Wann sollten Sie von einem Berater Abstand nehmen?

Ja ich beginne direkt mit diesem Punkt ...

Wenn ein Berater Ihnen schon vor der eigentlichen Beratung weiß machen möchte, dass ein empfohlenes Futter schlecht ist, weil die Deklaration nicht so ausführlich ist, aber kein Wort über analytischen Daten verliert, dann sollten Sie gar nicht erst darüber nachdenken, hier einen Termin zu buchen. 

Sollte der Berater Ihnen erklären wollen, dass der Tierarzt keine Ahnung von Ernährung hat, weil es im Studium nicht vorkam und nur mit dem industriellen Futter verdienen will, suchen sie das Weite.

Wenn Ihnen ein Berater erklärt, dass analytische Daten nichts über die Qualität aussagen und man dann Lederhandschuhe in das Futter tuen kann oder was auch immer, werden Sie zumindest sehr kritisch und fragen sehr genau nach. 

Sollten Sie mit Dumpingpreisen überrascht werden, gehen Sie schon einmal davon aus, dass diese Beratung nicht sehr in die Tiefe gehen kann und dass es dort sehr schnell in einem von dem Berater vertriebenen Futter enden wird. 

Ich glaube, dass man die Liste noch sehr gut weiter führen könnte, aber dieses sind die wichtigsten Punkte und ich möchte Ihnen nun erklären warum ...

Ein Futter kann man nicht nur an der Deklaration bewerten

Es gibt Futtermittel, die werben mit einer tollen Herkunft der Zutaten. Meist ist das Schlagwort, dass diese für den menschlichen Verzehr geeignet sind oder bestimmt waren. Diese Futtermittel kommen auch mit einer schönen Deklaration daher. So kann man dann sehen, was für tolle Zusammensetzungen diese Futter hat und man kann alles nachvollziehen. Dieses ist durchaus sehr gut und auch hoch zu bewerten. Doch es gibt ein oft auch mehr als ein aber.

Denn wenn man sich diese Futtermittel in der Analyse etwas genauer anschaut und verschiedene Bereiche berechnet, stellt man schnell fest, dass die Werbung und die Deklaration nicht die Bedarfswerte decken. Es beginnt meist schon mit der Fütterungsempfehlung. Wenn man sich strikt an diese hält, kann es durch aus sein, dass der Hund immer hungrig ist, was zu Stress führt und auf Dauer krankmacht. Die andere Seite wäre, dass der Hund dann einfach zu viel bekommt und zum Moppel wird. Dazu kommt, dass bei vielen dieser Futter Mineralien oder Vitamine zugegeben werden müssen, weil das Futter nicht genügend davon enthält. 

Natürlich sollte man deswegen nicht mehr in die Deklaration schauen, ganz im Gegenteil. Selbstverständlich ist eine offene Deklaration immer besser als eine geschlossene. Aber doppelt hält bekanntlich besser. 

Der Tierarzt hat keine Ahnung von Ernährung?

Das ist so nicht richtig. Natürlich könnte man davon ausgehen, dass durchschnittlich einhundert Stunden im Lehrplan nicht viel sind. Aber es gibt sie, die Futtermittelkunde und Ernährungslehre, in einem Studium zur Veterinärmedizin. Es gibt sogar Tierärzte, die sich nach dem Studium, auf Diätethik spezialisieren und dieses mit verschiedenen Feldern kombinieren. 

Für Tierärzte die sich damit beschäftigen ist es durch aus sehr einfach eine Ration oder ein Futtermittel durchzurechnen, denn sie haben Zugang zu sehr tollen Programmen, die dem Tierheilprakiter und Ernährungsberater durchaus nicht zugänglich waren und sind. Die meisten, die es richtig machen, haben sich mit der Zeit einige Datenbanken gebastelt. Seit einiger Zeit gibt es auch für diese eine Datenbank, welche online genutzt werden kann, wenn man darin investieren möchte. Auch für den Hundehalter gibt es dort Möglichkeiten, zumindest die Rationen zu berechnen, eine Beratung als solches ist es nicht, weder für den Hundehalter, den Ernährungsberater noch für den THP.

