Was bedeutet der Begriff »Carden«?

Hierunter versteht man die Entfernung der Unterwolle. Die Natur hatte es sich so gedacht, dass dieser Wechseln zweimal im Jahr erfolgen sollte. Dies wären die großen Fellwechsel, einmal im Frühjahr und im Herbst. Die meisten Hunde haben dieses Schema der Blockhaarung zweimal im Jahr noch deutlich vorhanden. Da sich die Haltungsbedingungen (weg vom Hof rein in die Wohnung) verändert haben, geht der Fellwechsel immer mehr in Richtung Mosaikhaarung über. 

Die Unterwolle wird nicht mehr benötigt, denn in unseren Wohnungen ist es warm und gemütlich. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass im Januar entsprechende Mengen an Unterwolle aus dem Fell kommen. Im Groben kann man sagen, dass man spätestens alle Vierteljahre den Hund ordentlich die Wolle aus dem Fell holen sollte. Ich persönlich mache es bei meinen Hunden einmal im Monat. In den wöchentlichen Bürsterunden kommt immer etwas Wolle mit raus. 

In diesem Bereich geht man in 3 Schritten vor. Zuerst wird der Hund oder die Katze mit einem groben Kamm gekämmt. Hierbei wird geschaut, ob es kleinere Verfilzungen oder Kletten gibt. Diese werden dann mit der Bürste vorsichtig entfernt. Dies geschieht am besten strähnenweise, so hält sich das unangenehme Ziepen im Rahmen. Danach geht es an die Wolle. 

Hier für gibt es verschiedenen Werkzeuge. Ich bevorzuge einen Unterwolleharken oder auch Unterwollerechen. Der Harken ist schonen zur Haut und zum Fell. Alternativ gibt es Werkzeuge, wie den Furminator. Für diesen sollte das Fell eine bestimmte Länge nicht überschreiten. Selbst das Modell für langhaarige Hunde würde ich nicht unbedingt für einen Berner Sennenhund oder einen Langhaarcollie empfehlen. Ich selbst nutze die Kurzhaarvariante für Felle bis 2,5cm und die Langhaarvariante für Felle bis maximal 5cm. Insgesamt ist der Furminator bei mir nur noch sehr selten im Einsatz.  Es gibt Werkzeuge wie den CoatKing, dessen Nutzung sie aber am besten dem Profi überlassen. Der King hat gebogene angeschliffenen Klingen, welche durchaus schneiden können. Dafür gibt es diese mit verschiedenen Abständen und Klingenzahlen. Es kann durchaus eine Hilfe sein.
Nach dem die Unterwolle raus gekämmt wurde, gehe ich im dritten Schritt noch einmal mit einem Kamm mit engem Zinkenstand durch das Fell. Dies dient der Kontrolle, ob ich noch etwas übersehen habe.

Das Carden kann man mit einem Bad verbinden. Durch das Shampoonieren, Ausspülen und Föhnen wird noch einmal zusätzlich loses Fell herausgeholt. 

Weitere Möglichkeiten, der Unterwolle Herr zu werden, wäre das Auspusten mit einem Blower (Laubbläser unter den Föns) oder mittels Vakuumgroom. Während man beim einen die Haare in jeder Ecke hat, verschwinden sie bei der anderen Möglichkeit direkt in den Staubsauger. Beide Formen sind mit Geräuschen verbunden, welche das Tier kennen und keine Geräuschempfindlichkeit haben sollte. 

Nach dem Carden biete es sich auch immer an, den Hund in Modell zu schneiden. Hier werden die Konturen nachgearbeitet und das Fell nur etwas eingekürzt, damit es nicht fusselig aussieht. 

Die Zeitspanne für die Arbeit ist abhängig, welche Arbeiten noch mit erledigt werden sollen und wie der Pflegezustand des Felles ansonsten ist. Für einen mittelgroßen Hund benötige ich etwa eine Stunde. 

 

Trimmen und die Verwirrungen

Trimmen oder auch "to trim" bedeutet erst einmal nur pflegen, kürzen oder schneiden. An andere Stelle wird das Zupfen des Felles von vielen rauhaarigen Hunderassen gemeint. 

Da es sich in dem allgemeinen Sprachgebrauch der Kollegen um das Zupfen des Felles handelt, möchte ich dieses so beibehalten. 

Felle werden immer dann gezupft, wenn sie reif sind. Dies bedeute, dass die Wachstumsperiode eines Haares abgeschlossen ist und die Haut dieses Haar abstößt. Gleichzeitig wächst aus demselben Haarfollikel bereits ein neues Haar. Wird nun das alte Haar nicht entfernt, hängt es fest und beginnt mit anderen Haaren zu verfilzen. Mit der Zeit wird es eine undurchdringliche Matte, welche man nur noch abscheren kann. Damit dieses nicht passiert, gehört neben dem regelmäßigen Bürsten auch das Zupfen der Haare dazu. Gerade die Halter rauhhaariger Rassen - viele Terrier - werden dieses kennen. 

In der Regel braucht es diese Prozedur alle drei Monate. Den Zeitpunkt kann man sehr gut schon am äußeren des Felles erkennen. Es wird nur das tote, meist bereits lockere, Haar entfernt. Es ist nicht schmerzhaft, kann aber dennoch ziepen. Gut gemacht ergibt es ein sogenanntes »Rolling Coat« welches sich leicht pflegen lässt. 

Vor oder nach der Trimmbehandlung sollte auf ein Bad verzichtet werden. Die Haut ist irritiert und sollte sich etwas beruhigen können. Ist die Haut zu weich (nach einem Bad), kann das Auszupfen etwas schwierig werden. 

Beim Trimmen gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Hier kann man rein von Hand zupfen. Dabei helfen durchaus ein Puder um das Fell griffiger zu machen oder Fingerlinge. Dann gibt es verschieden Trimmmesser, welche je nach Körperpartie eingesetzt werden können. Sogenannte Trimmsteine oder Trimmstriegel können ebenso eine Hilfe für diesen Vorgang sein und diesen etwas beschleunigen. 

Zeitlich ist dieses eine aufwendige und anstrengende Arbeit. Zeitlich kann man dort keinen sicheren Rahmen geben, aber eine Stunde sollte man durchaus m Minimum einplanen, eher etwas mehr.

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