Tierschutz fängt an der eigenen Haustür an

Schon der Umgang, die Haltung und die Ernährung der eigenen Haustiere ist ein Teil vom Tierschutz. So werden immer noch junge Katzen in eine Einzelhaltung geholt und dann dürfen diese noch nicht einmal nach draußen - was für kleine Kitten oft generell nicht so gut ist und den Tod bedeuten könnte. 
Wellensittiche leben alleine in viel zu kleinen Käfigen ohne Freiflug.
Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen leben oft ebenso.
In Aquarien ist eine viel zu hohe Bestandsdichte und die meisten Terrarien sind nicht für den Bewohner eingerichtet. 

Wenn wir an dieser Stelle uns mehr mit den Haltungsbedingungen und den Bedürfnissen auseinander setzen würden, dann könnten wir vielen Tieren ein besseres Leben und eine gesündere Ernährung zukommen lassen. 

Doch dieses soll gar nicht das Thema sein. 

Füttern alleine ist noch kein Tierschutz

Hier muss ich den Jägern in vielen Stellen recht geben. Das gut gemeinte Füttern von Tieren - meist sind es ja Streunerkatzen - oder auch der Vögel sorgt häufig für mehr Probleme als man gutes tut. Besonders dann, wenn man das Futter einfach nur nach draußen stellt. 

Bei den Vögeln geht es ja in der Regel nicht anders, da kann man das Futter nicht bedarfsgerecht vergeben. Aber dennoch sollten man darauf achten, dass dieses Futter nicht im Überfluss vorhanden ist, dass es Mäuse oder ähnliches anlogt. Natürlich haben diese kleinen Nager auch Hunger, aber diese vermehren sich auch explosionsartig. Die im Handel erhältlichen Häuschen zum aufstellen, sind für Mäuse häufig kein Problem. Sind Vögel an den Futterplätzen gehen Mäuse so nicht unbedingt dort hin. Häufig kommen diese erst am Abend und in der Dämmerung, wenn die Vögel weg sind. Zu dieser Zeit sollte entweder das Futterhaus leer sein oder die Futterstellen in einen Schuppen oder in ein Haus geräumt werden. Man kann auch schauen, dass man die Futterstelle so einrichtet, dass sie für Nager unerreichbar sind. Wir selbst füttern ganzjährig unsere Gartenvögel und das auf unseren Balkon. Dort gibt es keine Regenrinnen, so dass sich keine Mäuse zwischen Rinne und Wand hochstemmen könnten. 

Bei der Fütterung von Streunerkatzen ist es noch schwieriger. Diese Futterstellen ziehen gerne auch Füchse, Marder, Waschbären und Co an. Es kann hier gern auch einmal Ärger mit den Jägern geben und nicht nur mit diesen. Bei uns turnte der Fuchs durch das Dorf und bediente sich an den gelben Säcken. Der Grund war dort, dass man Ressenreste in die Wiesen geworfen hat und damit den Burschen ins Dorf gelockt hat. 
An dieser Stelle kann man nur auf die bedarfsgerechte Fütterung hinweisen. Dies bedeutet, dass nur der Futter bekommt, der gerade an der Futterstelle ist und danach das Futter wieder weggeräumt wird. Es gibt entsprechende Näpfe, mit denen man das Futtermanagement auf die entsprechenden Tiere eingrenzen kann. Dazu müssen die betreffenden Tiere allerdings gechipt sein, damit dieses funktioniert.

... damit wären wir am wichtigsten Punkt

Tierschutz bedeutet in allererster Linie, dass man klinken putzt. Kein Tier fällt vom Himmel, es muss erst einmal von irgendwo herkommen. Also sollte man versuchen, den Tierhalter zu finden. Es ist seine Verantwortung für das Tier zu sorgen. Wenn er es - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr kann, ist es auch seinen Verantwortung, dass sein Tier in entsprechende Hände kommt, welche das Tier versorgen. Hier ist der erste Ansprechpartner immer der Tierschutz. Es gibt auch immer Menschen, die ein älteres Tier suchen und dort dann auch entsprechend einspringen können. 

Die Aussetzung eines Tieres ist im Grunde keine Kleinigkeit, sondern ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetzt. So ein Verstoß kann richtig teuer werden und je nach Richter, können sogar Haftstrafen verhängt werden. Ist es das wert? 

Vielleicht ist das Tier auch nur abgängig und wird vermisst? Vielleicht traut sich das Tier nicht nach Hause, weil es dort einen Kameraden gibt, der es mobbt. Wer weiß es schon. Vielleicht haben Kinder das Tierchen mitgenommen und es findet einfach nicht mehr nach Hause?

Sollte kein Besitzer ausgemacht werden, dann ist es im Grunde wichtig, dass das Tier eingefangen wird und von einem Tierarzt untersucht. Vielleicht hat es ja schon einen Chip. Wenn ja, ist dieser vielleicht auf wen registriert? Kann man so über die verschiedenen Haustierregister die Halter finden?

Weiter geht es, es sollte geprüft werden ob die Katze oder der Kater kastriert sind, wenn nicht, sollte dieses direkt gemacht werden. Denn nur so kann man die Vergrößerung der Population von Katzen verhindern und damit auch das Elend. Auch kranke Tiere müssen behandelt werden. 

