Muss man sich selber Wissen aneignen?

Pinguin in Haidisco ist eine eigene kleine Kategorie in diesem Blog. 

Der Pinguin wird in einer Haidisco kaum zu finden sein. Das hat einen Grund. Nämlich: Kann man machen, ist aber scheiße. Ja dies ist platt ausgedrückt, doch es trift den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf.

Ich mag Pinguine und ebenso Haie. So gesehen findet man davon im Internet immer eine ganze Menge. Besonder Facebook ist dafür ein Magnet. In den letzten Wochen habe ich viele Gruppen verlassen, viele Aussagen waren so falsch, dass es mir die Fußnägel aufdrehte. Dieses war mir zu viel, denn dort zu diskutieren oder richtig stellen zu wollen ist nicht möglich. 

Ernährungsbrater braucht man nicht, man findet alles im Internet

Das kann durchaus dramatisch sein. Nehmen wir das Beispiel einer chronischen Niereninsuffizienz – kurz CNI. Möchte man an dieser Stelle nicht auf veterinärmedizinische Diäten zurückgreifen, dann braucht es etwas mehr wissen über die optimale Versorgung des Tieres ohne die Nieren zusätzlich zu belasten. 

Die Empfehlung Knochen wegzulassen, damit man den Phospahtspiegel senkt, ist da wohl nicht die richtige Antwort, wenn man die Innereien nicht beachtet. Innereien enthalten durchschnittlich mehr Phosphat als Knochen. 

Auf diesen Hinweis, dann die Antwort zu bekommen, dass es vollkommener Quatsch sei und dass damit bewiesen sei, dass Ernährungsbrater unnötige Geldverschwendung seinen, ist wenig hilfreich. 

Mal davon ab, das Phosphat und Kalzium in einem richtigen Verhältnis zu einander stehen müssen, das der Proteingehalt und die Herkunft der Proteine entschlüsselt werden sollten, das Natrium, Vitamine und Fette betrachtet werden sollten, wurde nicht einmal gesagt. Das dieses durchaus von den Blutwerten abhängig ist, kommt noch einmal on Top. 

Blutbilder zur Befundung

Hier kam dann schon direkt die nächste Aussage: »Die Blutbilder macht der Tierarzt, man kann aus ihnen Hinweise auf Erkrankungen erkennen, aber keinen Nährstoffmangel und was noch so verbreitet wird. » 

An der Stelle frage ich mich, ob die Dame schon einmal ein geriatrisches Blutbild in der Hand hatte. Denn in diesem sind durchaus einige Werte der Mineralien zu finden. Ob man daraus eine entsprechende Wertung ableiten mag, kann man gern diskutieren. Aber wenn dort Verschiebungen zu sehen sind, gibt es daran nichts zu rütteln. Doch für die Bewertung einer CNI reichen diese Werte aus. 

Wahlweise kann man zur weiteren Befundung gern eine Fellmineralanalyse anfertigen lassen. Der Darmfloracheck ist ebenso nicht von der Hand zu weisen. Beide geben tiefergehende Ergebnisse und sind genauer als ein Blutbild. 

Geldmacherei oder zum Fenster herausgeworfenes Geld

Dann ist es, wie immer Geldmacherei, wenn man einen Barfplan – oder Ernährungsplan allgemein - mit Bedarfzahlen, prozentualen Deckungen selbiger und den dazu passenden Diagrammen ausgibt. Ich denke, dass die Dame die Pläne nicht wirklich kennt. 

Wenn man in einem Krankheitsfall berät, ist es immer etwas mehr Arbeit. Ein Plan für einen gesunden Hund ist rein rechnerisch schnell erstellt. Hier gibt es ja nicht viel zu beachten, außer dass die Bedarfswerte stimmen. Im Falle einer Erkrankung ist das Ganze schon Aufwendiger. Am Beispiel der CNI habe ich es oben ja schon einmal kurz angerissen. Wenn dort dann noch Unverträglichkeiten hinzukommen, wird es noch schwieriger. 

Fazit

Es macht also durch aus Sinn, sich an einen Ernährungsberater zu wende. Natürlich gibt es dort Gute und Schlechte. Allerdingers wird ein wirklich guter Berater niemals ohne Befundung in einem Krankheitsfall arbeiten. Ebenso wird er bei einem gesunden Tier durchaus zu einem Fellmineralcheck raten, um zu schauen, ob etwas ausgeglichen werden muss.

Natürlich gibt es Rechner im Internet, mit denen man seinen Plan zusammenstellen kann, aber wie viele dieser Rechner beachten die Bedarfswerte und den gesundheitlichen Zustand? 

Es ist im Grunde auch klar, dass ein errechneter Plan nie die Individualität treffen kann, da immer nur Durchschnittswerte zu Grunde gelegt werden. Die Qualität der Nahrungsmittel ist durchaus schwankend. Der Stoffwechsel, hält sich nicht unbedingt an Vorgaben und die Aktivität schwankt ebenso von Zeit zu Zeit. Dennoch sind gut berechnete Pläne den Bedarfszahlen und Verhältnissen aller Nährstoffe zu einander ausgewogener, als man jetzt glauben mag. 

Vertraue einem unabhängigem Ernährungsberater eher, als einem, der nur nach einem Modell berät oder sogar noch ein Futtermittel vertreibt. Das ist alle mal besser als jede Gruppe im Internet.

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