Fütterung nach dem Beutetiermodell

Genau darum geht es in diesem Fütterungsmodell. Es soll mit den Futterbestandteilen so zusammen gesetzt werden, dass es einem Beutetier ähnelt. Die Idee dahinter ist nicht schlecht. Aber was ist das Beutetier eines Hundes? Gibt es eine wissenschaftliche Grundlage, dass ein solches Modell wirklich gesund ist? 

Hunde sind durch die Evolution in ihrer Ernährung sehr weit weg vom Wolf und sehr nach bei dem Menschen. Dies ist auch so, selbst wenn die genetische Verwandtschaft noch sehr nahe beieinander liegt. Der genetische Code eines Menschen im allgemeinen ist noch sehr nach an dem der Affen, besonders denen der Menschenaffen. Doch würden wir auf die Idee kommen, uns wie die Affen zu ernähren? Würde uns dieses Ernährung fördern oder eher schaden? Diese Fragen stellte ich mir auch immer wieder, im Zusammenhang mit dieser Ernährungsform. 

Ist es Auslöser für Erkrankungen?

Dieser Frage musste ich schon vor einiger Zeit nachgehen. Bei mir waren Menschen mit ihrem Hund, dem es zusehens schlechter ging. Die Schleimhäute deuteten auf eine Problematik der Leber hin. Mir war das ganze zu Heikel und ich verwies auf die Tierklinik. Zum Glück. Der Hund musste stationär aufgenommen werden. Nach einigen Tage ging es dem Hund besser, die Leberwerte waren wieder normal und der Hund wurde mit einer Diät entlassen. Nur kurze Zeit später war der Hund mit seinen Menschen wieder vorstellig. mit dem selben Krankheitsbild. Wieder Klinik und wieder war mit der klinischen Diät alles schnell wieder besser. Hier kam dann schon der Gedanke, dass es sich um die häusliche Ernährung handeln müsse. Als der Hund ein drittes mal mit einem Leberproblem in Behandlung kam, schauten wir dort einmal genauer. 

Das war meine erste Begegnung mit dem Prey Modell Raw. Ich begann zu forschen. Dabei bekam ich die Aussage, dass es nicht am Modell liegen kann, sondern der Halter wohl einen Fehler in der Zusammenstellung gemacht haben muss. Gut, dass könnte sein. Also schaute ich mir den Plan genauer an. Ich erfragte, wo der Plan her kommt und rechnete hin und her. Danach war mir klar, dass rechnerisch der Hund mit diesem Plan nicht gesund ernährt werden kann. Damit war dann auch der Auslöser des Leberproblemes gefunden. Es blieb auch als einziges über, denn gesundheitlich wurde der Hund in der Klinik ja mehrfach auf links gedreht. Die Ernährung wurde umgestellt. Der Hund wurde weiterhin Roh gefüttert, allerdings gab es dann einige Kohlenhydrate und Ballaststoffe dazu, das eine oder andere wurde mit Ergänzungen zugefügt. Das Problem trat nie wieder auf. 

Auch andere Halter stolperten über kleinere Probleme und drehten diesem Modell dem Rücken zu. 

Berechnet am Beispiel ...

In der Zeit habe ich verschiedene Pläne durchgerechnet und in vielen waren viele bedarfswerte nicht gedeckt. Selbst wenn man viel Abwechslung in diesen Plan legt, ist es ohne Supplemente fast gar nicht möglich, die Bedarfswerte zu decken. Mit viel Glück bekommt man es über einen Monat hin, dass es einigermaßen ausgewogen ist, aber das geht durchaus besser und einfacher. Denn eigentlich sollte man sich jeden Tag errechnen, was der Hund rechnerisch bekommen hat und wie es mit dem Bedarf ausschaut.  

In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass der Wolf andere Bedarfswerte hat, als ein Hund. Wir erinnern uns, die Beiden haben in der Ernährung eine andere Entwicklung durchgemacht. Entsprechend haben sich die Bedarfswerte der Hunde angepasst. 

Inzwischen ist das Berechnen für einen Tag oder auch eine Woche schon fast ein Kinderspiel geworden. Napfcheck sei Dank, kann es auch inzwischen jeder für sich machen. Dieses möchte ich jedem ans Herz legen. Zumindest einfach mal einige Rationen sich genauer anzuschauen. 

Nehmen wir an dieser Stelle einfach mal die Rationsberechnung am Beispiel aus einer Facebook Gruppen. Berechnet für meinen 30kg Hund für einen Tag. Die Futtermenge bei zwei Prozent vom Körpergewicht entsprechend dann 600g. Das Schöne, dass die Mengen in der entsprechenden Datei, genau der meines Hundes entspricht.

In diesem Bild zeigt sich, dass der Energiebedarf (die ersten beiden Positionen) für meinen Hund viel zu hoch ist. In den Mineralien sieht man, dass einige einfach zu niedrig sind und bei den Vitaminen einige zu hoch. 

Wie gesagt, es ist nur die Berechnung von einem Tag. Hier geht es nur um Fleisch mit einem Fettgehalt von 15 Prozent. Leber und andere Innereien, Fett und Knochen. Ich habe mich für eine Mischung aus Rind und Geflügel entschieden. Dies kann in Teilen durch anderen Tage mit entsprechenden Rationen ausgeglichen werden. Aber dazu müssten man eine Zeit lang jede Ration berechnen und das mindestens eine Woche, besser einen Monat. Wenn man 4x meine Woche berechnet und diese entsprechend rechnerisch ausgeglichen sind, dann ist es kein Problem. 

Das Calcium - Phosphor - Verhältnis sollte sich in einem Wert von 1.0 bis 2.0 befinden. Hier haben wir einen Wert von 0.9.

Im Fazit muss man sagen, dass es keine einfacher Ernährungsform ist. Im Grunde ist es nichts für Anfänger und so einfach ist es mit der Berechnung nicht. Gerade bei der Ernährungsform braucht es einen Plan der gut durchgerechnet wird und dass nicht nur des Fettes wegen, sondern generell. Im Grunde wundert es mich nicht, dass viele Menschen die Ihren Hund nach Prey füttern früher oder später ein gesundheitliches Problem gegenüber stehen. 

Sollten Sie also diese Fütterungsform bevorzugen, dann schauen sie genau. Lassen sie sich ihre gewünschten Zusammenstellung von einem unabhängigen Ernährungsberater überprüfen oder berechnen sie es selber. Wenn Sie nun schon länger nach dem Modell füttern, lassen Sie ruhig eine Blutkontrolle (geriatrisches Profil) und eine Fellmineralanalyse zur Kontrolle machen. 

Auch wenn man sagt, dass eine Rohfütterung kein Hexenwerk ist, hier ist es das dann durch aus und selbst wenn man sich die Arbeit nur am Anfang macht und dann bei seinen Rationen bleibt. Aber gerade am Anfang muss geschaut und gerechnet werden! 

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