uninteressant und nicht wissenswert ist. Die Wissenschaft hat viele Aussagen bereits so deutlich widerlegt, dass eigentlich kein Mensch ... ach lassen wir das.

 

Infotainment - was ist das überhaupt

Infotaiment oder auch Edutaiment heißt ganz platt "unterhaltsames Lernen" 

Was sollen Besucher dieser Show lernen? Wie man sich am besten nicht verhält? Was man mit seinem Tier nicht nachmachen sollten? Das andere Länder bessere Gesetze zum Schutz der Tiere benötigen? Das unsere Gesetze nicht konsequent genug durchgesetzt werden? 

Allein durch die Wahl des Genres als "Info-" bzw. "Edutaiment" zeigt, dass es mit unseren Gesetzen kollidiert und die verantwortlichen Behörden sehr genau hinschauen müssen.

Eigentlich sollten die Hunde auf der Bühne - die es ja geben wird, wenn man die Ankündigung richtig versteht - nicht erlauben und konsequent durchsetzten, dass es auch keine Tiere hinter der Bühne gibt oder anderweitig im Zusammenhang der Shows ein entsprechendes Training nach diesen Trainingsmethoden stattfindet.

Es muss darauf geachtet werden, dass entsprechende Filmaufnahmen - welche in der Show verwendet werden sollen - im Vorfeld auf tierschutzrelevante Themen geprüft werden. Gut danach bleibt nicht wirklich viel an Material übrig, aber dass ist auch nicht weiter dramatisch. Man darf nicht vergessen, dass dort durch aus auch Stromhalsbänder zu sehen sind, welche ja hier nicht erlaubt sind. 

Gibt es eigentlich einen Merchandisingstand? Wenn ja, muss auch dort im Sinne des Tierschutzgesetzes genau geschaut werden. Produkte, wie diese dünnen Korrekturleinen, welche ohne einen Stopp funktionieren, sind tierschutzrelevant, da sie Schmerzen verursachen und zu Leiden führen können und das durch aus auch erheblich. Ich persönlich finde, dass solche Werkzeuge nichts auf einer solchen Veranstaltung zu suchen haben. 

Entertainment durch aus gerne

Gerne darf der Herr von seiner illegalen Einwanderung und seinen Weg vom Gassigänger und Hundefrisör erzählen, gern darf er auch erzählen, wie er sich zum "Hundetrainer" gemausert hat und wie oft er schon die Behörden in seinem Center hatte. Oder wie oft er gebissen wurde, während er die Hunde in die Enge trieb und alle Warnungen selbiger missachtet hat, denn Training kann man es ja nicht nennen. Gern darf er auch erzählen, wie viele und wie schwere "Rudelkloppereien" es in seinem Center schon gab, wie diese ausgegangen sind und was aus den Tieren geworden ist. Oder was aus seiner Anzeige wegen dem verletzten Schweinchen geworden ist, welches er vor laufender Kamera hat verletzen lassen, um den Hund korrigieren zu können. Das alles ohne Filmaufnahmen von dem, was er Training nennt. Gut Fotos der Tiere im Profil kann man gerne zeigen. 

Das kann man auch lustig machen. Das haben andere schon vorgemacht, über deren Trainingsmethoden man auch streiten kann. 

Bei Entertainment weiß jeder, dass es der reinen Unterhaltung gilt und dass man nicht viel erwarten kann, außer einen kurzweiligen, vielleicht auch lustigen Abend. Ein Abend an dem niemand zu schaden kommt. 

Ja ja - das Wespennest ...

Ich weiß, dass mich jetzt ganz viele Fans in der Luft zerreißen möchten. Spart euch Beleidigungen und Beschimpfungen, denn diese werde ich entweder direkt löschen oder im Zweifel den Ermittlungsbehörden zukommen lassen. Das Internet ist nicht anonym und kein rechtsfreier Raum. 

Nein ich werden auch nicht über das für und wieder dieser nicht relevanten Trainingsmethode diskutieren, warum auch, da ist nichts worüber man diskutieren kann. Gerne filme ich euch, während ihr diese Methoden anwendet und dann können wir andere Stellen entscheiden lassen, ob diese Methoden tierschutzrelevant sind oder nicht. In Anbetracht der Tatsache, dass es in diesem Zusammenhang schon die eine oder andere Verhandlung gab ...

Es gibt auch keinen Grund oder Verhalten, die es rechtfertigen einen Hund einer solchen Behandlung auszusetzen, außer dass der Mensch keine anderen Wege kennt. Da bin ich gern behilflich, passende Alternativen zu finden. Gut vielleicht empfindet auch der Besitzer Befriedigung, wenn er sein Tier ängstigen und unterdrücken kann, aber auch da gibt es Alternativen auf Augenhöhe - gut diese kosten einiges an Geld pro Session, aber es gibt sie. 

Im Fazit: Wenn Ihr euch für die Tiere und das Tierschutzgesetz und dessen Einhaltung stark machen wollt, dann klärt auf, wendet euch in den Veranstaltungsorten an die entsprechenden Behörden. Protestiert und argumentiert sachlich gegen diese Show in seiner jetzigen Ankündigung. Ihr könnt euch politische Hilfe holen. Auch wenn der große Wahlkampf vorbei ist, so kommt der nächste Wahlkampf bestimmt. Es gibt einige Parteien, die den Tierschutz große nach Außen tragen und einige bei denen ist er da, aber nicht so groß nach außen getragen.  Sprecht mit den einzelnen Kreisvorständen der einzelnen Parteien in den Veranstaltungsorten. Oder direkt mit den Landesvorständen. Ihr solltet gar nicht glauben, wie viel Unterstützung ihr bekommen könnt. Sucht euch Hilfe bei Interessenverbänden und Vereinen.

Die Schweiz protestiert jetzt schon in den Medien. In Deutschland protestiert man beim Veranstalter. Das ist leider noch nicht laut genug. 

Für mich im übrigen immer wieder unverständlich: Warum finden Tierschutzvereine diesen Menschen und seine Methoden so toll? Sollte es einen Tierschutzverein nicht auszeichnen, dass er Tiere schützt? Warum also tierschutzrelevante Methoden als Tierschutzverein? Gerade die Tierschutzvereine sollten auf die Barrikaden gehen. Leider ist dieses nicht der Fall. 

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