Analytische Daten braucht man nicht, denn sie sagen nichts über die Qualität aus?

Ein Ernährungsberater der auf analytische Daten verzichtet, sollte diesen Titel meiner Meinung nach nicht führen. Denn genau dass ist ein riesiges Problem. 

Natürlich sagen analytische Daten nichts über die Qualität aus, aber es hilft dabei, einen Hund bedarfsgerecht zu ernähren. Wenn ich einen Hund im ganzen oder nur in einigen Teile über oder unter dem Bedarf ernähre, kommt es früher oder später zu gesundheitlichen Probleme. Sei es das Leber oder Niere mit ihre Aufgabe der Entgiftung überfordert sind und um Hilfe schreien. Wenn der Körper mit seinen Mineralien jongliert und sie im Zweifel aus anderen Organen abzieht oder generell nicht mehr genügend hat um zum Beispiel Hormone zu bilden, kommt es unweigerlich zu Erkrankungen. Hier sei besonders die Schilddrüse benannt. Sie braucht nicht nur Jod, sondern auch Selen. Wer dieses weiß, der weiß auch, dass alle Mineralien sich gegenseitig stützen. Bei den einen erhöhen sie die Aufnahme und bei anderen hemmen sie diese. Das sollte man wissen, damit man es in der Beratung entsprechend berücksichtigen kann. 

Natürlich sagen die analytischen Daten erst einmal nichts über die Qualität der Zutaten aus, aber dennoch sind sie mehr als wichtig. 

Dumpingpreise bringen nur einem was ...

... nämlich dem Berater und auch diesem eigentlich nicht, es sei denn er will Ihnen nur etwas verkaufen. Nehmen wir an, jemand nimmt für 1,5 - 2 Stunden 25€. Das klingt erst einmal super für den der eine Beratung sucht. Aber was bleibt eigentlich davon übrig, wenn man Nebenkosten, Krankenversicherung, Rücklagen für die Rente, eigenen Lohn, Versicherungen und so weiter und sofort abzieht? Kann da Überhaupt etwas überbleiben? Kann man bei so einem Preis wirklich eine tiefgreifende, seriöse und fundierte Beratung erwarten? Oder eine fundierte Ausbildung? Ich für mein dafürhalten glaube eher nicht. Jeder der Geld in eine entsprechende Ausbildung investiert hat, wird mir dort beipflichten, dass dieses nicht möglich ist. 

Nein ich habe keine Angst von einer Konkurrenz zu Dumpingpreisen, welche ich nicht als Konkurrenz sehe. Ich werde mich auch nicht unter Wert verkaufen, wenn mal wieder jemand kommt und sagt: xyz bietet es für ...€, wenn du mir das für ...€ anbietest, dann bekommst du den Zuschlag, sonst nicht. Klar kann man versuche, aber wir sind hier nicht auf dem Basar und ich glaube auch nicht, dass man beim Metzger sagt, dass man im Supermarkt das Fleisch günstiger bekommt und es da kaufen würde, wenn der Metzger nicht mit dem Preis herunter geht. 

Ich weiß, was für eine Arbeit im Hintergrund in so einer Beratung steckt, denn diese beginnt meist erst nach dem eigentlichen Termin oder auch davor, ganz nach Belieben. 

In diesem Sinne, schaut euch genau an welche Leistungen euch geboten werden und vertraut nicht blind auf jemanden der klug schwätzen kann. Recherchiert etwas genauer und fragt im Zweifel noch einmal nach. Bei einer vernünftigen Ernährungsberatung sind immer Auswertungen analytischer Daten dabei und diese werden auch ausgehändigt. Fehlen diese, läuft etwas falsch. Ohne diese Daten kann man keine vernünftigen und vor allem gesunde und ausgewogene Rationen erstellen. 

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