All diese Punkte kosten neben dem Futter eine Menge Geld. Nicht immer fühlen sich Gemeinde oder Tierschutz dafür verantwortlich. Gerade in ländlichen Gegenden kann der Tierschutz das auch finanziell oft nicht aus eigener Kraft leisten. Das bedeutet, dass vieles aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss. 

Ein Lied, welches jeder Verein singen kann. Dazu kommt dann noch, dass viele Vereine keine Kooperation mit den Gemeinden haben und damit von dieses auch keine Förderung oder Zuschüsse zu erwarten haben und noch mehr auf das Geld schauen müssen. Ohne Spenden ist vieles für diese nicht zu stemmen. 

Dann ist da noch der Tierschutz im Ausland

Hier gibt es viele Vereine, welche ich persönlich als "gewerbliche Händler" einstufen würde. Sie haben nur ein Ziel: Möglichst viele Hunde auf der Straße einsammeln und möglichst schnell vermitteln. Alles was nach der Vermittlung kommt, ist uninteressant. Hier landen viele Hunde, welche in unserem Leben einfach keinen Halt finden und dadurch Verhaltensauffällig werden. Oft wird den Menschen dann auch noch erzählt, dass der Hund an einem Deprvationssyndrom leide und dass man halt damit leben muss, weil wirklich besser wird es nicht. Nur minimal. Nein die meisten Hunde haben kein Deproivationssyndrom, sie sind einfach nicht auf das Leben in unserer Gesellschaft und an das so enge Zusammenleben mit dem Menschen geprägt. Sie hatten von Anfang an hier freies und selbstbestimmtes Leben, konnte sich den Menschen nähern wenn sie wollten oder auf Abstand gehen. Sie sind dahin gegangen, wo sie gerade wollten. Wurden vielleicht auch auf der Straße gefüttert und versorgt. Es ging ihnen gut und sie waren glücklich. Nicht jeder Hund der auf der Straße lebt, braucht wirklich Hilfe. 

Wie bei unseren Streunerkatzen ist es auch dort. Es muss ein gewisses Management getroffen werden. Vor Ort. Die Tiere müssen sterilisiert werden. Ja bei Hunden empfiehlt sich eine Sterilisation und keine Kastration. Hier geht es nur um eine Unfruchtbarmachung, aber der normale Zyklus sollte weiterhin entsprechend durchlaufen werden. Dieses bringt das Gruppengefüge nicht so durcheinander und sorgt durchaus für weniger Probleme unter den Hunden. 

Die Tiere die dann in Tierheimen landen, sollten nach Möglichkeit im eigenen Land vermittelt werden. Dass dies möglich ist, zeigen verschiedene Projekte in Spanien oder im Libanon. Auch dass man Tierschutz durchaus vor Ort betreiben kann, können wir von den Spaniern noch lernen. Immerhin gibt es dort einen Tierschutzpolizei, welche eindeutig mehr Befugnisse hat, als die normale Polizei. 

Wenn es nach mir geht, würde ich die Einfuhr von Tieren nach Deutschland sogar noch mehr reglementieren. Das mag sich hart anhören, aber die Verbringung der Tiere nach Deutschland löst keine Probleme. Schon gar nicht, wenn Tierheime in Deutschland sich direkt Tiere aus dem Ausland in die Zwinger setzen und dann für Tiere in unserem Land keine freien Plätze haben und nicht helfen können. Dazu kommen ja auch noch die Tiere, welche aus dem Ausland stammen und ihre Halter überfordern. Die wenigsten Vereine gestehen sich Fehler ein und nehmen ihre Tiere dann auch zurück. Die meisten sind schlicht und einfach nicht mehr erreichbar. Wenn dann mal ein Verein sein Tier zurück nimmt, wird nicht gesagt, gut wir haben einen Fehler gemacht, sondern die Schuld bekommt der Halter. Die Beschimpfungen und Forderungen gehen oft nur unterhalb der Gürtellinie, denn eine vernünftige Sicht gibt es nicht. Viele Tiere kommen dann in verschiedene Pensionen, kosten viel Geld und werden mit meist mit tierschutzrelevanten Methoden auf das "neue" Leben vorbereitet. Auch hier hat sich in zwischen ein Wandel angekündigt und man kann hoffen, dass es zum Wohl der Tiere endlich mehr auf das Tierschutzgesetz geachtet wird. 

Tierschutz ist also ein sehr großes Thema, wo noch sehr viel Bedarf an Aufklärung und Veränderungen besteht. Die meisten Menschen, welche sich im Tierschutz engagieren tuen es mit viel Herz und gehe an ihre eigenen Grenzen. Manchmal gehen sie unbemerkt über ihrer Grenzen hinaus und es wird zu einem Drama. Oft ist die gutgemeinte Hilfe nicht wirklich gut gemacht. Auch für den Tierschutz im kleinen ist es sehr gut zu wissen, was man wie am besten macht, um nicht mehr Schaden anzurichten oder Wildtiere zu gefährden. 

Tierschutz ist eine Herzenssache, aber es darf nicht ohne Verstand und Weitblick gehen. 

 

Joomla templates by a4joomla